Birkenhof: Tier auf dem Bauernhof
57234 Wilnsdorf
Durch Laubbefall mit Krautfäule treten Blattflecken auf, die anfangs gelblich-dunkelgrün bis grau-braun und wasserdurchtränkt sind. Sie sind unscharf vom gesunden Gewebe abgegrenzt, später werden sie braun und trocknen aus. Auf der Blattunterseite ist ein weißer Pilzrasen am Übergang zum noch gesunden Blatt zu finden. Befallene Stängelteile verfärben sich dunkelbraun, bevor sie durch den Pilz zerstört werden. Der Pilz schädigt von außen nach innen. Auch hier kann sich ein weißer Pilzrasen bilden.
Werden Knollen mit Knollenfäule (auch Braunfäule) befallen, bilden sich unregelmäßige, graubraune Flecken auf, die sich im weiteren Krankheitsverlauf verhärten und leicht einsinken. Im Innern der Knolle treten braune Verfärbungen ohne Abgrenzung zum gesunden Gewebe auf. Braunfaule Knollen werden oft zusätzlich von Nass- oder Trockenfäuleerregern befallen.
Dürrfleckenkrankheit führt zu ähnlichen Blatt- und Knollensymptomen, ihre Flecken sind stärker vom gesunden Gewebe abgegrenzt und weisen konzentrische Ringe auf.
Die Erkrankung eines Bestandes geht zuerst von befallenen Knollen in Pflanzgut oder Abfallhaufen aus, in denen der Pilz überwintert. Eine hohe Luftfeuchtigkeit (mehr als 80 Prozent) und Temperaturen von 8 bis 12 Grad begünstigen die Pilzerkrankung, über 21 Grad entwickelt sie sich nicht weiter. Das Pilzgewebe wächst in den Sprossen und tritt durch die Spaltöffnungen an der Blattunterseite wieder aus. Dort werden ungeschlechtliche Vermehrungskörper (Sporangien) gebildet, die durch Wind und Regen verbreitet werden. Bei Temperaturen über 15 Grad keimen die Sporen direkt, bei niedrigeren Temperaturen und hoher Feuchtigkeit setzen sie mehrere bewegliche Zoosporen frei, die zu einer besonders starken Ausbreitung des Pilzes führen. Durch eine Vielzahl von Generationen und Neuinfektionen innerhalb einer Vegetationsperiode entsteht so eine Krautfäule-Epidemie. In Hitzeperioden über 30 Grad kann die Krankheitsausbreitung durch Eintrocknen der Blätter natürlich gestoppt werden.
Für die sexuelle Vermehrung benötigt der Pilz zwei Paarungstypen, die mittlerweile in fast allen Ländern auftreten.
Die Knollen werden meist über eine Schmierinfektion während der Ernte angesteckt, wenn verletzte oder nicht schalenfeste Knollen mit infiziertem Boden, Maschinenteile oder Knollen in Berührung kommen. Auch während des Wachstums können starke Niederschläge die Zoosporen vom Kraut in die Erde spülen und so Knollen infizieren, dies verursacht die sogenannte Knollen- oder Braunfäule. Ein schnelles Absterben der Bestände reduziert die Gefahr von Knolleninfektionen erheblich, ein langanhaltender leichter Krautfäulebefall erhöht die Gefahr entsprechend.
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Feldhygiene und Standortwahl
Vorbeugung durch Sortenwahl
Vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen:
Mit Pflanzenstärkungsmitteln konnte häufig keine oder nur eine geringe befallsverzögernde Wirkung festgestellt werden.
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Kupferhydroxid und Kupferoxychlorid zugelassen. Als Kontaktfungizid kann Kupfer nur präventiv vor neuen Infektionen des Blattes schützen, aber einen etablierten Blattbefall nicht bekämpfen. Die Anwendungshäufigkeit und Aufwandmengen sollten so weit wie möglich reduziert werden, um kosteneffizient zu sein und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Als Alternativen können bei leichtem Befall oder im Wechsel mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln solche auf Basis von COS-OGA, Orangenöl, oder Pythium oligandrum angewendet werden. Hier muss aber die Kosten-Nutzen-Relation sorgfältig abgeschätzt werden.
Letzte Aktualisierung 01.09.2025