Selektion geeigneter Sortentypen von Linsen (Lens culinaris L) für ökologische und nachhaltige Anbausysteme
06466 Gatersleben
Auf den Blättern bilden sich trockene, grau-braune Flecken mit einer hellen, meist gelblichen Randzone. Sie sind von runder bis unregelmäßiger Form und vergrößern sich mit der Zeit, wobei sich konzentrische Ringe innerhalb des Flecks bilden. Die Flecken bilden sich zuerst auf den ältesten (untersten) Blättern. Stark befallene Blätter rollen sich ein und sterben ab.
Auch am unteren Teil der Stängel bilden sich leicht eingesunkene, dunkle Nekrosen.
An den Früchten bilden sich in der Nähe des Fruchtstielansatzes schwärzliche, lederartige, leicht eingesunkene Flecken mit zum Teil ebenfalls konzentrischer Zonierung.
Der wichtigste Erreger der Dürrfleckenkrankheit ist der Schlauchpilz Alternaria solani. Auch die verwandte Art Alternaria alternata kann einzeln oder gemeinsam mit A. solani auftreten und verursacht ähnliche Symptome. Während A. solani hauptsächlich rundliche Dürrflecken verursacht, kann A. alternata auch Auflaufkrankheiten, Wurzelhalskrebs und Lagerfäulen auslösen, und die durch den Pilz verursachten Dürrflecken sind von unregelmäßiger Form und breiten sich eher vom Blattansatz die Mittelrippe entlang bis zur Blattspitze aus.
Die Krankheit tritt vorwiegend im Freiland auf. Sie kann zu umfassendem Blattabwurf führen, wodurch die Photosynthese beeinträchtigt wird und das Risiko für vermehrten Sonnenbrand an Früchten entsteht. Zum Wirtskreis der Erreger zählen viele Kultur- und Wildpflanzen, darunter Kartoffeln und andere Nachtschattengewächse (Solanaceen), Kreuzblütengewächse (Brassicaceen) und Salat (Lactuca). Zur Dürrfleckenkrankheit an Kartoffeln gibt es ein separates Schädlingsporträt.
Der Erreger überdauert an befallenen Pflanzen, am Samen, im Boden und an Strukturen wie den Pfählen für Freilandtomaten. Im Frühjahr werden von dort Konidien mit dem Wind oder Regenspritzern verbreitet. Bei feuchtem Wetter infizieren sie die Pflanze durch Wunden und Spaltöffnungen, aber auch durch direktes Eindringen mittels die Zellwand zerstörender Enzyme. Besonders anfällig sind Pflanzen, wenn andere Stressfaktoren wie Nährstoffmangel auftreten.
An den Infektionsstellen bilden sich bei feuchtem Wetter innerhalb weniger Tage Dürrflecken mit Konidienträgern, durch die der Pilz sich weiterverbreitet. Der Pilz kann sich bei Vorhandensein freien Wassers über ein breites Temperaturspektrum entwickeln. Bei warmer Witterung herrschen optimale Entwicklungsbedingungen, so dass mehrere Entwicklungszyklen im Jahr auftreten.
Bitte überprüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, z. B. unter www.pflanzenschutz-information.de!
Letzte Aktualisierung 04.12.2019