Bio im Alltag


Saisonales Biogemüse: Frisch, günstig und nachhaltig

Grünerspargel. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Frisch geernteter Grünspargel. Foto: dulezidar / iStock / Getty Images

Im zeitigen Frühjahr macht sich Biogemüse aus heimischen Landen rar: Im März gibt es noch winterliche Feldsalate, Chicorée und Kohlsorten. Lagergemüse wie Zwiebeln, Rote Beete und Möhren ergänzen das heimische Angebot. Als erstes frisches Freilandgemüse sprießt in unseren Breiten im April der Spargel aus dem Boden. Knapp fünf Prozent der deutschen Ernte stammen aus ökologischer Erzeugung. Das bedeutet beim Spargel wie bei allen anderen Biogemüse, dass keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Um das Unkraut besser hacken zu können, sind die Abstände zwischen den Spargeldämmen breiter. Weitere Besonderheiten des Bio-Spargelanbaus (Audio-Beitrag von Bioland).

Ab Mai folgen Spinat sowie erste frische Blattsalate. Das konventionelle Frühjahrsgemüse kommt meist eher auf den Markt, da es verstärkt im Treibhaus angebaut wird. Inzwischen nutzen auch Biobäuerinnen und Biobauern das geschützte Frühbeet und den Anbau unter Glas oder Folie, um früher zu ernten.

Im Frühjahr haben Saison: Feldsalat, Chicorée, Kopfsalat, Rhabarber, Radieschen, Spargel, Spinat.

Im Sommer haben Salate und Tomaten Hochsaison

Mangold auf dem Feld. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Mangold ist ein typisches Biosommergemüse. Quelle: Dominic Menzler, BLE

Im Sommer haben wir eine reiche Auswahl an Biogemüse: von Bohnen über Gurken und Tomaten bis hin zu Zucchini. Salate werden jetzt vermehrt auf dem Feld angebaut. Die bunte Salatpalette besteht aus rotem und grünem Eichbergsalat, Lollo Rosso, Radicchio und Kopfsalat. Um Krankheiten vorzubeugen und den Boden nicht auszulaugen, achten Biogemüsebetriebe besonders auf die Fruchtfolge: Pro Jahr sollten nicht mehr als zwei Salatkulturen nacheinander angebaut werden. Nach einem Jahr empfiehlt sich eine Anbaupause von zwei bis drei Jahren. Gegen häufig auftretende Blattläuse helfen Marienkäfer und Schlupfwespen oder Schmierseife.

Biogärtnerinnen und Biogärtner bieten ihrer Kundschaft mehr Vielfalt: sie entdecken vergessene Gemüsearten wie Mangold neu oder graben immer wieder alte Sorten aus. Zum Beispiel die große, lecker schmeckende Tomate Ochsenherz.

Im Sommer haben Saison: Auberginen, Bohnen, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Eisbergsalat, Fenchel, Frühkartoffeln, Gurken, Kohlrabi, Kopfsalat, Lollo Rosso, Mangold, Radieschen, Rauke, Sellerie, Spinat, Tomaten, Zucchini.

Der Herbst bringt reiche Gemüseernten

Verschiedene bunte Kürbisse. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Biobetriebe bieten eine bunte Auswahl an Zier- und Speisekürbissen. Foto: Jutta Schneider-Rapp

Im Herbst bleibt das Gemüseangebot vorerst reichhaltig. Viele Sommerarten wie Blumenkohl, Brokkoli, Lauch, Rettich und Sellerie gedeihen bis in den Oktober hinein. Ab Oktober kommt dann das klassische Herbstgemüse auf den Markt: Rote Bete, Speisemais und vor allem Kürbis. Den beliebten Hokkaido haben übrigens auch Biobäuerinnen und Biobauern für den heimischen Anbau entdeckt. Für viele Kohlarten beginnt die wichtigste Saison. Das gilt auch für Wurzelgemüse wie Pastinaken, Topinambur und Möhren. Letztere sind ein ideales Biogemüse, da sie vergleichsweise wenig Nährstoffe brauchen. Meist reicht es aus, wenn vor ihrem Anbau Leguminosen wie Klee auf dem Feld Stickstoff gesammelt haben. Bei Bedarf bekommen sie zusätzlich organischen Handelsdünger.  Denn mineralische Stickstoffdünger sind ja im Ökolandbau tabu.

Im Herbst haben Saison: Chinakohl, Endiviensalat, Fenchel, Gemüsemais, Kartoffeln, Kürbis, Lauch (Porree), Meerrettich, Pastinaken, Petersilienwurzel, Rote Beete, Rotkohl, Spinat, Spitzkohl, Topinambur, Weißkohl, Wirsing, Zwiebeln.

Wintergemüse feiert in der Bioküche Comeback

Verschiedene Gemüsesorten im Laden. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Naturkostläden bieten auch im Winter heimisches Biogemüse an. Foto: Thomas Stephan, BLE

Selbst im Winter gibt es einiges zu ernten: allerlei Kohlgemüse von China- bis zu Rotkohl, aber auch Salate wie Chicorée und Feldsalat. Da in Herbst und Winter vermehrt Pilzkrankheiten wie Mehltau auftreten, setzen Biogemüsebetriebe auf robuste Sorten.

Grünkohl, Rosenkohl und Steckrüben entfalten nach dem ersten Frost ein besonders volles Aroma. Grünkohl und Rosenkohl enthalten beispielsweise ähnlich viel Vitamin C wie Orangen und Paprika.

Das heimische Gemüse bietet auch Vorteile für die Umwelt. Vom Feld bis in den Einkaufskorb legt es nur kurze Transportwege zurück. Biobetriebe legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Daher ist das Angebot an Wintergemüsen in Bioläden, bei Abo-Kisten-Betrieben und auf dem Wochenmarkt besonders groß. Ein weiteres Plus: Das meiste Wintergemüse lässt sich nach der Ernte auch völlig problemlos einlagern.

Im Winter haben Saison: Chicorée, Grünkohl, Feldsalat, Postelein, Rotkohl, Steckrüben, Weißkohl

Info-Kasten Lagergemüse

Fast das ganze Jahr über können wir sogenanntes Lagergemüse wie Möhren und Zwiebeln sowie Kartoffeln aus heimischen Bioanbau kaufen. Das sind die Bestseller an Biogemüse. Rote Beete und Lauch lassen sich ebenfalls gut lagern und sind lange verfügbar. Champignons und andere Zuchtpilze haben das ganze Jahr Saison.

Bei vielen anderen Gemüsesorten deckt – unabhängig von der Saison – das heimische Angebot längst nicht den Bedarf. Aufgrund der ganzjährigen Nachfrage werden beispielsweise 90 Prozent der Biopaprika und selbst 40 Prozent der Biomöhren importiert.


Letzte Aktualisierung: 09.09.2019