Bio-Obsthof Glocker

Nachhaltig gesunde Äpfel: der Bio-Obsthof Glocker

Sie möchten wissen, wie man den Bio-Apfelanbau optimiert? Lernen Sie den Bio-Obsthof Glocker kennen! Der Betrieb ist ein Leuchtturmbetrieb des ökologischen Obstbaus – nicht nur wegen seiner vielen technischen und ökologischen Innovationen, sondern auch wegen seiner Überzeugung, Lösungen zu suchen und Wissen zu teilen. Dafür wurde er im Jahr 2026 als Sieger im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau ausgezeichnet.

Wir stellen vor: Bio-Obsthof Glocker

Wenn es um den Anbau nachhaltig erzeugter Bio-Äpfel geht, kommt man am Obsthof von Nikolaus Glocker und seiner Familie nicht vorbei. Schon seit dem Jahr 2000 arbeitet Glocker auf seinem 90 Hektar-Betrieb ökologisch und hat heute alle Anbaubereiche im Sinne eines vorbeugenden Pflanzenschutzes optimiert. Dabei ist er immer offen für neue Ansätze und leistet in vielen Bereichen echte Pionierarbeit.

Für ihn beginnt Pflanzengesundheit mit einem lebendigen Boden. Deshalb setzt er schon seit über zehn Jahren auf die gezielte Förderung des Bodenlebens. Dafür produziert der Betrieb auf seinen Flächen Mulchmaterial aus Luzerne und Kleegras, das den Boden beschattet, Nährstoffe liefert und organisches Material für die Bodenorganismen. Um den Mulch optimal in den Baumreihen ablegen zu können, hat Nikolaus Glocker gemeinsam mit einem Maschinenbauer ein spezielles Gerät zur Verteilung optimiert.

Zudem hat er auf der gesamten Anbaufläche zahlreiche Insekten- und Blühstreifen angelegt, die für eine enorme Artenvielfalt sorgen. In einem Projekt der Uni Hohenheim zählten die Forschenden in Glockers Anlagen 278 Insektenarten, rund 50 Prozent mehr als in normal gemulchten Kontrollparzellen. Diese Vielfalt trägt zusammen mit den gesunden Böden dazu bei, Schaderreger in Schach zu halten.


Film ab: Bio-Obsthof Glocker – Preisträger des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2026

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Auch beim Wassermanagement hat der Betrieb ein besonders nachhaltiges Konzept entwickelt. Ein nicht versiegelter Speicherteich sammelt Regenwasser, das bei längerer Trockenheit über ein Bewässerungssystem auf den Flächen verteilt wird. Den Bedarf erfassen Sensoren. Die Anlage wird mit Solarenergie betrieben und ist maximal ressourcenschonend. Der naturnahe Speicherteich ist zudem ein perfektes Biotop für verschiedenste Amphibien, Vögel und Insekten.

Bei der Sortenwahl setzt Glocker konsequent auf Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. 80 Prozent der Bäume sind inzwischen sogenannte schorfwiderstandsfähige Sorten (Schowis). Sie sind robust gegenüber Apfelschorf und erlauben es, weniger zugelassene Pflanzenschutzmittel wie Kupferpräparate einzusetzen. Für eine größere Akzeptanz von Schowi-Sorten beim Handel hat Glocker mit der Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V. (FÖKO) das Dachmarkenkonzept Biostars erarbeitet. Das erleichtert anderen Bio-Betrieben die Vermarktung.

Darüber hinaus ist Glockers Betrieb eingebunden in viele Forschungsprojekte. Als Vorsitzender des Versuchsbeirates im Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee gestaltet er Projekte seit über zwölf Jahren auch aktiv mit. Dabei wurde unter anderem eine Putzmaschine für Früchte getestet, die mit der Regenfleckenkrankheit befallen sind. Damit kann die Schale von befallenen Äpfeln häufig soweit gereinigt werden, dass sie vermarktungsfähig sind.

Bio-Obsthof Glocker: Sieger im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2026

Begründung der Jury

Der Bio-Obsthof Glocker wurde 2002 von Nikolaus Glocker auf Grundlage des väterlichen Betriebs gegründet und ist seit 2003 als Bioland-Betrieb zertifiziert. Der Hof betreibt im nördlichen Bodenseeraum auf knapp 100 Hektar ökologischen Obstbau (insbesondere Apfel, aber auch Birne, Sauerkirsche und Schwarze Johannisbeere) und zeichnet sich durch eine Kombination aus technischer Innovation, Erprobung besonders naturverträglicher Anbaumethoden sowie ehrenamtlichem Engagement und Wissenstransfer aus.

