Zeigerpflanzen

Zeigerpflanzen – ganz schön clever

Boden ist nicht gleich Boden. Es gibt sehr verschiedene Böden mit unterschiedlichen Eigenschaften. In der Landwirtschaft ist es wichtig, möglichst viel darüber zu wissen. Nur so kann entschieden werden, auf welchem Acker wann welche Pflanzen angebaut werden sollten, damit eine gute Ernte zu erwarten ist. 

Was sind Zeigerpflanzen?

Pflanzen, die uns etwas über die Beschaffenheit des Bodens verraten, auf dem sie wachsen, heißen Zeigerpflanzen. Sie haben sehr spezielle Ansprüche an die Bedingungen, unter denen sie wachsen können: zum Beispiel viel Stickstoff, sandige oder feuchte Böden. Sie vermehren sich rasch auf einer bestimmten Fläche, die diese Bedingungen bietet, während andere Pflanzen ringsherum nur schlecht wachsen. Umgekehrt können sie auf anderen Böden, die diese besonderen Bedingungen nicht bieten, nur schlecht gedeihen. Wo Zeigerpflanzen gefunden werden, kann man deshalb auf Merkmale des Bodens schließen. Und je mehr verschiedene Zeigerpflanzen es an einem Standort gibt, desto genauere Aussagen über den Boden lassen sich treffen. Besonders wichtig sind Zeigerpflanzen für den Biohof. Die Biolandwirtin und der Biolandwirt haben gelernt, genau hinzuschauen, was auf dem Acker wächst. So weiß man schon allein durch die Zeigerpflanzen, welche Nährstoffe in einem Boden reichlich zu finden sind oder eben fehlen. Dann lässt sich entscheiden, welche Nutzpflanzen gut angebaut werden können. Manchmal wird die Biolandwirtin oder der Biolandwirt dem Boden die fehlenden Nährstoffe zuführen, dann wird der Boden gedüngt.  Auch auf die Bewirtschaftung eines Bodens, also die Art und Weise, wie der Acker bearbeitet worden ist, lassen die Zeigerpflanzen Rückschlüsse zu. Bestimmte Pflanzen gedeihen dann besonders gut, wenn ein Boden sehr verdichtet ist. Dann weiß der Landwirt oder die Landwirtin, dass zu oft mit schweren Maschinen auf den Acker gefahren wurde.

Worauf weisen Zeigerpflanzen hin? 

Besonders viel Stickstoff

Wenn auf einem Stück Land viel Löwenzahn, aber auch Ehrenpreis, Gänsefuß oder Kletten-Labkraut zu finden ist, dann steckt im Boden besonders viel Stickstoff. Der ist als Nährstoff für das Wachstum der Pflanzen wichtig, aber zu viel davon sollte es auch nicht sein. Eine landwirtschaftliche Nutzpflanze, die viel Stickstoff im Boden benötigt, ist zum Beispiel die Kartoffel.  

Wenig Stickstoff

Wächst auf dem Acker reichlich Acker-Fuchsschwanz, Wicke und Wilde Möhre, dann ist in diesem Boden nur sehr wenig Stickstoff enthalten. Hier kann gedüngt werden, beispielsweise mit Mist. Der Landwirt oder die Landwirtin kann auch Leguminosen in die Fruchtfolge aufnehmen. Sie nehmen über ihre Wurzeln Stickstoff aus der Luft auf - je weniger im Boden ist, desto mehr. Einen Teil davon geben sie an den Boden ab. Leguminosen in der Landwirtschaft sind zum Beispiel Klee, Erbsen und Bohnen.

Sehr feuchter oder trockener Boden

Zeigerpflanzen können Auskunft darüber geben, ob ein Boden eher nass ist oder trocken. Ackerminze, Knöteriche, Huflattich und kriechender Hahnenfuß deuten auf einen sehr nassen Boden mit Staunässe hin. Staunässe ist oft schlecht für das Pflanzenwachstum. Nur sehr wenige Nutzpflanzen können unter diesen Bedingungen gut wachsen. Färberkamille, Sichelmöhre und Storchschnabel zeigen trockene Böden an. Trockene Böden eignen sich zum Beispiel für den Anbau von Mais, der ursprünglich aus trockenen Regionen kommt.  

Verdichteter Boden

Acker-Fuchsschwanz, Breitwegerich und Gänsedistel deuten auf einen verdichteten Boden hin. Hier wird die Landwirtin oder der Landwirt versuchen, den Boden wieder zu lockern. Gelockerte Böden machen es Pflanzen leichter, Wurzeln zu bilden und die Nährstoffe zu erreichen. Gut geeignet für dichte Böden ist der Anbau von Nutzpflanzen mit sehr tiefen und dichten Wurzeln, zum Beispiel Ackerbohnen, Lupinen und Luzerne.

Wie der Regenwurm in der dunklen Erde seinen Weg findet

Anstelle von Augen haben die Regenwürmer in ihrer Haut Lichtsinneszellen. Die meisten Lichtsinneszellen sind am Vorder- und am Hinterende des Wurms zu finden. Mithilfe der Lichtsinneszellen kann der Regenwurm hell und dunkel wahrnehmen. Das ist für ihn sehr wichtig, da es sonst schnell passieren könnte, dass der Regenwurm - ohne es zu merken - aus der Erde heraus gekrochen kommt. Und außerhalb der Erde lauern viele Gefahren: Zum Beispiel trocknet die Sonne seine schleimig feuchte Haut aus. Und für Igel und Vögel (z.B. Amseln und Singdrosseln) ist er ein leicht gefundener Leckerbissen.

Übrigens: Wenn du Lust hast, einen Regenwurm genau unter die Lupe zu nehmen, schau mal unter Selbermachen > Experimentieren" nach. Da gibt es eine Bauanleitung für einen  Regenwurmkasten zum Beobachten der Tiere.


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