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Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)
Beschreibung der Blattläuse
Die Grüne Pfirsichblattlaus tritt von Mai bis September an zahlreichen Acker- und Gemüsekulturen auf, in den Wintermonaten an Steinfrüchten. Die ungeflügelten Blattläuse sind olivgrün und 1,8 bis 2,5 Millimeter lang, können aber auch eine gelbgrüne bis blassrosa Färbung auffweisen. Die Fühler sind etwas kürzer als der Körper, die Hinterleibsröhren schwach keulenförmig.Ihr Hinterleib ist vorwiegend rundlich mit einer kleinen Spitze. Die geflügelten Blattläuse werden zwei Millimeter lang mit sowohl schwarz glänzendem Kopf und schwarz glänzender Brust, der Hinterleib ist olivgrün mit schwarzen Flecken auf der Mitte und an den Seiten.
An vielen Kulturen, wie beispielsweise im Zuckerrübenanbau, führt ein starker Befall zu Blattverformungen. An Dill verkrümmen die Blattfiedern knäuelartig, die Triebenden können kümmern, welken und absterben. Auch an Blüten und Fruchtständen kommt es zu Schäden. Sekundär wird der von den Tieren ausgeschiedene Honigtau durch Schwärzepilze besiedelt, was zur Verschmutzung der Pflanzen führt.
Ähnliche Schädlinge
Die Erbsenblattlaus unterscheidet sich durch ihren spitz zulaufenden Hinterleib.
Die ebenfalls grüne Gierschblattlaus tritt an Doldenblütlern wie Möhren oder Dill auf. Ihre kurzen Fühler erreichen weniger als die halbe Körperlänge.
Die Grünfleckige Kartoffelblattlaus trägt dunkle Flecken auf dem Hinterleib, sie tritt an vielen Kulturen auf.
Die Gepunktete Gewächshausblattlaus ist eher gelblich grün mit dunklen Flecken.
Schadbild und Schadwirkung
Die Grüne Pfirsichblattlaus befällt im Sommer (Mai bis September) zahlreiche Acker- und Gemüsekulturen, wobei sie besonders im Zuckerrübenanbau als Schädling auftritt. Zu den Sommerwirten im Ackerbau zählen: Kreuzblütler wie Raps, Körner- und Futterleguminosen, Getreide wie Gerste, Weizen und Mais sowie Futtergräser und Kartoffeln. Im Gemüseanbau treten sie an Tomaten, Auberginen, Paprika, Melonen, Kürbissen, Mohrrüben, Pastinaken, Sellerie, Spinat, Salat, Fenchel, Spargel und Chickorée auf. Unter den Kräutern befallen sie unter anderem Majoran, Petersilie, Dill und Kerbel, dazu kommen verschiedene Zierpflanzen. Im Winter besiedeln die Blattläuse überwiegend Steinfrüchte wie Pfirsich, Aprikose, Schlehe, aber auch Apfel.
Die Blattläuse sind besonders als Überträger zahlreicher Viruskrankheiten von Bedeutung, wie unter anderem das Petersilien-Y-, das Gurkenmosaik- und das Rübenmosaik-Virus sowie die viröse Vergilbung der Zuckerrübe.
Biologie und Lebenszyklus
Die sensiblen krautigen Kulturen sind die Sommerwirte im Lebenszyklus der Grünen Pfirsichblattlaus. Ab etwa Mitte Mai fliegen geflügelte Blattläuse auf die Sommerwirte, und setzen an der Blattunterseite ungeflügelte Nachkommen ab. Ende Juni ist die Überwanderung vom Winterwirt abgeschlossen. In dieser Zeit bildet die Blattlausart ohne Befruchtung ungeflügelte und geflügelte Generationen, die sich auf weitere Sommerwirte verbreiten. Neben zahlreichen Kulturpflanzen befällt sie auch viele Beikräuter wie Ampfer, Hirtentäschel oder Gansefuß.
Im September werden von geflügelten Blattläusen die Winterquartiere an Gehölzen aufgesucht. Dort wird das ungeflügelte Weibchen geboren, das nach der Paarung mit der Eiablage in Rindenrisse oder Winkel zwischen Knospe und Zweig beginnt. Die grüne Pfirsichblattlaus überwintert überwiegend im Eistadium an Steinfrüchten wie Pfirsich oder Schlehe, sowie Bocksdorn. In milden Wintern oder in sehr geschützten Lagen können die Tiere als weibliche Laus ohne Wirtswechsel auf krautigen Pflanzen und Rübenmieten überdauern. Mit Beginn der warmen Witterung schlüpfen die Larven und es entstehen am Winterwirt zwei bis drei Generationen, bevor wieder krautige Sommerwirte angeflogen werden.
Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen
Vorbeugende Maßnahmen
- Jungpflanzen einen Wachstumsvorsprung verschaffen: frühe Aussaat, Wahl früher Sorten, Förderung der Jugendentwicklung
- Wirtspflanzen der Blattläuse (zum Beispiel Samenrüben, Beikräuter, Raps) in der Nähe sensibler Kulturen meiden
- Es gibt zahlreiche natürliche Feinde der Grünen Pfirsichblattlaus im Freiland. Hierzu zählen beispielsweise verschiedene Schlupfwespen, Marienkäfer und Raubwanzen, Larven von Schwebfliegen, bestimmte Gallmücken und Florfliegen. Daneben wird die Grüne Pfirsichblattlaus auch von Pilzen der Gattung Entomophthora parasitiert. Alle Maßnahmen zur Nützlingsförderung durch Saumbiotope (Hecken und Raine) sind auszunutzen.
Biologische Bekämpfung mit Nützlingen in Gewächshäusern
Folgende Nützlinge können vor Allem in Gemüsekulturen unter Glas gegen Blattläuse eingesetzt werden, und werden teilweise in Kombination angeboten:
- Schlupfwespen Aphidius spp., sowie Aphelinus spp., Ephedrus cerasicola, Lysiphlebus testaceipes und Praon volucre
- Zweipunkt-Marienkäfer Adalia bipunctata und Siebenpunkt-Marienkäfer Coccinella septempunctata
- Florfliegen Chrysoperla carnea
- Gallmücken Aphidoletes aphidimyza (VVoraussetzung feuchtes Substrat vorhanden, keine Tröpfchenbewässerung)
- Hain-Schwebfliege Episyrphus balteatus (Einsatz an nicht behaarten Pflanzen, geeignet um große Blattlauskolonien zu bekämpfen)
- Raubwanzen Macrolophus caliginosus, M. pygmaeus (geeignet für behaarte Pflanzen), oder Orius majusculus
Direkte Bekämpfung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln
Die Schadensschwelle liegt bei zwei bis drei geflügelten Blattläusen pro 25 Pflanzen.
- Im Ackerbau können an Leguminosen Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kali-Seife allgemein gegen saugende Insekten eingesetzt werden.
In Gemüse- und Obstkulturen, frischen Kräutern und Zierpflanzen sind darüber hinaus zugelassen:
- Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Pyrethrinen und Rapsöl (im Obstbau Einschränkung auf Kernobst, Brombeere, Himbeere, Johannisbeere, Pflaume, Kirsche).
- Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Rapsöl sind im Obstbau auf Kernobst und Steinobst beschränkt.
- Pflanzenschutzmittel auf Basis von Neem können an verschiedenen Fruchtgemüsen, Kohl- Zwiebel- und Spinatarten, frischen Kräutern und Arzneipflanzen eingesetzt werden.
Letzte Aktualisierung 22.10.2010
