Bodenfruchtbarkeit im Ökolandbau, tragende Kraft im Klimawandel
72348 Rosenfeld- Isingen
Die Blattstiele junger Pflanzen sind eingeschnürt und die Fiederblätter hängen herab. Bei feuchter Witterung sterben die Pflanzen ab. Ab der Blütenbildung befallene Pflanzen verdrehen sich, Blattstiele knicken ab, Blätter welken. Zunehmend treten braune, eingesunkene vertrocknete Flecken an den Verkrümmungen und an Hülsen auf, die sogenannten Brennflecken. In ihrem Zentrum werden die orangenen Sporenlager des Pilzes sichtbar. Der Befall tritt häufig nesterweise im Feld auf, wenn Saatgut die Infektionsquelle war, spätere gleichmäßigere Verbreitung ist auf Verbreitung von infizierten Pflanzen zurück zu führen.
Die samenbürtige Krankheit hat seit ihrem ersten Auftreten in Deutschland 1995 den Lupinenanbau, und besonders den der anfälligen weißen Lupine, fast zum erliegen gebracht. Durch die Verkrümmungen an Stängeln und Hülsen kann es, besonders bei feuchter Witterung, zu Totalausfällen kommen. Besonders anfällig sind Weiße Lupinen, anfällig sind Gelbe Lupinen und relativ tolerant sind die blauen Schmalblättrigen Lupinen. Schon minimale Infektionen an 0,1 Prozent des Saatguts können zu Ertragsverlusten von 50 Prozent in anfälligen Sorten führen. Doch auch an toleranteren blauen Lupinensorten treten Verluste bis zu 30 Prozent auf.
Der vornehmlich durch Saatgut übertragene Pilz überdauert auf der Oberfläche und im Innern des Samens. Vor Allem bei feuchtwarmer Witterung verbreiten sich die an infizierten Pflanzen produzierten Sporen durch Berührung, Regentropfen und Übertragung mit Maschinen oder Kleidung weiter kleinräumig im Bestand.
Der Pilz toleriert ein weites Spektrum an Temperaturen, verbreitet sich jedoch bei Wärme und lang anhaltender Blattnässe besonders schnell. Der Warndienst des Brandenburgischen Pflanzenschutzdienstes nutzt zudem ein auf Wetterdaten und Pflanzenentwicklung gestütztes Modell zur Anthracnose-Vorhersage.
Letzte Aktualisierung 03.03.2017