HEU-HEINRICH: Bergwiesenfest
98724 Neuhaus am Rennweg OT Scheibe-Alsbach
Die Larven verursachen an der Blattunterseite zuerst durch Schabefraß schrotschussartige Löcher. Später fressen sie an den Rändern der Löcher und Blatträndern weiter (Loch- und Randfraß). Oft bleiben nur Blattrippen und Blattstiel (Skelettierfraß) oder gar kein Teil des Blattes übrig (Kahlfraß). Der anfängliche Befall im inneren unteren Teil des Busches ist kaum erkennbar. Die zunehmend aktiver werdenden Raupen breiten sich schnell über den ganzen Strauch aus.
Die Stachelbeerblattwespe ist schwarz mit einem gelben Hinterleib und durchscheinenden, dunkel schillernden Flügeln. Sie ist etwa sieben bis acht Millimeter lang. Ihre Raupen sind auffällig grün und gelb gefärbt mit schwarzen Punkten, auch Kopf und Brustbeine sind glänzend schwarz. Im Unterschied zu Schmetterlingsraupen haben sie elf Beinpaare: drei schwarze Brustbeinpaare und acht Paar heller Bauchfüße.
Die Schwarze Stachelbeerblattwespe (Pteronidea ribesii) verursacht ebenfalls ab Frühjahr im inneren Bereich des Busches beginnenden oberflächlichen Fraß, der später bei stärkerem Befall in den Loch- bzw. Kahlfraß übergeht. Wachstumsdeformationen, kleinere Beeren und deren Qualität sind auch hier beeinträchtigt.
Die seltener schädliche Raupe des Stachelbeerspanners ist ähnlich gezeichnet, Unterscheidungsmerkmal ist deren katzbuckelartige Fortbewegung.
Die Stachelbeerblattwespen befallen Stachelbeeren und rote und weiße Johannisbeeren. Bei starkem Befall bleiben die Früchte aufgrund der verminderten Blattmasse klein und es entsteht eine minderwertige Qualität. Es kommt zudem zu Wachstumshemmungen.
Die Wespen schlüpfen ab April und legen nach der Paarung Eier im Inneren der Büsche ab. Die Eier werden in Reihen in die Mittelrippe an der Blattunterseite gelegt. Die Larven schlüpfen und entwickeln sich über mehrere Larvenstadien im Mai zu ausgewachsenen Raupen, die mit dem Fressen aufhören. Sie verpuppen sich im Boden nahe der befallenen Pflanzen für etwa zwei Wochen. Im Juni beginnt der Flug der zweiten Generation der Wespen, im Juli treten neue Raupen auf, die sich ebenfalls nach schneller Entwicklung im August zur dritten Wespengeneration entwickeln. Die letzte Raupengeneration erscheint ab August und überwintert als Puppe im Boden. Die Stachelbeerblattwespen werden von der parasitischen Schlupfwespe Oetophorus naevius befallen. Die Goldwespenart Cleptes semiauratus schädigt als Brutschmarotzer die Eigelege (Kuckukswespe), und verschiedene Raupenfliegenarten ernähren sich von ihren Larven.
Youtube.com: Film des Raupenfraßes im Zeitraffer
Letzte Aktualisierung 17.01.2019