dein Hof: Mitmachtag: Erbsen ernten und naschen
01445 Radebeul
Mit Zwergsteinbrand befallene Triebe bleiben während des Schossens stark zurück und erreichen nur die Hälfte oder weniger der Höhe von gesunden Halmen. Vereinzelte Halme bleiben kürzer als zehn Zentimeter (einschließlich Ähre). Befallene Pflanzen sind stärker bestockt. In den Ähren sind bereits zur Blütezeit zahlreiche kleine harte Brandbutten vorhanden.
Der normale Steinbrandführt zu etwas größeren und weicheren Brandbutten, befallene Halme sind weniger stark verkürzt.
Zwergbrandbefall kann zur Aberkennung von Saatgutbeständen führen, zulässig ist höchstens eine Ähre mit Zwergsteinbrand je 150 Quadratmeter Fläche (befallene Ähren nicht vor der Feldbesichtigung entfernen, keine kranken Bestände in 50 Meter Umkreis; Anforderungen der Saatgutanerkennung). Wie auch beim Steinbrand sind befallene Körner für den Verzehr durch den Menschen nicht geeignet und auch als Tierfutter nur mit Einschränkungen verwendbar.
Befall mit Zwergsteinbrand wurde bisher bevorzugt aus Hochlagen in Süddeutschland (Schwäbische Alb, Voralpenland, Schwarzwald) berichtet, die Krankheit tritt aber bereits ab 400 Meter über Meereshöhe auf.
Die Infektion mit Zwergsteinbrand geht vom Boden aus (im Gegensatz zum vorwiegend samenbürtigen Steinbrand). Begünstigend für eine Infektion sind Lagen mit längerer Schneebedeckung, anhaltend niedrigen Temperaturen (ein bis fünf Grad) und Feuchtigkeit während des anfälligen Befallsstadiums des Weizens. Da die Sporen einen sehr viel längeren Zeitraum für die Keimung benötigen als beim normalen Steinbrand, wird nicht der Sämling infiziert, sondern der während der Wintermonate vorhandene oberirdische Bewuchs. Sporen nahe der Bodenoberfläche keimen und infizieren die Pflanzen vorrangig im Zeitraum der Bestockung.
Für den Befall reichen in dieser Phase diffuse Lichtverhältnisse. Man geht heute davon aus, dass schon ab einem geringen Grenzwert von 20 Sporen pro Korn die kritische Größe für den samenbürtigen Befall erreicht ist. Ein Grenzwert für die Sporendichte im Boden, bei der mit einem Befall gerechnet werden muss, ist nicht bekannt. Das Infektionspotential ist stark standortabhängig sowie sehr inhomogen verteilt. Die bis zu zehn Jahren lebensfähigen Sporen des Pilzes werden durch Saatgut, Stroh, Stallmist und beim Drusch mit dem Wind verbreitet. Beim Mähdrusch werden die Sporen aus den Brandbutten freigesetzt oder ganze Brandbutten gelangen in den Boden. Sehr kurze Halme werden nicht mit gemäht und führen zu punktuell sehr hoher Sporendichte im Boden.
Das Auftreten des Zwergsteinbrandes auch in niedrigeren Lagen wie auch die Erkenntnis, dass der Befall durch den normalen Steinbrand vom Boden aus in einem höheren Ausmaß zu erfolgen scheint als früher gedacht, haben in den zurückliegenden Jahren in der Praxis und Beratung teilweise zu Verunsicherung geführt. Die Sporen der beiden Erreger lassen sich zwar prinzipiell mikroskopisch gut unterscheiden, bei der Untersuchung von Feldmaterial und insbesondere bei Mischinfektionen ist die Diagnose aber häufig nicht eindeutig. Molekularbiologische Verfahren zur routinemäßigen, sicheren Unterscheidung der beiden Erreger sind derzeit noch nicht vorhanden.
Das Saatgut sollte
Vorbeugende Sortenwahl
Weitere vorbeugende Maßnahmen
Da beim Zwergsteinbrand der Befall typischerweise vom Boden ausgeht, ist von der Saatgutbehandlung auf bereits verseuchten Flächen keine Wirksamkeit zu erwarten. Die Saatgutbehandlung erfasst nur die am Korn haftenden Sporen. Sie ist beispielsweise angezeigt, wenn Saatgut, das im Verdacht steht befallen zu sein, auf einem bisher befallsfreien Standort ausgesät werden soll. Dafür eignen sich die auch beim Steinbrand geeigneten Mittel und Verfahren:
Artikel: Anfälligkeit von Weizensorten gegenüber Zwergsteinbrand
Artikel: Einfluss von Fruchtfolge, Düngung und Zwischenfrüchte auf Brandsporen im Boden
Beratungsinfos des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen:
Steinbrandbefall im Ökolandbau erkennen und vermeiden
Letzte Aktualisierung 07.02.2018