Reformulierungsstrategien für zuckerreduzierte Bio-Lebensmittel (ReformBio)

Wie kann man Bio-Lebensmittel zuckerärmer machen, ohne dass sie dabei ihren gewohnten Geschmack verlieren? Das war die zentrale Frage des Forschungsprojektes "ReformBio". Die Forscherinnen und Forscher entwarfen dabei eine Reformulierungsstrategie für Bio-Lebensmittel mit dem Ziel der Zuckerreduktion.

Empfehlungen für die Praxis

Schrittweise Zucker reduzieren

Die schrittweise Zuckerreduktion führt Verbrauchende langsam an die geringere Süß-Intensität der Produkte heran, um den Umgewöhnungsprozess zu erleichtern. Aus technologischer Sicht sind ab einer Zuckerreduktion von 15 Prozent (Knuspermüsli oder Kekse) oder 25 Prozent (Fruchtjoghurt) teils deutliche qualitative Einbußen zu erkennen. Ab diesen Reduktionsstufen sind weitere Strategien erforderlich.

Kompensationsstrategie

Eine Zuckerreduktion ab 15 Prozent wirkt sich bei allen untersuchten Produktgruppen negativ auf die Textur aus, bei Keksen und Fruchtjoghurt auch auf den Geschmack: Bei Keksen erhöht sich der Fettanteil, sie werden weicher. Durch Zugabe von Lecithin bleibt die mürbe Konsistenz der Kekse erhalten. Knuspermüsli bildet nur mit glucosehaltigen Disaccariden Cluster.

Kombinationsstrategie

Foodpairing (Kombination von Lebensmitteln mit gleichen Schlüsselaromen) ermöglicht die Kreation neuer Varianten. Über eine Verstärkung positiv assoziierter Aromenkomponenten lässt sich die Präferenz für die zuckerreduzierten Produkte erhöhen. Verbrauchende sollten über den Produktnamen auf die Kombination hingewiesen werden. Die Kombination von Bindemitteln führt zu besseren Texturergebnissen.


Eine Reduktion von bis zu 15 Prozent führt zu keinen negativen Einbußen in Geschmack und Konsistenz. Eine weitere Reduktion erfordert technologische Maßnahmen zur Sicherung der Produzierbarkeit und der Qualität. (Kirsten Buchecker und Lisa Nitze, Hochschule Bremerhaven)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 12.02.2026

Nach oben
Nach oben