Schoderhof: Bauernhofepoche
88289 Waldburg
Zu den Traubenwicklern zählen zwei Arten von Kleinschmetterlingen (Motten), die meist gemeinsam auftreten. Der Einbindige Traubenwickler ist strohfarben mit einer dunklen Binde quer über die Vorderflügel. Der Bekreuzte Traubenwickler ist grau und braun gezeichnet, teilweise ist ein diagonales Kreuz in der Flügelzeichnung erkennbar. Beide Arten sind 10 bis 15 mm lang, die Flügelenden sind in Ruhestellung nach unten abgeschrägt.
Die Larven der Traubenwickler sind helle Raupen mit dunklem Kopf, die sich in ihrer Färbung leicht unterscheiden: die des Einbindigen Traubenwicklers ist gelbbraun bis cremefarben mit einem fast schwarzen Kopf und Nackenschild. Die des Bekreuzten Traubenwicklers ist hellgelb, grünlich oder violettblau mit rehbraunem Kopf und Nackenschild. Sie erreichen eine Länge von zwölf Millimetern.
Die erste Generation des Traubenwicklers wird als Heuwurm bezeichnet: im Juni treten Fraßstellen und zarte Gespinstfäden an den Gescheinen auf. Oft sind mehrere Blütenansätze oder Beeren miteinander versponnen. Die zweite Generation befällt die sauren Beeren und wird Sauerwurm genannt: ab Juli sind Bohrlöcher und ausgefressene Beeren zu finden, oft sind ganze Beerengruppen zerstört. Nachfolgend werden die Trauben oft von Grauschimmel befallen. Bei warmem Herbstwetter kann eine dritte Generation auftreten, die die schon süßen Beeren befällt und daher als Süßwurm bezeichnet wird.
Der Schaden, den die erste Generation des Traubenwicklers (Heuwurm) verursacht, ist meist gering. Der Hauptschaden entsteht durch die Schädigung der Trauben durch die zweite Larvengeneration (Sauerwurm) und den Folgebefall mit Essigfäule und Grauschimmel. Hohe Schäden entstehen daher vor Allem bei feuchtem Wetter nach dem Sauerwurmbefall.
Neben der Weinrebe befällt der Bekreuzte Traubenwickler auch viele wilde Laubgehölze sowie Johannis- Stachel- und Brombeeren, verursacht aber keine wirtschaftlichen Schäden. Der Einbindige Traubenwickler kommt nur auf Weinreben vor.

Der Bekreuzte Traubenwickler bevorzugt warme, trockene Standorte und ist in südlichen Anbauregionen stärker verbreitet.
Die Traubenwickler überwintern als Puppen unter der Rinde. Sobald die Gescheine der Rebe voll entwickelt sind, fliegen die Falter der ersten Generation. Während der bis zu fünfwöchigen Flugzeit im Mai paaren sie sich und legen die Eier hauptsächlich auf die Gescheine ab. In der Vorblütezeit schlüpfen dann die Larven, die einzelne Blütenknospen zusammenspinnen und anfressen. Nach etwa drei Wochen Entwicklungsdauer verpuppen sie sich in der Nähe der Gescheine.
Ab Anfang Juli tritt die zweite Generation des Traubenwicklers auf, der die Eier auf die Beeren ablegt. Die Larven schlüpfen nach vier bis acht Tagen und bohren sich in die Beeren ein. Nach drei bis vier Wochen Fraßtätigkeit verpuppen sich die Larven in Rindenritzen. In Jahren mit besonders warmem Herbst kann sich eine dritte Generation der Traubenwickler entwickeln und zusätzliche Falter im Folgejahr hervorrufen.
Verwirrtechnik: Ausbringung von Pheromondispensern vor Beginn des Falterfluges an Drähte oder Rebteile. Es sind regional Förderprogramme für den Pheromoneinsatz verfügbar, und Anwendungsgemeinschaften ermöglichen eine großflächige Anwendung über mehrere Weinberge hinweg. Wesentliche Bedingungen:
Hinweise zur Anwendung von Bacillus thurinigiensis-Präparaten:
www.vitipendium.de: Detaillierte Bilder und Anwendungsempfehlungen zu Bacillus thuringiensis und Verwirrtechnik
Letzte Aktualisierung 10.01.2019