Hof Stolze Kuh: Weidebesuch bei unseren Kühen im Nationalpark
16248 Lunow-Stolzenhagen
Die weißen Falter erreichen eine Flügelspannweite von sieben Zentimetern. Die Vorderflügel tragen an der Spitze bis zum äußeren Rand der Vorderflügel eine schwarze Zeichnung. Die Weibchen haben zusätzlich zwei runde schwarze Flecke auf den Vorderflügeln und sind kleiner als die Männchen.
Im Mai bis Juni und im Juli finden sich die leuchtend gelben, mehr als einen Millimeter langen Eier in großen Gruppen an den Blattunterseiten der Pflanzen. Sie sind stumpf-kegelförmig und längs gerippt. Kurz vor dem Schlupf nehmen sie eine orangene Färbung an.
Die Raupen sind zunächst gelb, dann zunehmend grün mit gelben Längsstreifen und schwarzem Kopf. Sie tragen zahlreiche, unterschiedlich große schwarze Flecken und helle Borsten und erreichen eine Länge von mehr als vier Zentimetern . Auch die etwa zwei Zentimeter langen Puppen sind meist grünlich-weiß und schwarz gefleckt. Sie passen sich aber in ihrer Farbe dem Untergrund an. Überwinternde Puppen sind von hellgrauer Grundfarbe.
Anfänglicher Lochfraß der jungen Larven geht später in Skelettierfraß an den Blättern der Pflanzen über. Oft verbleiben nur die Blattrippen an den Pflanzen. Zudem sind die Pflanzen stark durch grün-braune Kotkügelchen verschmutzt.
Der Kleine Kohlweißling ist in allen Entwicklungsstadien kleiner, mit einer kleineren schwarzen Zeichnung der Flügelspitze. Die Eier und Larven treten einzeln auf, die Larven sind gelbgrün mit gleichfarbigem Kopf.
Es werden alle Kohl-Arten, Rucola und Raps geschädigt, mit einer Vorliebe für Weißkohl und Blumenkohl. Befall wurde auch an anderen Kreuzblütlern wie Senf, Rübsen, Rettich und Radieschen, sowie an Wildkräutern wie Hellerkraut und Hederich beobachtet.
Nach dem Schlupf der Falter ab April, legen die Weibchen ab Mai Eier in großen Gruppen an Kohl oder anderen kreuzblütigen Kulturpflanzen sowie Unkräutern ab. Die Falter ernähren sich von Nektar. Die Larven bleiben als Gruppe zusammen.
Nach der Verpuppung bildet sich die zahlreichere, zweite, stark schädigende Faltergeneration, die in großen Schwärmen ausfliegt. Die Eiablage der zweiten Generation erfolgt im Juli und verursacht die stärksten Schäden. Die Entwicklungszeit ist stark temperaturabhängig und reicht von einem Monat (bei 26 Grad) bis zu drei Monaten (bei 14 Grad). Durch die weitern Wanderwege und den Einfluss von Parasiten kann ihr Auftreten von Jahr zu Jahr stark schwanken.
Als natürliche Gegenspieler treten häufig die Brackwespen der Arten Cotesia glomerata und Cotesia rubecula (Gegen Larvenstadien) auf. Deren Eier und Larven entwickeln sich in der Kohlweißlingsraupe, die normal weiter frisst. Erst nachdem die Wespenlarven den Raupenkörper verlassen und sich bei ihm verpuppt haben, verendet diese. Zudem wird das Puppenstadium von der Puppen-Erzwespe Pteromalus puparum und das Eistadium von Zwergwespen der GattungTrichogramma parasitiert. Sie verhindern die Entwicklung einer Kohlweißlingsraupe aus dem parasitierten Ei oder der Puppe. Auch krankheitserregende Pilze und Bakterien treten auf.
Durch chemische Abwehrstoffe sind die Raupen vor Vögeln und anderen Fraßfeinden geschützt. Allerdings bremsen insbesondere parasitoide Wespen ihre Vermehrung.
Die im Ökolandbau anwendbaren Pflanzenschutzmittel erfordern eine frühe Behandlung: Gegen junge Raupen wirken sie besser und diese werden besser von der Behandlung erreicht. Daher sind regelmäßige Kontrollen erforderlich. Durch Spritzbeine oder Injektionsdüsen werden die im unteren Bereich der Pflanze befindlichen Raupen besser erreicht.
Zweimal wöchentlich sind zehn Pflanzen von Feldrand und -mitte zu kontrollieren. Bei Auftreten von 10 kleinen oder 4 großen Raupen oder von Raupen auf den Innenblättern sollte eine direkte Bekämpfung erfolgen.
Überprüfen Sie bitte unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsvorschriften, z. B. auf www.pflanzenschutz-information.de
Youtube: Videoaufnahme der Parasitierung einer Kohlweißlingsraupe durch die Kohlweißlingsschlupfwespe
Letzte Aktualisierung 09.12.2019