Haflingerhof: Hofführung für Urlaubsgäste
93149 Nittenau
Am Blatt treten unregelmäßig geformte Flecken auf, die von einem dunklen Rand umgeben sind. Mit einer Lupe kann man innerhalb der Flecken die schwarzen Pyknidien als Fruchtkörper erkennen. Die Flecken sind oft nur stecknadelkopfgroß, können aber auch einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern erreichen. Auch Triebe und Blattstiele zeigen diese schwarz gefärbten Flecken. Befallene Blattstiele führen teilweise zum Vertrocknen ganzer Blätter.
Bei frühem Befall in die Blüte zeigt sich ein Eintrocknen der Gescheine vergleichbar einem starken Peronosporabefall. Trauben können bis zu einem Zuckergehalt von 25 ° Oechsle befallen werden. Im Anfangsstadium entstehen gräuliche Verfärbungen, die sich zu rotbraunen, violetten Flecken mit einer Eindellung oder Abplattung entwickeln, ähnlich der Sauerfäule oder dem Sonnenbrand. Innerhalb weniger Tage trocknen die Beeren ein und bilden eine runzelige, schwarzblaue Mumie, die sich schwer vom Trieb lösen lässt. Oft wird in mehreren Schüben die ganze Traube befallen. Auch auf den befallenen Beeren zeigen sich die schwarzen Pyknidien.
Falscher Mehltau führt zu einem ähnlichen Eintrocknen der Gescheine, verursacht dazu aber weiße Pilzbeläge und typische Blattflecken.
Grauschimmel (Sauerfäule) kann ebenfalls Gescheinswelke und der Schwarzfäule ähnliche Flecken auf den Trauben verurursachen. Das Vorhandensein grauer Beläge weist hier auf den Erreger hin.
Die aus Nordamerika stammende und im 19. Jahrhundert eingeschleppte Schwarzfäule stellt in Deutschland erst seit etwa 2004 eine wesentliche Rebkrankheit dar. Schwarzfäule kommt besonders in Gebieten mit hohen Niederschlägen im Frühsommer vor. Hohe Schäden verursacht sie vor allem in der Nachbarschaft von Wildreben und verwilderten Weinbergen (Drieschen). Der Befall baut sich in der Regel allmählich über mehrere Jahre auf. Bei Minimalschnittsystemen mit Mehltau-resistenten Rebsorten besteht durch die verringerten Fingizidaufwendugen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Schwarzfäule.
Der Pilz überwintert in den befallenen Trieben und Fruchtmumien am Rebstock oder am Boden. Im Frühjahr werden schon bei geringen Niederschlägen Sporen ausgeschleudert (Asco- und Konidosporen) und mit dem Wind verteilt. Befallenes Holz stellt die Hauptinfektionsquelle für die zuerst erfolgende Blattinfektion dar. An noch nicht ausgewachsenen Blättern kommt es im Frühjahr ab sieben Grad Celsius zur Erstinfektion. Bei 25 Grad und sechs Stunden Blattnässedauer herrschen optimale Keimbedingungen, bei anderen Temperaturen ist eine längere Blattnässe erforderlich.
Nach der Infektion wächst der Pilz im Pflanzeninnern weiter und ruft somit Nekrosen an den betroffenen Organen hervor. Zwischen der Infektion und den ersten sichtbaren Symptomen liegen etwa 14 Tage, in Abhängigkeit von der Temperatur und dem befallenen Pflanzenteil. Zu Sekundärinfektionen kann es während der gesamten Vegetationsdauer an jungen Blättern kommen, indem Sporen mit dem Regenwasser verbreitet werden. Ältere Blätter können trotz Befall symptomfrei sein.

Von infizierten Blättern und den am Stock verbliebenen Fruchtmumien gehen die kritischen späteren Infektionen der Blüte und Trauben aus. Infektionen während der Blüte (Blütenstiele) führen zu verringertem Beerenansatz und führen zur weiteren Krankheitsverbreitung nach der Blüte in die Weinbeeren. Beeren können von der Abgehenden Blüte bis etwa fünf Wochen danach infiziert werden, besonders anfällig sind junge Trauben ein bis vier Wochen nach der Blüte, mit zunehmender Reife werden sie weniger anfällig. Die Sporen können durch Wind über weite Strecken verbreitet werden, wodurch es auch in befallsfreien Anlagen zu Infektionen kommen kann. Besonders Anlagen in der Windrichtung von aufgelassenen Weinbergen (Drieschen) sind gefährdet.
Das Infektionsrisko kann auf Grundlage von Wetterdaten und der Anfälligkeit wachsender Blattfläche und der Beeren durch das PrognosemodellVitimeteo Schwarzfäule für diverse Wetterstationen vorhergesagt werden.
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Letzte Aktualisierung 12.12.2018