Klosterhof Bünghausen: Nordwolle Sommerfest
51766 Engelskirchen
Bereits ab dem Keimblattstadium können an den Blättern typische Längsstreifen auftreten, die dann ab dem Schossen deutlich in Form parallel streifenförmiger, durch die Blattadern begrenzter Aufhellungen erkennbar sind. Anfangs gelbliche Aufhellungen an der Blattscheide und Blattbasis werden im weiteren Verlauf hellbraun und dehnen sich über die gesamte Länge des Blattes aus. Das ganze Blatt kann absterben und ist anfällig dafür, vom Wind längs aufgerissen zu werden.
Später fallen zufällig im Bestand verteilte, braune und aufrecht stehende Ähren auf. Erkrankte Ähren sind oft unterentwickelt und bleiben in den Blattscheiden stecken. Sie enthalten keine oder geschrumpfte Samen, die fast keinen Mehlkörper mehr aufweisen (Schrumpfkörner). Es kann auch zum Kümmerwuchs der gesamten Pflanze kommen.
Die Streifenkrankheit spielt auch im ökologischen Gersteanbau eine wichtige Rolle. Sie kann zu Mindererträgen durch verringerte Photosyntheseleistung führen, sowie zu Qualitätsminderungen durch die Bildung kleiner und mehlkörperloser Körner.
Diese Krankheit wird ausschließlich durch infiziertes Saatgut übertragen und breitet sich nicht im Bestand aus. Auf erkrankten Pflanzen bilden sich zur Blütezeit bei feuchter Witterung Sporen. Diese werden vom Wind in die Blüten gesunder Pflanzen übertragen. Dort keimen sie aus und wachsen unter die äußere Samenhaut. So gelangt der Pilz mit den Samen zur Aussaat in den Boden, und dringt während des Auflaufens in die Keimwurzel ein. Kühl-feuchte Witterungsverhältnisse und Bodentemperaturen zwischen 12 und 15 °C während der Keimung und langsames Auflaufen begünstigen die Infektion des Keimlings. Bei wärmeren Temperaturen und schneller Keimung, z. B. bei großen Samenkörnern, können auch aus infiziertem Saatgut gesunde Pflanzen erwachsen.
Geeignete Beizen können das Auftreten der Streifenkrankheit auch bei bereits infiziertem Saatgut reduzieren.
Letzte Aktualisierung 19.02.2018