Bei einer konventionellen Soja-Bolognese mit Dinkelnudeln liegt der Wareneinsatz pro Portion bei rund 98 Cent pro Portion. Wenn man alle Lebensmittel in Bio-Qualität einkauft, steigen die Kosten pro Gericht um rund 20 Cent auf rund 1,18 Euro. Wer nur Sojaschrot, Dinkelnudeln und die Gewürze (Basilikum, Oregano) in Bio-Qualität einsetzt, muss mit einem Wareneinsatz in Höhe von 1,06 Euro rechnen. Mit schlanken Mehrkosten in Höhe von knapp 8 Cent pro Portion lässt sich somit ein monetärer Bio-Anteil in Höhe von gut 82 Prozent erreichen.
Bio-Produkte schrittweise einführen
Diese Beispiele sind nur Einzelfälle und jede Küche muss jeweils für sich aktuelle Preise einholen und vergleichen. Aber die Kalkulationen zeigen das Prinzip: Die schrittweise Einführung von Bio-Lebensmitteln ist ein wichtiger Ansatz, um etwaige Mehrkosten beim Einkauf im Griff zu behalten. Es liegt nahe, zunächst mit solchen Lebensmitteln zu beginnen, bei denen die Preisunterschiede zwischen "biologisch" und "konventionell" nicht zu groß sind. Das sind tendenziell eher pflanzliche Produkte. Bei tierischen Produkten sind die Preisunterschiede meist größer und fallen deshalb im Wareneinsatz stärker ins Gewicht. Die folgende Liste ist eine grobe, aber keine strenge Reihenfolge für die Umstellung in den Küchen:
- Getreideprodukte und andere Nährmittel
- Saisonales Obst und Gemüse
- Fette, Öle und Gewürze
- Milch und Milchprodukte
- Eier, Fleisch- und Wurstwaren
Mehrkosten und Mehrwerte
Letztlich muss jede Küche für sich herausfinden, bei welchen Lebensmitteln sie mit der Umstellung auf Bio beginnen will. Entscheidend sind immer die individuellen und aktuell vorliegenden Voraussetzungen: Wie sind konkret bei mir die Preisunterschiede und die Verfügbarkeiten bei den einzelnen Produkten? Gibt es vielleicht noch andere Aspekte für die Auswahl? So stellen viele Küchen auch gerne gleich die Frischeprodukte um, weil sie sich davon einen geschmacklichen Unterschied versprechen. Auch biologische Gewürze und Öle punkten durch einen intensiveren Geschmack, so dass sich unter Umständen die Einsatzmengen bei der Umstellung auf Bio reduzieren lassen. In jedem Fall sichern sich die Küchen beim Einsatz von Bio-Lebensmitteln einen Mehrwert, der am Ende bei den Tischgästen ankommt.