Walnuss regional entwickeln: Kooperationen von Anbau bis Vermarktung
71083 Herrenberg
Im Herbst zeigen sich zunächst an älteren Blättern vereinzelt runde hellgraue Blattflecken von fünf bis zehn Millimeter Durchmesser mit dunklem Rand. Diese sind scharf zum gesunden Gewebe abgegrenzt und weisen kleine dunkle Punkte (Sporenbehälter) auf. Häufig reißen die Befallsstellen in der Mitte auf. Ab Mai werden am Stängelhals fleckenartig Verfärbungen mit dunkler Umrandung sichtbar. Zudem verbreitet sich der Pilz auf weitere Blätter sowie Schoten. Durch zunehmende Verkorkungen und Vermorschungen bei starkem Befall verlieren die Pflanzen ihre Standfestigkeit, sie lassen sich leicht aus der Erde ziehen und reifen vorzeitig ab.
Der Fäulepilz befällt verschiedene überwinternde Kulturpflanzen insbesondere aus der Kreuzblütlerfamilie, zum Beispiel Raps, Rübsen, Lein, Rettich, Senf sowie Kohlarten. Im Keimlingsstadium kann er zum Welken und Absterben der Pflanzen führen. Bei starkem Befall am Blatt sterben betroffene Blätter ab, die Pflanzen bilden weniger Schoten und reifen vorzeitig. Dadurch können 10‒20 Prozent Ertragsausfälle entstehen.
An Ernterückständen bildet der Pilz von September bis November bei hoher Luftfeuchtigkeit Sporen, die ausgeschleudert und mit dem Wind über mehrere Kilometer verbreitet werden. Saatgutübertragung ist möglich, doch bei Raps unbedeutend. Sie kann aber bei anderen Kreuzblütlern wie Kohl eine Rolle spielen. Bei ausreichender Blattfeuchte werden die Laubblätter der Rapspflanzen im Herbst und Frühjahr infiziert, am empfindlichsten sind Keimlinge und Jungpflanzen. Die Verletzungen von Schaderregern wie Rapserdfloh, Rapsstängelrüssler oder Kohltriebrüssler können als Eintrittspforten dienen. Der Pilz wächst durch den Blattstiel in den Wurzelhals ein, wo sich zur Ernte die beschriebenen Symptome zeigen.
Innerhalb der Blattnekrosen bilden sich rosafarbenene Sporen, die durch Regenspritzer im Bestand verteilt werden und Blätter und Stängel infizieren. Der Pilz kann bis zu vier Jahre im Boden an Ernteresten überdauern.
Letzte Aktualisierung 03.03.2017