Walnuss regional entwickeln: Kooperationen von Anbau bis Vermarktung
71083 Herrenberg
Bei sonnigem Wetter sind die zahlreichen, gelbstreifigen oder schwarzblauen Käfer auf den Pflanzen zu finden. Sie sind zwei bis drei Millimeter lang und unterscheiden sich ja nach Art in ihrer Färbung:
Die Beine sind je nach Art teilweise gelb gefärbt. Mit Hilfe ihrer kräftigen Hinterschenkel springen die Erdflöhe bei Berührung weg. Die Keim- und Laubblätter werden siebartig durchlöchert, teilweise verursachen die Käfer durch Schaben auch einen Fensterfraß. Die Larven sind vier bis sieben Millimeter lang, schmutzig-weiß mit kleinen dunklen Punkten und drei Beinpaaren. Der Kopf und eine Platte am Hinterleib sind dunkelbraun bis schwarz.
In Abhängigkeit von der Art minieren die Larven in den Blättern und Blattstielen oder leben von den Pflanzenwurzeln beziehungsweise der Rübe von Rettich und Radieschen. Dort hinterlassen sie braune Fraßgänge. Beim Rettich treten Fraßgänge bis in 30 Zentimeter Bodentiefe durch die Larven des Gewelltstreifigen Kohlerdflohs auf.
Auch die deutlich größeren Rapserdflöhe befallen Kohlgemüse und Rettiche, sie sind drei bis fünf Millimeter lang und bevorzugen überwinternde Kreuzblütler-Arten, da ihre Larven Großteils im Herbst schlüpfen.
Die Kohlmotte führt zu einem ähnlichen Fenster- und Lochfraß an Kohlblättern.
Die ersten Larvenstadien der Rübsenblattwespe können von der Blattunterseite einen Lochfraß an den Blättern verschiedener Kreuzblütler verursachen, der dem der Kohlerdflöhe stark ähnelt. Die wirksamste Bekämpfung stellen hier ebenfalls Kulturschutznetze dar. Eine nähere Beschreibung gibt das FiBL.
Neben Rettich und Radieschen werden Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler wie verschiedene Kohlarten, Kohlrüben, Rucola und Raps von den Blattkäfern befallen.
Meist sind die Blattschäden durch die Käfer nicht ertragswirksam, aber junge Keimlinge können zerstört werden. Auch wenn Kohle während der Kopfbildung befallen werden wird diese gestört. Besonders an Rucola und Chinakohl wird die Qualität gemindert. Kohlerdflöhe sind Überträger des Turnip yellow mosaic virus (TuMV) und des Radish mosaic virus (RaMV). Fraßschäden begünstigen zudem den Befall mit der Umfallkrankheit.
Durch Miniergänge der Larven in Wurzeln und Stielen kommt es bei Trockenheit teilweise zu Wachstumsstockungen. Zudem leidet die Qualität von Rettich und Radieschen.
Die Käfer überwintern im Boden und wechseln im Frühjahr etwa ab Ende April in die Bestände von Kreuzblütlern. Die Weibchen legen ihre Eier überwiegend in den Boden ab. Im Juli erscheinen die Jungkäfer, die dann im Herbst in die Winterquartiere abwandern. Es können zwei Generationen im Jahr auftreten.
Der Befall und seine Auswirkungen sind bei Trockenheit am größten. Zu den natürlichen Feinden zählen Laufkäfer und Schwebfliegenlarven, welche sich von Eiern und Larven ernähren. Auch räuberische Kleinsäuger wie Spitzmäuse und Igel fressen die Schädlinge.
Da Kohlerdflöhe schwer durch Pflanzenschutzmittel zu bekämpfen sind, sind vorbeugende Maßnahmen, insbesondere die Netzabdeckung, von entscheidender Bedeutung, insbesondere während der Jugendentwicklung etwa im Juni und bei trockener Witterung.
Pflanzenschutzmittelbehandlungen gelten nur bei mehrmaliger Anwendung als wirksam.
Überprüfen Sie bitte unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsvorschriften, zum Beispiel auf www.pflanzenschutz-information.de!
Letzte Aktualisierung 09.12.2019