HEU-HEINRICH: Bergwiesenfest
98724 Neuhaus am Rennweg OT Scheibe-Alsbach
Der Körper der Apfelblattlaus ist einheitlich hell- oder dunkelgrün und 1,3 bis 2,3 Millimeter lang. Beine und Hinterleibsröhren sind schwarz, die Fühler relativ kurz. Geflügelte Formen treten den ganzen Sommer über auf und sind großteils schwarz mit grünlichem Hinterleib. Ab Mitte Mai bis in den September finden sich dichte Kolonien bevorzugt auf der Blattunterseite an Bäumen mit starkem Wuchs.
Bei Befall mit Apfelblattläusen rollen sich die Blätter leicht ein und Triebspitzen können verkümmern. Die üppigen Honigtauausscheidungen der Läuse fördern das Wachstum von Rußtaupilzen in der Nähe der Kolonien. Seltener können befallene Blütenbüschel welken und befallene junge Äpfel leichte Verformungen ausbilden. Starker Befall von Jungbäumen führt zu gestauchtem Wuchs.
Je nach Jahreszeit besiedeln verschiedene Blattlausarten die Obstbäume:
Apfelgrasläuse haben eine ebenfalls grüne Körperfarbe, diese weist aber leichte hell-/dunkelgrüne Längsstreifung auf. Ihre Beine und Hinterleibsröhrchen sind im Gegensatz zur Apfelblattlaus von heller Farbe. Sie treten vom Austrieb bis zum Ende der Vollblüte auf und verursachen durch diese kurze Besiedelungszeit keine relevanten Schäden.
Mehlige Apfelblattläuse und Apfelfaltenläuse sind von bräunlicher bis gräulicher Körperfarbe.
Die Grüne Apfelblattlaus befällt Apfel- und Birnbäume sowie Rosen und einige weitere Ziergehölze. Problematisch ist die Grüne Apfelblattlaus vor allem in der Baumschule, da stark befallene Jungbäume unter Wuchsverformungen leiden können. In Ertragsanlagen ist sie meist erst schädlich, wenn Honigtau und infolge Rußtaupilze die Früchte beschmutzen. Gerade im Spätsommer kann man gegenüber der Grünen Apfelblattlaus toleranter sein, weil die Kolonien stark parasitiert werden.

Stammmütter der Grünen Apfelblattläuse schlüpfen um die Blütezeit aus den schwarzen Wintereiern, die in größeren Gruppen besonders an den Triebspitzen liegen. Sie vermehren sich ohne Befruchtung, so dass ab Ende April größere Kolonien mit sowohl geflügelten als auch ungeflügelten Tieren auftreten. Im Sommer verbreiten sich die geflügelten Tiere und besiedeln weitere Obstgehölze. Sie wechseln nicht den Wirt sondern verbleiben am Baum. Im September paaren sie sich, um befruchtete Wintereier zu produzieren, die auf Äste und junge Triebe abgelegt werden. Wichtige Gegenspieler sind Schlupfwespen und auch Marienkäfer, Schweb- und Florfliegen und Gallmückenlarven. Die Kolonien werden oft von Ameisen gepflegt.
Spritzungen sind besonders zu Befallsbeginn, vor dem Aufbau größerer Kolonien und deren Schutz durch Blatteinrollungen wirksam. Ob eine Spritzung nötig ist, ist aber stark vom Nützlingsvorkommen abhängig und zeigt sich meist erst im Sommer. Das Auftreten verschiedener Entwicklungsstadien wird auch durch das Modell POMSUM (für mehrere Apfelschädlinge) auf der Basis von Temperaturverläufen berechnet (zur Übersicht der Vorhersagemodelle).
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis folgender Wirkstoffe zugelassen:
Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau: Gesunderhaltung der Kulturpflanzen im Ökologischen Apfelanbau. Broschüre über in der Praxis angewandte Maßnahmen und den Stand der Forschung zur Regulierung verschiedener Apfelschaderreger.
Letzte Aktualisierung 09.10.2018