Bio kann jeder: Vom Hof zum Teller – Bio-Verpflegung mit regionalen Produkten praxisnah umsetzen
06722 Wetterzeube OT Schleckweda
Die braunen Käfer haben einen dünnen, rüsselartig nach vorne verlängerten Kopf und nach vorne gewinkelte Fühler mit einem verdickten Ende. Sie sind 2,5 bis 3 Millimeter groß, haben rotbraune Füße, einen weißen Fleck an der Flügelbasis auf der Rückenmitte und sind schuppenartig behaart. Werden die Käfer in Gelbschalen gefangen ist der namensgebende helle Fleck teilweise nicht mehr erkennbar.
Die beinlosen Larven entwickeln sich im Pflanzenstängel. Sie sind vier bis fünf Millimeter groß, weiß bis gelblich mit einer gelbbraunen Kopfkapsel.
Im Stängelmark von Raps sind Fraßgänge zu finden, die durch Kot braun verfärbt sind. Der Befall zeigt sich nur teilweise in einer S-förmigen Krümmung des Haupttriebes infolge von Wuchsdepressionen. Später findet man Ausbohrlöcher der Larven, bevorzugt in den Blattachseln. Bei starkem Befall kommt es zum Umknicken der Pflanzen oder zu verfrühter Reifung.
An Kohlarten fallen Schäden an der Wachstumsspitze und an Kohlrabi gehäuft geplatzte Knollen auf. An Kohlblättern fressen die erwachsenen Käfer grubenartige Löcher. Radieschen werden durch braune Fraßgänge in der Rübe geschädigt.
Der Schwarze Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus picitarsis) befällt Rapspflanzen schon im Herbst und seine Larven beschädigen oder zerstören über den Winter den Haupttrieb.
Der Große Rapsstängelrüssler tritt im Frühjahr oft gemeinsam mit dem Kohltriebrüssler auf. Dieser ist grau und weist keinen Rückenfleck und keine rötliche Füße auf, sein Fraß führt insbesondere zu Missblildungen. Eine neue Käfergeneration im Sommer bildet sich nicht.
Der Kohlschotenrüssler ist ebenfalls grau und befällt die Schoten des Rapses. Er tritt später, zur Blütezeit des Rapses, auf.
Die Kohltriebrüssler können neben Raps auch Rübsen, Senf, Rettich und Radieschen sowie Kohlarten befallen. Ertragsverluste bei Raps entstehen durch verspätete Blüte und geringere Blattmasse und können bis zu 20 Prozent betragen. Ab Gelbschalenfängen von 30 Tieren muss mit einer Dezitonne Ertragsverlust gerechnet werden. Bei ausreichend Niederschlägen in Mai und Juni kann die Pflanze die Schäden aber kompensieren. Die Bohrlöcher im unteren Stängelbereich stellen zudem Eintrittspforten zum Beispiel von Phoma lingam, Botrytis cinereaund in geringerem Maße von Verticillium dahliae dar.
Bei Kohlarten werden besonders frühe Pflanzungen befallen, insbesondere von Kohlrabi, die durch Qualitätsverluste hohe Ausfälle verzeichnen können. Darüber hinaus ist der Umfang der Fraßschäden gering, während der durch die im Sommer ausfliegenden neuen Käfergeneration größer sein kann.
Die Käfer fliegen ab März, etwas später als die Großen Rapsstängelrüssler, in Rapsfelder oder überwinterte Kohlsamenträger ein. Später fliegende Käfer erreichen auch die ersten Kohlpflanzungen. Nach einem zwei- bis dreiwöchigen Reifungsfraß legen die Weibchen insgesamt etwa 100 Eier vorzugsweise in die Unterseite der Blattstiele. Sie bevorzugen Pflanzen mit dicken Stängeln und solche die bereits durch Große Rapsstängelrüssler befallen sind. Die Larven fressen im Mark der Blattstiele und später im Stängel.
Zum Ende der Rapsblüte verlassen sie die Wirtspflanzen und verpuppen sich im Boden. Nach kurzer Puppenruhe schlüpfen die Jungkäfer zur Rapsernte im Juli. Ihr Fraß an verbleibenden Rapspflanzen und wilden Kreuzblütlern verursacht keinen wirtschaftlichen Schaden. Diese Generation kann sich auf Kohlfelder ausbreiten. Die Überwinterung erfolgt in Hecken und Feldrainen nahe der alten Schläge. Milde Temperaturen im Februar können die Winterruhe und das Überleben der Käfer beeinträchtigen. Als natürliche Gegenspieler treten Schlupfwespen, räuberische Fliegen und Laufkäfer auf.
Das Schaderregerauftreten, die Flugaktivität und der Flughöhepunkt kann mit Hilfe von Gelbfangschalen kontrolliert werden. Die Schalen müssen im Frühjahr vor Flugbeginn, ab einer Lufttemperatur von 10 °C, in Bestandeshöhe auf einer Unterlage oder Gestell platziert werden.
Raps:
Kohl, Rettich und Radieschen:
Hinweise zur Förderung natürlicher Gegenspieler gibt der Artikel Nützlingsförderung im Kohlanbau
Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Rapsanbau nicht möglich.
Zur direkten Bekämpfung in Kohlgemüsen stehen im Ökolandbau Niem- und Pyrethrum-basierte Pflanzenschutzmittel zur Verfügung (Zulassung gegen beißende Insekten).
Überprüfen Sie bitte unbedingt die aktuelle Zulassung auf www.pflanzenschutz-information.de!
Letzte Aktualisierung 02.12.2019