Anforderungsprofil für in Deutschland ökologisch angebauten Speisemais

Die steigende Nachfrage nach glutenfreien Speisemaisprodukten trifft auf Wissenslücken bei der Sortenwahl, Verarbeitungseignung und Ernährungsqualität, weshalb Bio-Mais aus dem Ausland häufig importiert wird. Das Vorhaben verknüpfte die Anforderungen der heimischen Lebensmittelverarbeitung mit den agronomischen und ernährungsrelevanten Eigenschaften verschiedener Sortentypen und Maissorten und leitete daraus ein detailliertes Anforderungsprofil für Anbau und Verarbeitung ab.

Empfehlungen für die Praxis

Anbau

Die Wahl der richtigen Sorte ist entscheidend. Zu empfehlen sind Sorten und Populationen mit Korntyp Hartmais einschließlich hartmaisähnlichem Zwischentyp. Zusätzlich kommt es auf eine rasche Jugendentwicklung und schnelle Unkrautunterdrückung, eine sichere Abreife und geringe Bruchkorn- und Fusarienanfälligkeit an (gegebenfalls frühere Ernte). Die Grenzwerte für Mykotoxine sind deutlich strenger im Vergleich zu Futtermittel.

Verarbeitung und Vermarktung

Hartmaisbetonte Sorten mit hohem Anteil an Grits- (> 4 mm) und Grießausbeute (> 0,3 mm) sind besonders geeignet. Große, runde Körner mit geringer Rissbildung sind von Vorteil. Produkte mit Keimling erhöhen den Nährwert und bieten neue Absatzchancen. Aktuell bevorzugen Konsumenten sattgelbe bis orange Kornfarben. Bunte Maissorten werden noch nicht akzeptiert und erfordern zudem ein separates Handling in der Verarbeitungskette. Mais ist ein gesundes und wertvolles Lebensmittel mit besonderen Inhaltsstoffen. Das Potential für die Entwicklung neuer, gesunder Produkte sollte genutzt werden.

Züchtung

Eine gezielte Züchtung hartmaisbetonter Speisemaissorten mit Fokus auf wertgebende Inhaltsstoffe ist erforderlich.


“Ein sehr hilfreiches Projekt für den Speisemaisanbau in Deutschland” (Dr. Sprich – Cornexo GmbH)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 02.09.2026

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