Warnke Agrar: Citizen Science - AgroforstMonitoring
39517 Tangerhütte
Beginnend mit dem Entfalten der jungen Blättchen sind auf der Blattoberseite blasig aufgewölbte Pocken zu sehen. Diese nehmen bei Weiß- und Rotweinsorten jeweils grüne beziehungsweise rote Verfärbungen an. An der Blattunterseite befindet sich weißes bis bräunliches Filzgewebe in den Pockenausstülpungen. Bei starkem Befall ist die gesamte Blattunterseite durch Filzgewebe bedeckt. Dieses Schadbild wird auch als Filzkrankheit bezeichnet.

Der Befall an Knospen ist seltener. Die Knospen treiben nicht aus und sterben ab, oder es entwickeln sich Kümmertriebe. Die zirka 0,15 Millimeter großen, weißlichen Milben sind nur mit einer Lupe erkennbar. Auf Gescheinen ist weißlicher Haarfilz zu finden.
Die Milben treten nur selten schädlich auf. Meistens sind nur die unteren Blätter und bei starker Vermehrung im Sommer die Geiztriebblätter befallen. Gescheinsbefall führt zu Verrieselung. Die Beerenqualität wird nicht beeinträchtigt. Durch die Tolerierung eines moderaten Blattgallmilbenbefalls kann die Raubmilbe Typhlodromus pyri wirkungsvoll gefördert werden.
Die Überwinterung erfolgt als erwachsene Milben hauptsächlich unter den Knospenschuppen. Im Frühjahr beginnen die Milben ab dem Knospenschwellen am Phloem zu saugen. Es können bis zu sieben Generationen pro Jahr auftreten.
Die Regulierung der Blattgallmilbe ist nur ausnahmsweise notwendig.
Letzte Aktualisierung 08.01.2019