Der Bio-Obsthof Glocker ist damit Vorreiter in den Bereichen Bodenpflege, Biodiversität, Wassermanagement, Sortenwahl und Technik. Wichtiger Baustein des Betriebskonzepts ist die Erkenntnis, dass ein lebendiger Boden der Ursprung gesunder Pflanzen ist. Anstatt die Pflanzen direkt zu düngen, setzt Nikolaus Glocker mit seiner Familie auf die gezielte Förderung des Bodenlebens.

Seit über zehn Jahren produziert der Betrieb eigenes Mulchmaterial aus Luzerne und Kleegras, um den Boden zu beschatten und mit Nährstoffen zu versorgen. Ziel ist die Unabhängigkeit von zugekauften organischen Düngemitteln.

Der Bio-Obsthof Glocker hat auch beim nachhaltigen Wassermanagement Pionierarbeit geleistet und sich so auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet: Ein innovativer, nicht versiegelter Speicherteich sammelt überschüssiges Regenwasser aus der Fläche. Ergänzt wird dies durch ein autarkes Bewässerungssystem, das mit Sonnenenergie betrieben und durch Sensorik gesteuert wird. Das Ergebnis: maximale Effizienz bei minimalem Ressourceneinsatz.

Der Speicherteich selbst erfüllt dabei eine doppelte Funktion: Er sichert nicht nur die Wasserversorgung für die Bewässerung und Frostschutzberegnung, sondern entwickelt sich gleichzeitig zum Trittsteinbiotop für Amphibien, Vögel und Insekten.

Im Bereich der technischen Innovation versucht der Betrieb mit viel Engagement, komplexe Fragestellungen mit technischen Lösungen zu begleiten und zu beantworten. Eine eigens entwickelte Putzmaschine für Äpfel mit Regenfleckenkrankheit ermöglicht es, Früchte mit optischen Mängeln verkaufsfähig zu machen – ganz ohne zusätzlichen Pflanzenschutzmitteleinsatz. Diese Technik wird aktuell im Rahmen eines BÖL-Projekts weiterentwickelt und stellt einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Kupferpräparaten dar.

Gleichzeitig verfolgt der Betrieb konsequent den Ausbau seines Sortiments an schorfwiderstandsfähigen Sorten – mittlerweile machen diese über 80 Prozent des eigenen Apfelanbaus aus. Gemeinsam mit Partnern wurde an Konzepten zur Markteinführung neuer Sorten gearbeitet, um ökologische Vielfalt auch wirtschaftlich tragfähig zu machen. Auch bei der Birne wird an neuen, robusten Sorten gearbeitet. Damit leistet der Hof einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftssicherung des Bio-Obstbaus.

Vorbildlich ist auch der flächendeckende Einsatz von Insekten- und Blühstreifen, die auf dem gesamten Betrieb in die Obstanlagen integriert wurden. Der Betrieb war Pilotbetrieb im BfN-Projekt "Ökologische Vielfalt in Obstanlagen" und ist heute Demobetrieb im Biodiversitätsnetzwerk Baden-Württemberg.

Um die Pflege der Insektenstreifen effizient und insektenfreundlich zu gestalten, entwickelte Nikolaus Glocker gemeinsam mit Maschinenbauern neue Geräte, die Schnittgut gezielt aus der Fahrgasse entfernen und als Mulchmaterial unter den Bäumen ablegen. Ein Teil des Fahrstreifens wird zudem bei der Mahd ausgespart, um den Erhalt mehrjähriger Blühstreifen zu ermöglichen.

Doch Innovation allein reicht nicht – Wissen muss geteilt werden. Und auch hier ist Nikolaus Glocker ein Vorbild. Auf seinem Betrieb finden regelmäßig Versuche, Führungen und Workshops statt – so zum Einsatz von eigenem Grünschnitt als Düngeralternative.

Der Hof ist Versuchspartner zahlreicher Forschungsprojekte, u.a. mit der Universität Hohenheim und dem Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee in Bavendorf.

Darüber hinaus engagiert sich Nikolaus Glocker seit über einem Jahrzehnt im Vorstand der Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V., seit 2018 als Vorsitzender. In dieser Rolle setzt er sich unermüdlich für die Weiterentwicklung der Branche ein – mit Sachverstand und viel Idealismus.

Der Bio-Obsthof Nikolaus Glocker ist ein Leuchtturmbetrieb des ökologischen Obstbaus – nicht nur wegen seiner vielen technischen und ökologischen Innovationen, sondern auch wegen seiner Überzeugung, Lösungen zu suchen und Wissen zu teilen.

In einer Zeit, in der Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Ressourcenknappheit die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellen, zeigt dieser Betrieb, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft aussehen kann.

Kontakt:

Bio-Obsthof Glocker

Nikolaus Glocker
Tepfenhart 5
88263 Horgenzell
Baden-Württemberg

Verband: Bioland

Bio-Obsthof Glocker

Weitere Gewinner im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2026

Letzte Aktualisierung 22.01.2026

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