Weingut Arndt F. Werner: Hoffest
55218 Ingelheim am Rhein
Infizierte Sämlinge haben eine geringere Triebkraft und der Feldaufgang ist reduziert. Das Wurzelsystem ist schlecht entwickelt, wodurch die Auswinterungsgefahr erhöht ist. Befallene Haferpflanzen bleiben kleiner, sie bleiben in der Bestockung zurück und "verschwinden" später, wenn sie von den gesunden Pflanzen überwachsen werden.
Das eigentliche Schadsymptom wird erst während der Blütezeit sichtbar, wenn bei befallenen Pflanzen anstelle intakter Rispen die Brandrispen geschoben werden. Sie enthalten anstelle der Samen braunschwarze Brandbutten (Brandsporenlager). Die Brandsporen werden mit dem Wind verweht, es verbleiben leere Rispenäste die an den kleinen Pflanzen aber leicht übersehen werden. Der Haferflugbrand verfliegt nicht so schnell und nicht so vollständig wie der Gerstenflugbrand. Manche Flugbrandrispen bleiben in der Blattscheide stecken und werden dann erst beim Mähdrusch verteilt. Das Wiesengras Glatthafer kann ebenso befallen und zur Infektionsquelle werden.
Die Sporen gelangen während der Blüte zwischen die geöffneten Spelzen, wo sie dann auskeimen. Trockenes Wetter während des Sporenflugs begünstigt die Übertragung. Die Übertragung der Sporen kann auch über Kontamination von Maschinen oder im Lager zunächst nur von außen am Korn erfolgen.
Es handelt sich jedoch im Gegensatz zum Flugbrand bei Gerste oder Weizen um eine kombinierte Blüten- und Keimlingsinfektion. Das heißt, das Pilzgeflecht besiedelt zunächst nur die äußeren Schichten des Korns und tritt dann in ein Ruhestadium ein. Je nach Sorte und Auflaufbedingungen findet der Flugbrand bei der Keimung dennoch den Weg in den Haferkeimling. Beim Nachbau im nächsten Jahr, besonders bei Bodentemperaturen über 16 °C, ist die Wahrscheinlichkeit der Infektion des Haferkeimlings sehr hoch.
Letzte Aktualisierung 07.05.2019