Authentico. Bioland Imkerei: Bergische Gartentour 2026
51545 Waldbröl
Von Mitte Mai bis Ende August treten die Falter des Apfelglasflüglers meist nachts, gelegentlich auch tagsüber auf. Sie sind bis zu zwei Zentimeter lang und haben einen schwarzblauen Körper mit einem orange-roten Querband auf dem Hinterleib. Das Hinterleibsende trägt büschelige Fransen. Die Flügel sind häutig durchscheinend mit dunkel beschuppten Adern, Rändern und einem dunklen Querband auf den Vorderflügeln (Diskalfleck). Die Flügelränder haben einen braunen Fransensaum.
Die gelblich-weißen, bis zu 25 Millimeter langen Raupen haben eine braune Kopfkapsel und ein braunes Nackenschild. Sie leben im Holz und unter der Rinde.
Im Bereich von Krebsstellen oder sonstigen Wunden, an Veredlungsstellen und am Ansatz der Wurzeläste findet man Einbohrstellen, teilweise mit Bohrmehl- oder Kotkrümelaustritt. Häufig sieht man auch die Ausbohrstellen der geschlüpften Falter mit der braunen Puppe oder einer leeren Puppenhülle. Die Rinde ist dunkel verfärbt und das Holz darunter zerfressen.
Apfelglasflügler befallen Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen. Der Raupenfraß kann die Bäume schwächen, insbesondere wenn der gesamte Stammumfang beschädigt wird. Die Bäume sind anfällig für Trockenstress und Sekundärinfektionen an den Wunden wie Obstbaumkrebs und Gloeosporium-Fruchtfäule.
Gefährdet sind insbesondere Altanlagen, bodenmüde Standorte, sehr schwach wüchsige Unterlagen und Jungpflanzen. Auch Unterlagen mit vielen Luftwurzeln bieten optimale Befallsherde. In gesunden, vitalen Anlagen sind die Schäden durch Glasflügler dagegen unbedeutend.
Bei älteren Bäumen besetzt der Apfelglasflügler zum Teil auch Rindenritzen und Schnittstellen im Kronenbereich, also Wunden die für eine Regulierung nicht erreicht werden können und durch die Bäume mit Harz verschlossen werden.
Der Flug ist im Juli am stärksten. Die Weibchen legen ihre Eier an Rindenritzen, Wurzelfeldern der Unterlage und verletzten Stellen ab. Daraus schlüpfen die Larven, die sich unter die Rinde bohren. Dort bleiben sie bis zum Frühjahr des nächsten oder übernächsten Jahres. Oft leben ein- und zweijährige Raupen gemeinsam in den Befallsstellen. Im Mai und Juni verpuppen sich die Raupen und den Sommer über schlüpfen die erwachsenen Falter. Eine Generation entwickelt sich binnen ein bis zwei Jahren.
Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.
Letzte Aktualisierung 15.05.2018