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Leitlinie für den integrierten Pflanzenschutz im Vorratsschutz

Die Leitlinie für den integrierten Pflanzenschutz (IPS) im Sektor Vorratsschutz unterstützt Betriebe bei der Anwendung der acht Grundsätze des IPS. Entlang der Entscheidungskette führen sie von den vorbeugenden über die nicht-chemischen bis zu chemischen Maßnahmen. Eine Dokumentation der Entscheidungen ist für zukünftige Situationen und Probleme hilfreich. Zwar sind die Voraussetzungen in den Lagern verschieden, aber die Akzeptanz für vorbeugende und nicht-chemische Maßnahmen im Vorratsschutz ist hoch.
Empfehlungen für die Praxis
Informieren Sie sich: Nutzen Sie die Leitlinie und andere Informationsangebote, um in Ihrem Lager vorbeugende und nicht chemische Maßnahmen für den Vorratsschutz vorrangig anzuwenden.
Vernetzen Sie sich: Nutzen Sie die Erfahrungen anderer Lagerhalter. Besuchen Sie Hoftage und organisieren Sie Ihren eigenen Hoftag für den Informationsaustausch. Voneinander Lernen ist für den Vorratsschutz wichtig, weil es nur wenig öffentliche und private Beratungsangebote gibt.
Mut zum Testen, offen für Neues sein: Im Vorratsschutz gibt es viele Stellschrauben zum Schutz der Erntegüter. Orientieren Sie sich an der Leitlinie, seien Sie kritisch, testen Sie einzelne Maßnahmen und dokumentieren Sie alles. So entdecken Sie vielleicht Neues, um zukünftig Ihre Ware besser zu schützen. Teilen Sie Ihre Erkenntnisse.
Investieren Sie in die Lagerhaltung: Die Notwendigkeit, die Ernte auf dem Hof zu lagern, nimmt zu. Oft genügt die bestehende Technik nicht, um das Lagergut für einen längeren Zeitraum sachgerecht einzulagern. Kooperieren Sie mit anderen Lagerhaltern. Vielleicht gibt es Möglichkeiten für einen gemeinschaftlichen Lagerneubau mit Nachbarn?
"Die Förderung einer freiwilligen Anwendung der Leitlinie beginnt mit der erfolgreichen Vermittlung von Wissen. Das bedeutet, dass das Wissen verstanden wird und zur Anwendung motiviert."
Film ab: Die Leitlinie IPS Vorratsschutz kurz erklärt
Informationen zum Projekt
"Der integrierte Pflanzenschutz bedeutet eine Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird" (Pflanzenschutzgesetz). Daraus ergibt sich für den Vorratsschutz, dass vorbeugende Maßnahmen Priorität haben, vor allem die Trocknung und Reinigung des Lagergutes und ein sauberes Lager vor der Einlagerung. Hinzu kommen eine ausreichende Lüftung und der Schutz vor Insekten, Nagern und Vögeln. Trotz aller Vorbeugungsmaßnahmen können Schädlinge im Lagergut auftreten. Deshalb ist auch eine Überwachung notwendig, um frühzeitig eingreifen zu können.
Befragung zu "Kennen Sie die Leitlinie?"
VSnet hat mit seinen Anstrengungen zum Wissenstransfer für den integrierten Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz gute Grundlagen geschaffen, die weiter vertieft werden sollten. Gleichzeitig wurde bestehendes Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Bekanntheit der Leitlinie, ihrer Anwendung in der Praxis sowie der Praktikabilität der beschriebenen Vorratsschutzmaßnahmen geschaffen. Eine Mehrheit der befragten Praktikerinnen und Praktiker wünscht sich Unterstützung durch mehr Beratung, Erfahrungsaustausch, Informationsmaterialien und Weiterbildungsangebote, auch seitens der Pflanzenschutzdienste.
Wird biologischer Pflanzenschutz angewendet?
Seit etwa 20 Jahren werden in Deutschland zum Beispiel Nützlinge im Vorratsschutz ergänzend zu anderen vorbeugenden und direkten Maßnahmen eingesetzt. Allerdings ist die Anwendung in der Praxis nicht weit verbreitet. Die Erfahrungen zeigen, dass für einen guten Anwendungserfolg im Lager neben ausgebildetem Personal ein geeignetes Managementkonzept und genaue Kenntnis der Biologie der Schädlinge und Nützlinge erforderlich sind.
Wie wichtig ist das Monitoring der Schädlinge?
Das Lagergut muss regelmäßig direkt oder indirekt auf Befall überwacht werden. Dafür stehen verschiedene Fallentypen und Temperaturmessgeräte zur Verfügung. VSnet hat videobasierte Monitoringsysteme getestet und erwartet schon bald vielversprechende Angebote auf dem Markt.
Was gibt es Neues aus der Forschung?
Das Julius Kühn-Institut forscht an verschiedenen Themen zur Vorratslagerung. Neben diversen Techniken zur Früherkennung und zum Nützlingseinsatz wird unter anderem auch zu optimalen Lagerbedingungen geforscht, zum Beispiel welche Läger sich am besten für kühle und trockene Lagerungsbedingungen eignen und den Zuflug von Insekten unterbinden können.
Die Homepage
Die VSnet Homepage bietet Informationen und Angebote zur Kommunikation. Im Mittelpunkt steht die Leitlinie. Über die Grundsätze kann auf die relevante Information direkt zugegriffen werden. Auf der Webseite von YouTube ist ein Erklärfilm zur Leitlinie verfügbar. Informativ sind auch die elf Karten zu vermeidbaren Problemen im Lager.
- Dr. Bernd Hommel (Projektleitung), Nadine Feuerbach (Projektkoordination), Julius Kühn-Institut, Berlin;
- Dr. Katja Börgermann, DER AGRARHANDEL e.V., Berlin;
- Dr. Dieter Heider, b&s Unternehmensberatung und Schulung für den ländlichen Raum GmbH, Leipzig;
- Frank Hertel, Hertel Engineering, Leipzig;
- Mareike Polzer, Polidia GmbH, Berlin
Dr. Bernd Hommel
Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI)
Königin-Luise-Straße 19
14195 Berlin
E-Mail: bernd.hommeljulius-kuehnde
Telefon: 0049 30 8403 2530
04/2018 – 12/2022
Die Inhalte dieser Seite finden Sie hier auch in einem Praxismerkblatt als PDF-Datei.
Letzte Aktualisierung 12.06.2023


