Walnuss regional entwickeln: Kooperationen von Anbau bis Vermarktung
71083 Herrenberg
Der Erbsenwickler ist ein etwa 8 Millimeter großer, gelb-brauner Kleinschmetterling. An den äußeren Flügelrändern finden sich schwarz-weiße Streifen, sonst ist die Färbung unscheinbar und ohne Zeichnung. Die zunächst weiße, zunehmend gelblich werdende Larve hält sich in der Hülse zwischen den Körnern auf. Sie hat dunkle Punkte an den Haarbasen und einen braunen Kopf, After- und Nackenschild. Eine bis drei Larven können in einer Hülse auftreten und mehrere Körner schädigen.
Der Erbsenwickler befällt Erbsen, Wicken und Platterbsen. Befallene Hülsen sind nur schwer an flachen, weißlichen Eigelegen und kleinen vernarbten Einbohrstellen erkennbar. Erst wenn die Pflanzen reifen, werden Ausbohrlöcher sichtbar. Jede Erbsenwicklerraupe kann bis zu vier Erbsen beschädigen. Das Eindringen von Nässe in die Fraßverletzungen der Larven kann zu Fäulnis in den Hülsen führen. Durch Kotausscheidungen der führen zudem zu Qualitätsminderungen. Gemüseerbsen sind ab einem Befall von 0,5 Prozent nicht mehr vermarktbar. In Druscherbsen können Ertragsverluste von 30 Prozent entstehen und beschädigte Partien werden nicht als Saatgut zertifiziert.
Der Erbsenwickler kann besonders in Regionen mit konzentriertem Erbsenanbau und in Jahren mit trockener und warmer Witterung zu einem problematischen Schädling werden. Er vermehrt sich besonders in Druscherbsen. Feldränder in Windschattenlagen und in weniger als drei Kilometer Abstand zu Vorjahresschlägen werden bevorzugt befallen. Der Aktionsradius der Falter ist nach Vermehrung in späten Erbsensorten größer als der von in frühen Sorten vermehrten Faltern. Falter aus Vorjahresschlägen von späten Erbsen können noch in elf Kilometer Entfernung Schäden verursachen.
Ab Ende Mai fliegt der Kleinschmetterling blühende Erbsenfelder an. Die dämmerungs- und nachtaktiven Falter ernähren sich zunächst von Nektar der Erbsenblüte und beginnen nach einer Woche mit der Eiablage, die von Mitte Juni bis Mitte Juli erfolgt. Ein bis zwei Eier werden an die Kelch- und Blütenblätter und Blattunterseiten abgelegt. Die schlüpfenden Larven fressen sich in die Hülsen ein und fressen drei Wochen lang an je 3 ‒ 4 weichen Körnern. Während der Erbsenreife verlassen die Larven die Hülsen durch Aufplatzungen oder ein Ausbohrloch und wandern in den Boden ab. Dort überwintern sie in 3 ‒ 5 Zentimeter Tiefe in einem Kokon. Im folgenden Frühjahr verpuppen Sie sich für rund zwei Wochen. Es tritt eine Generation im Jahr auf.
Der Flugverlauf und die Stärke des Befalls kann mit Pheromonfallen überwacht werden. Diese locken mittels Sexuallockstoffen männliche Falter aus einer Entfernung von bis zu einigen 100 Metern an. Die Fallen werden circa 50 Meter vom Rand des Feldes und 100 Meter voneinander entfernt, sowie 10 Meter entfernt von Pheromonfallen für andere Schaderreger aufgestellt. Sie sollten mehrmals wöchentlich kontrolliert werden. Für kleine Flächen, zum Beispiel in Gärten, genügt eine Falle je Schlag. Der Einsatz von Pheromonen zur Paarungsverwirrung ist nicht wirkungsvoll da die Paarung auch außerhalb der Erbsenschläge erfolgt.
Letzte Aktualisierung 23.01.2017