dein Hof: Mitmachtag: Erbsen ernten und naschen
01445 Radebeul
Junge Pflanzen haben auf den Blättern häufig chlorotische, punktförmige Aufhellungen, deren Auftreten aber sortenabhängig und im Feld meist nicht eindeutig zuzuordnen ist. Im Vergleich zu gesunden Pflanzen sind die Halme befallener Pflanzen leicht verkürzt. Die Ähren befallener Pflanzen blühen nicht und sind dunkel- bis blaugrün verfärbt. Später spreizen sich die Spelzen, und statt der Körner bilden sich die sogenannten Brandbutten mit anfangs schmierig-braunem, später pulvrigem Inhalt, der nach Fisch riecht. Spelzen und äußere Kornhülle bleiben erhalten.
Bei Verdacht auf Steinbrandbefall oder bei vorangegangenem Befall sollten Getreideproben untersucht werden (siehe Weblink unten).
Durch Zwergbrand befallene Pflanzen sind zur Zeit des Ährenschiebens deutlich kürzer (30-50 Prozent der normalen Pflanzenhöhe), die brandbutten sind kleiner und härter.
Weizensteinbrand gehört zu den gefährlichsten Pilzkrankheiten im ökologischen Getreideanbau. Er befällt Weizen, besonders Winterweizen, sowie Dinkel, Hartweizen, Triticale, Emmer und Einkorn sowie verschiedene Wild- und Kulturgräser. Dinkel weist meist geringeren Befall auf als Weizen. Befallenes Getreide ist ungenießbar, als Futtermittel eingesetzt führt es zu Geschmacks- und Geruchsveränderungen von Milch und Eiern undkann für Nutztiere ein gesundheitliches Risiko darstellen.
Steinbrandbefall kann zur Aberkennung von Saatgutbeständen führen, zulässig sind höchstens 5 Ähren mit Weizenflugbrand oder Weizensteinbrand je 150 Quadratmeter Fläche (befallene Ähren nicht vor der Feldbesichtigung entfernen, keine kranken Bestände in 50 Meter Umkreis; Anforderungen der Saatgutanerkennung).
In den Brandbutten sind die Sporen des Erregers in trockenem Zustand jahrzehntelang lebensfähig. Beim Dreschen werden die Sporen auf den Boden und andere Körner verteilt, dort bleiben sie äußerlich am Saatgut haften, insbesondere am Bärtchen des Korns. Die Sporen keimen nach der Aussaat gleichzeig mit dem Korn aus. Das Mycel durchdringt die Blattscheiden und wächst zum Vegetationspunkt. Weizensteinbrand ist eine vorwiegend samenbürtige Krankheit, neuere Untersuchungen zeigen aber, dass der Befall auch von Sporen im Boden ausgehen kann. Böden können durch vorangegangenen Befall, aber auch über Saatgut, Mist oder mit dem Wind von nahe gelegenen Feldern mit Sporen belastet werden. Man geht von einer Überdauerungszeit der Sporen im Boden von bis zu sechs Jahren aus. Grenzwerte für den Bodenbefall sind nicht bekannt.
Saatgut mit mehr als 20 Steinbrandsporen je Korn oder geringer Triebkraft unter 80% stellt ein Risiko für eine kritische Steinbrandinfektion des Bestandes dar. Nach anderen Untersuchungen können bereits eine bis fünf Sporen pro Korn zum Befall führen.
Das Befallsauftreten wird wesentlich vom Saattermin, der Witterung während des Auflaufens und der Sortenwahl beeinflusst. Getreide wird besonders unter Bedingungen befallen, unter denen die Keimlinge sich langsam entwickeln, bei fünf bis zehn Grad, auf Lehmboden bei geringer, Sandboden bei mittlerer und Moorboden bei hoher Feuchtigkeit (20 bis 60 Prozent). Wintergetreide wird stärker befallen als Sommergetreide.
Das Saatgut sollte
Sortenwahl
Weitere vorbeugende Maßnahmen
Eine vorbeugende Saatgutbehandlung wird von verschiedenen Experten ab 1 bis 20 Brandsporen je Korn empfohlen, der tolerierbare Grenzwert ist abhängig von der Sortenanfälligkeit und dem Verwendungszweck des Getreides. Auch bei Saatgutgewinnung von Flächen mit vorangegengenem Befall wird eine Saatgutbehandlung empfohlen.
Beratungsinfos des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen:
Steinbrandbefall im Ökolandbau erkennen und vermeiden
Zum Download: Checkliste Steinbrand und Zwergsteinbrand
Bioland Magazin: Beim Steinbrand zählt die Sorte. Bericht über Sortenversuche der LfL Bayern
Letzte Aktualisierung 07.02.2018