Laufzeit
2010 – 2012
Inhalt
Die Preisgestaltung war für den Ökolandbau schon immer ein zentrales Thema. Im Jahr 2010 startete deshalb ein zweijähriges BÖL-Projekt, in dem Forschende der Universität Gießen untersuchten, welche Gruppen regelmäßig Bio-Lebensmittel kaufen und wie sich Preisveränderungen auf die Nachfrage auswirken.
Ergebnisse
Die typische Kundschaft von Bio-Lebensmitteln hatte zur Zeit der Untersuchung ein überdurchschnittliches Einkommen und Bildungsniveau. In Städten war die Wahr-scheinlichkeit für den Kauf von Bio-Lebensmitteln höher als auf dem Land. Auch Haushalte mit Kleinkindern griffen häufiger zu Bio-Ware. Vielkäuferinnen und -käufer von Bio-Lebensmitteln reagierten nur schwach auf Preisanreize, während Selten- und Gelegenheitskäuferinnen und -käufer deutlich preissensibler waren.
Bei etablierter Bio-Produktgruppen wie Milch, Eier und Gemüse reagierten Kundinnen und Kunden ähnlich oder weniger sensibel auf höhere Preise als bei konventioneller Ware. Allerdings gilt das nur für Bio-Vielkäuferinnen und -käufer. Bei da-mals weniger etablierten Produktgruppen wie Bio-Fleisch und Tiefkühlware beeinflussten Preisänderungen dagegen allen Kaufschichten stärker.
Nutzen für die Praxis
Das Fazit der Forschenden war damals, dass Käuferinnen und Käufer bei Bio-Lebensmitteln insgesamt "normal" auf Preisänderungen reagieren. Preisnachlässe und Sonderaktionen sind nach ihrer Einschätzung nur sinnvoll bei weniger etablierten Bio-Produkten und zur Ansprache von Gelegenheitskäufern. Bei Bio-Vielkäuferinnen und -käufern sind dagegen moderate Preiserhöhungen ohne Absatzeinbußen möglich.
Weitere Infos im Praxismerkblatt