HEU-HEINRICH: Bergwiesenfest
98724 Neuhaus am Rennweg OT Scheibe-Alsbach
Triebe mit Belag aus runden (Weibchen) oder ovalen (Männchen), aufgewölbten Schildchen. Die Schildchen sind bis zu zwei Millimeter breit, bei jungen Larven weißlich, später braun bis schwarz und das Tier darunter gelb. Von Juni bis Oktober befinden sich 0,2 Millimeter kleine, gelbe, frei bewegliche Junglarven (Crawler) und sogenannte Weißpünktchen (frisch ausgebildete Wachschildchen) an den Befallsstellen. Zu dieser Zeit werden auch Blätter und Früchte befallen. Um die festgesaugte Schildlaus entsteht eine Rotfärbung, die sehr gut an den Früchten, aber auch an Ästen und Zweigen zu sehen ist. Einzelne Triebe welken und sterben ab. An abgeschnittenen Zweigen werden rötliche Verfärbungen am Bastgewebe erkennbar.
Die Austernschildlaus (Quadraspidiotus ostraeformis) ist optisch ohne Mikroskop nicht von der San-José-Schildlaus zu unterscheiden. Sie verursacht aber keine rötliche Verfärbung der befallenen Gewebe und ist kaum schädlich.
Die San-José-Schlidlaus tritt Deutschlandweit an den meisten Obstgehölzen, also Verwandten von Apfel, Birne, Kirsche, Holunder und Johannisbeere, sowie vielen Ziergehölzen auf. Vor allem wärmere Anbauregionen sind gefährdet. Ganze Astpartien können durch Befall und dadurch verursachte Welke betroffen sein und dadurch die Bäume geschwächt werden. Das Auftreten der Art ist meldepflichtig (Pflanzenschutzamt) und hat zur Folge, dass Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, befallene Baumschulpflanzen müssen vernichtet werden. Befallene Früchte müssen nicht vernichtet, können jedoch meist nicht mehr als Tafelobst vermarktet werden (Nulltoleranz).

Diese aus Asien eingeschleppte Schildlaus überwintert im ersten Larvenstadium an Ästen und Zweigen. Ende März beginnen die Junglarven weiter zu wachsen. Während die geschlechtsreifen Weibchen unbeweglich unter ihrem Schild bleiben, fliegen die Männchen im Mai aus.
Nach der Begattung gebären die Weibchen bis zu 200 gelbgefärbte Jungläuse. Anfang Juni kann man diese zitronengelben Läuse ohne Schild am Holz beobachten. Die Verbreitung der freibeweglichen Jungläuse erfolgt durch Wind, Vögel und Insekten. Der Handel mit Baumschulwaren führt jedoch zur größten Ausbreitung des Schädlings. Sie saugen sich dann in geringer Entfernung von der Mutter fest und bilden auch ein Schild aus, unter dem sie ihre Larvalentwicklung fortführen. Nach 33 bis 40 Tagen sind sie etwa im Juli ebenfalls fortpflanzungsreif. Meist treten zwei Generationen im Jahr auf.
Befallsfeststellung: Im Frühjahr werden Astproben auf überwinternde Läuse hin untersucht.
Es sind Pheromonfallen verfügbar, um Flugaktivität der Männchen festzustellen und überwachen und damit die Entstehung der Jungläuse (Crawler) vorherzusagen. Die kleinen, gnitzenartigen Männchen sind nur bei genauer Prüfung auf der Klebfläche der Falle zu erkennen. Nach dem ersten Auftreten ist etwa 10 bis 14 Tage später (bei 20 oder 12 Grad) mit dem Höhepunkt des Auftretens von Crawlern zu rechnen. Dies kann durch die Anbringung dunkler Klebestreifen an Probeästen überprüft werden. Dieser Zeitpunkt stellt den empfindlichsten Behandlungszeitpunkt gegen die Tiere dar.
Stark befallene, bereits abgehende Gehölze sollten entfernt und vernichtet werden. Beim Schnitt können stark befallene Äste und Kronenpartien entfernt oder ausgelichtet werden.
In gefährdeten Anlagen ist schon bei geringem Vorjahresbefall eine Austriebsspritzung mit Öl ratsam. Das Öl bildet einen Film auf den Schildläusen unter dem sie ersticken. Die schildlosen Jungläuse sind besonders sensibel. Zugelassen sind Pflanzenschutzmittel auf Basis von Rapsöl in Zwetschge und Pflaume gegen Schildlaus-Arten, Spritzungen mit Mineralöl gegen Milbenarten haben eine Zusatzwirkung gegen Schildläuse.
Letzte Aktualisierung 02.10.2018