Echte Kamille

Echte Kamille

Matricaria recutita L., syn. Matricaria chamomilla, Familie: Korbblütler

Schadwirkung der Echten Kamille

Die Echte Kamille kommt in fast allen Ackerkulturen vor, insbesondere im Wintergetreide, Zuckerrüben- und Kartoffelanbau, seltener im Sommergetreide. Trotz der langsamen Jugendentwicklung kann sie sehr konkurrenzstark werden.

Wird sie durch Kühe gefressen kann sie zu Geschmacksveränderungen der Milch führen. Durch die attraktiven, intensiv duftenden Blüten und den hohen Blattlausbefall lockt Kamille Marienkäfer und viele andere Nützlinge ins Feld.

Biologie der Echten Kamille in Kürze

Wie lässt sich die Echte Kamille erkennen?

Echte Kamille ist ein einjährig-überwinterndes oder sommereinjähriges Samenbeikraut. Die Pflanzen können bis zu 40 Zentimeter hoch werden. Die Stängel sind niederliegend bis aufrecht und buschig verzweigt. Die Laubblätter sind doppelt bis dreifach fiederteilig mit schmalen, fadenförmigen Fiedern. Sie sind nicht oder nur gering behaart. Typisch ist der Kamillegeruch. Sie duftet stark aromatisch

Die Blütenköpfe der Echten Kamille sind ein weiteres wichtiges Erkennungsmerkmal. Der Blütenkopf besteht aus weißen Zungenblüten und einem charakteristischen, konischen, hohlen Blütenboden, der von gelben Röhrenblüten umgeben ist.

Wann ist die Blütezeit der Kamille?

Die Blütezeit der Echten Kamille reicht von Mai bis August, wobei einige Pflanzen auch zweimal blühen können.

Die Blätter der Echten Kamille

Die Keimung erfolgt hauptsächlich im Frühjahr und im Herbst. Die Keimblätter der Echten Kamille sind keulenförmig, am Ende dreieckig, ungestielt und gering behaart oder unbehaart. Die ersten, ungestielten Laubblätter (Primärblätter) sind lanzettlich mit nur ein bis zwei schmalen Seitenlappen und langem Endabschnitt.

Mit zunehmendem Wachstum entwickeln sich die erwachsenen Blätter, die deutlich fiederteilig und fein verzweigt sind. Sie sind doppelt bis dreifach fiedrig unterteilt, wobei die einzelnen Fiedern schmal und fadenförmig sind. Die Blätter der Echten Kamille sind meist kahl oder nur schwach behaart und haben eine helle bis graugrüne Farbe. Ihre Form erinnert an die von Dill oder Fenchel, was sie leicht von anderen Pflanzenarten zu unterscheiden macht. Der Duft der Blätter ist charakteristisch und intensiv, ähnlich wie der der Blüten.

Vermehrung und Verbreitung der Echten Kamille

Die Samen der Echten Kamille sind im Boden bis zu zehn Jahren lebensfähig. Nach der Getreideernte bleibt eine große Menge Kamillensamen mit der Spreu auf dem Feld, wo sie von Regenwürmern unbeschadet verdaut werden. Auch die Verdauung durch Rinder übersteht ein Teil der Samen ohne die Keimfähigkeit zu verlieren.

StandortWo wächst die Echte Kamille? 

Echte Kamille ist bevorzugt auf tonigen oder sandigen Lehmböden anzutreffen und zählt als Zeigerpflanze für zur Versauerung neigende Böden.

Spezifische Regulierungsstrategien zur Eindämmung der Echten Kamille

Vorbeugende Maßnahmen, um die Echte Kamille einzudämmen

  • Vermeidung von Bodenverdichtungen/Verschlämmungen
  • Vermeidung von Bearbeitungsgängen bei zu feuchtem Boden
  • Anwalzen nach der Aussaat
  • Hackfrüchte in die Fruchtfolge integrieren

Bekämpfung der Echten Kamille

Ein gewisser Befall mit Kamille im Feld kann wegen ihrer positiven Wirkungen auf Nützlinge toleriert werden.

  • Abflammen vom Keim- bis ins 2-Blattstadium, die Keimlinge sind aber relativ tolerant gegenüber dem Abflammen
  • oberflächliche mechanische Bekämpfungsmaßnahmen durchführen

Letzte Aktualisierung 09.01.2026

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