Vorwerk Podemus: Einblick in die berufliche Praxis
01156 Dresden
Die Buschbohne aus dem Freiland ist ab Ende Juni bis Mitte Oktober auf dem Markt. Neben dem Anbau für den Frischmarkt hat der Vertragsanbau für Tiefkühlware eine wichtige Bedeutung.
Buschbohnen sind ein beliebtes Sommergemüse, das sich durch Tiefkühlung oder Trocknung auch gut konservieren lässt. Die Buschbohne aus dem Freiland ist ab Ende Juni bis Mitte Oktober auf dem Markt. Neben dem Anbau für den Frischmarkt hat der Vertragsanbau für Tiefkühlware eine wichtige Bedeutung.
Bohnen bevorzugen eher leichte, gut durchlüftete Böden, die sich rasch erwärmen. Bei nasser und kalter Witterung kommt das Wachstum rasch zum Stillstand. Eine gute Wasserversorgung während der Blüte ist für den Kulturerfolg wichtig.
Bohnen lassen sich sowohl in Gemüsebau- als auch in Ackerbaufruchtfolgen gut einbauen. Als Anbaupause ist eine Unterbrechung von mindestens vier Jahren ratsam. Geeignete Vorkulturen sind Getreide und viele Gemüsearten, die nicht für Sclerotinia anfällig sind.
Da sie reichlich Stickstoff und in der Regel wenig Unkraut auf dem Feld zurücklassen, sind Bohnen beliebte Vorfrüchte: im Ackerbau oft für Wintergetreide oder nach einer Gründüngung auch für Hackfrüchte.
Als schlechte Vorfrüchte gelten andere Leguminosen, Spinat und Kartoffeln (Wurzelfliege) sowie Sonnenblumen, Salat und Raps (Sclerotinia).
Werden Bohnen früh im Jahr angebaut, können Kulturen wie Salat, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel oder Lauch als Zweitkultur folgen.
Je nach Verwendung schreiben die abnehmenden Handels- und Verarbeitungsunternehmen in der Regel geeignete Sorten vor. Grundsätzlich muss bei der Sortenwahl aber auf Resistenzen und Toleranzen gegenüber Krankheiten geachtet werden.
Sobald die Bodentemperatur über 15 Grad steigt, können Bohnen gesät werden. Mit einer Vliesabdeckung ist eine Saat auch bei tieferen Bodentemperaturen möglich. Letzter Aussaattermin ist Mitte Juli.
Die Saattiefe sollte – je nach Bodenfeuchte – zwischen zwei und vier Zentimeter liegen. Einzelkornsaat ist empfehlenswert. Die Reihenabstände liegen in der Regel zwischen 45 und 50 Zentimeter. Größere Reihenabstände (bis 75 cm) vermindern den Handarbeitsaufwand, bringen aber auch Ertragseinbußen mit sich.
Im Allgemeinen wird eine Bestandesdichte von 30 bis 35 Pflanzen pro Quadratmeter angestrebt (auf wüchsigen Standorten auch 25 bis 30). Der Verlust durch unvollständigen Feldaufgang und Unkrautregulierung muss mit etwa 30 Prozent eingerechnet werden.
Der Bedarf von gut 100 Kilogramm Stickstoff pro Hektar kann durch den Bodenvorrat, die Mineralisierung und die Stickstofffixierung der Bohne gedeckt werden. Werden auf einer Parzelle zum ersten Mal Bohnen kultiviert, so kann eine Impfung mit Rhizobium-Bakterien sinnvoll sein. Die Phosphor- und Kalium-Versorgung kann mit einer Gabe Wirtschaftsdünger oder Kompost zur Vorkultur gesichert werden.
Beste Voraussetzung für wenig Handarbeit in Bohnen ist eine Unkrautkur (falsches Saatbett). Dabei wird zwei bis vier Wochen vor der Saat ein Saatbett bereitet, das nach beginnendem Keimungsprozess der Unkräuter erneut flach bearbeitet wird (kann mehrmals wiederholt werden).
Wegen der flachen Saat ist ein Blindstriegeln bei Buschbohnen nicht zu empfehlen. Ist die junge Pflanze gut verwurzelt, in der Regel ab dem ersten Blattpaar, kann gestriegelt werden. Weitere Striegeldurchgänge sind so lange möglich, bis die Pflanzen zu großen Schaden erleiden. Die Fingerhacke bekämpft bis kurz vor dem Reihenschluss Unkräuter in der Reihe. Bei Handernte können die Bohnen ab etwa zehn Zentimeter Größe auch angehäufelt werden. Häufeldämme behindern die maschinelle Ernte.
Mit zwei bis drei Hackdurchgängen, wofür herkömmliche flache Gänsefußscharen gut geeignet sind, können die Unkräuter zwischen den Reihen gut unter Kontrolle gehalten werden. Kulturschutzscheiben sind in der Regel auch beim ersten Hackdurchgang nicht notwendig.
Oft ist eine Handhacke erforderlich, wobei man mit 40 bis 70 Arbeitskraftstunden pro Hektar rechnen muss. Um die Ernte und die Qualität der Bohnen nicht zu beeinträchtigen, müssen vor der Maschinenernte größere, samentragende Unkräuter entfernt werden.
Im Allgemeinen sind Bohnen unempfindlich gegen Pflanzenkrankheiten. Zur Vorbeugung von Krankheiten ist es wichtig, die Fruchtfolgeempfehlungen einzuhalten, mastige Bestände durch zu hohes Stickstoffangebot zu vermeiden sowie gesundes Saatgut zu verwenden.
Das Hauptproblem im Bohnenanbau sind Wurzelfliegen. Darüber hinaus gibt es Probleme mit Sclerotinia und Botrytis.
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Je nach Saatzeit ab Ende Juni bis etwa Mitte Oktober. Für den Vertragsanbau erfolgt die Ernte mit Vollerntern. Nach wie vor hat die Handpflücke für den Frischkonsum eine wichtige Bedeutung, wobei mit Ernteleistungen von bis zu 15 Kilogramm Bohnen pro Stunde und Arbeitskraft gerechnet werden kann.
Gekühlt und bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent können handgepflückte Hülsen bis zu 14 Tage gelagert werden (maschinengepflückte Ware deutlich weniger lang). Bohnen dürfen nicht unter vier Grad Celsius gelagert werden.
Letzte Aktualisierung 16.10.2024