Ziegenmilchprodukte

Ziegenmilchprodukte

Bioziegenmilch-Spezialitäten werden immer beliebter: als Frisch- oder Hartkäse, Joghurt und Trinkmilch bereichern sie unsere Ernährung. Zum einen, weil sie so gut schmecken. Aber auch, weil die Milch der kleinen Wiederkäuer eine gute Alternative für Menschen ist, die keine Kuhmilch vertragen. Denn sie enthält hochwertige und leicht verdauliche Eiweiße. Hinzu kommt, dass ihr Fett bekömmlicher ist als das der Kuhmilch.

Gutes Fettsäuremuster in Ziegenmilch

Ziegenmilch kann eine gute Quelle für gesunde Fettsäuren sein. Dazu zählen Omega-3-Fettsäuren ebenso wie die konjugierte Linolsäure (CLA) aus der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben ihren gesundheitlichen Nutzen bestätigt: Unter anderem wirken sie positiv auf das Herz-Kreislauf-System, sind blutdrucksenkend, gefäßschützend sowie entzündungshemmend. Weil der Körper sie nicht selber bilden kann, müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, drei Prozent der täglichen Kalorien durch Omega 6-Fettsäuren aufzunehmen und mindestens 0,5 Prozent durch Omega-3-Fettsäuren. Das entspricht rund 1,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren, soviel wie etwa in einem Esslöffel Rapsöl steckt.

Viel Gras und Heu für die Ziegen

Ausgerechnet Omega-3-Fettsäuren kommen nur in relativ wenigen Lebensmitteln vor: insbesondere in Raps- und Leinöl sowie in fettreichen Fischarten wie Makrele oder Hering. Doch gerade Fisch ist nicht jedermanns Sache. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es daher gut zu wissen, dass Bioziegenmilch aus extensiver Weidehaltung gesunde Fettbestandteile enthalten kann. So haben Katrin Sporkmann und Dr. Heiko Georg vom Thünen-Institut für ökologischen Landbau herausgefunden: Wenn die kleinen Wiederkäuer im Sommer überwiegend Gras und im Winter Heu fressen, bilden sie deutlich mehr ungesättigte Fettsäuren wie konjugierte Linolsäure (CLA) und Omega-3-Fettsäuren als bei hohen Kraftfuttergaben. Außerdem zeichnet sich das Ziegenmilchfett durch ein wesentlich günstigeres Verhältnis der Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren aus. Zu diesem Ergebnis ist das Forscherteam gekommen, als es die Milchmengen und Milchqualität von Biomilchziegen bei unterschiedlicher Fütterung untersuchte: die eine Tiergruppe bekam eine Futterration mit 90 Prozent Weidegras und Heu plus 10 Prozent Kraftfutter (Weizen), die andere 60 Prozent Weidegras und Heu sowie 40 Prozent Kraftfutter (Weizen).

Ausgewogenes Verhältnis von Omega-Fettsäuren

Fraßen die Bioziegen vor allem Heu und Weidegras, verringerte sich zwar ihre jährliche Milchmenge um rund 50 Kilogramm und die Fett- und Eiweißmenge jeweils um rund drei Gramm. Aber dafür war ihre Milch gehaltvoller: So erreichte der CLA-Gehalt ihrer Milch rund 90 Milligramm pro 100 Gramm Fettsäuren, rund 40 Prozent mehr als bei kraftfutterbetonter Fütterung. Zudem ergab sich im Milchfett ein Verhältnis der Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 1:1, was aus Ernährungssicht als besonders positiv zu bewerten ist.

Gut für die Natur und die Ziegen

Die Fettqualität der Ziegenmilch hängt maßgeblich von der Fütterung der Tiere ab, so das Fazit der Wissenschaftlerin. Bei Ziegen führt Weidegras, ebenso wie bei Milchkühen, zu einem deutlichen Anstieg des Gehalts an gesundheitsförderlichen Fettsäuren in der Milch. "Unsere Ergebnisse zeigen einmal mehr, wie sinnvoll es ist, dass Ökoziegenbauern ihre Tiere regelmäßig weiden lassen und bei guter Weidegras-und Heuqualität auch weniger Kraftfutter einsetzen", so Sporkmann. Beides trage maßgeblich zum Tierwohl und zum Erhalt wertvoller Kulturlandschaften bei. Auch die Botschaft für Verbraucherinnen und Verbraucher sei eindeutig: Wer regelmäßig Bioziegenmilchprodukte verzehrt, kann sich sehr gut mit den für seine Gesundheit so wertvollen Fettsäuren versorgen.


Letzte Aktualisierung 03.12.2019

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