Reformulierungsstrategien für Bio-Lebensmittel

Im Forschungsprojekt "ReformBio" wurde untersucht, wie man Bio-Lebensmittel zuckerärmer machen kann. Doch wie kommt das bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an? Das Projekt gibt Empfehlungen bezüglich des Nutri-Scores und Foodpairing für die Bio-Lebensmittelherstellung.

Empfehlungen für die Praxis

Reformulierung und Nutri-Score

Bio-Unternehmen sollten kontinuierlich ihre Produktrezepturen reformulieren, um beim Nutri-Score positiv abzuschneiden und idealerweise in den grünen Bereichen (A oder B) zu landen. Anstatt den Nutri-Score bloß abzulehnen, ist die die Bio-Branche gut beraten verstärkt auf ihren USP, wie Natürlichkeit zu setzen und diesen Mehrwert der Bio-Produkte geziehlt zu kommunizieren. Beispielsweise könnten die Bio-Herstellerinnen und Bio-Hersteller die wichtigsten Kaufmotive deutlicher hervorheben, etwa den geringeren Gehalt an Pflanzenschutzmittel- und Antibiotikarückständen, den Verzicht auf Geschmacks- verstärker, sowie das Fehlen von künstlichen Aromen, Konservierungsstoffen und Zusatzstoffen.

Foodpairing

Insgesamt zeigt sich, dass Bio-Intensivkaufende offener gegenüber innovativen Lebensmitteln sind als andere Konsumentinnen oder Konsumenten. Daher eignen sie sich als Zielgruppe für Foodpairing-Produkte mit neuartiger oder ungewöhnlicher Zutatenkombination. Sie sind aufgeschlossener für neue Geschmackserlebnisse und zeigen eine höhere Kaufbereitschaft für solche Produkte.

Verbrauchervertrauen

Eine vertrauensvolle Beziehung ist entscheidend, damit Reformulierungsmaßnahmen von den Verbrauchenden positiv aufgenommen werden. Die Entwicklung einer zielgruppenspezifischen Kommunikationsstrategie kann dazu beitragen, das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher aufzubauen oder zu festigen. Insbesondere die Gruppe der Unentschlossenen (64 Prozent) bietet ein hohes Potenzial, um den Marktanteil von Bio-Lebensmitteln zu steigern.


Bio-Herstellerinnen und Bio-Hersteller sollten ihre Rezepturen kontinuierlich verbessern, um den Erwartungen gerecht zu werden, da das Nichterfüllen dieser Erwartungen erhebliche Enttäuschungen verursachen kann. (Kristin Jürkenbeck)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 12.02.2026

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