Biomineralwasser

Biomineralwasser ist besonders rein

Natürliches Mineralwasser ist der beliebteste Durstlöscher in Deutschland. Laut dem Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V. trinken wir im Jahr durchschnittlich rund 147 Liter davon. Da Mineralwasser nicht wie andere Lebensmittel angebaut oder gezüchtet wird, sondern aus natürlich vorhandenen Wasserquellen stammt, taucht es in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau nicht auf. Entsprechend gibt es auch kein EU-Bio-logo für Wasser.

Um für wirklich reines Mineralwasser zu sorgen, hat der Biogetränkehersteller Franz Ehrnsperger gemeinsam mit Fachleuten aus der Getränke- und Biobranche die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. gegründet. Ihr Siegel garantiert die verringerte Schadstoffbelastung des zertifizierten Mineralwassers und den erhöhten Schutz natürlicher Wasserreserven. Dafür erarbeiteten Expertinnen und Experten insgesamt 45 Kriterien für Biomineralwasser. Eine unabhängige Zertifizierungsgesellschaft überprüft regelmäßig die Einhaltung dieser Regelungen.

Allgemeine Wasserqualität verschlechtert sich

Anlass für diese Bioinitiative war die zunehmende Verunreinigung unserer natürlichen Wasserquellen. Viele problematische Stoffe gelangen durch eine intensive Landwirtschaft ins Grundwasser. Beispielsweise düngen konventionelle Landwirtinnen und Landwirte ihre Felder mit leichtlöslichem Mineraldünger, vor allem Stickstoff. Können die Pflanzen diese Mengen nicht aufnehmen, fließt der überschüssige Stickstoff dann in Form von Nitrat durch den Boden in Gewässer und Grundwasser. "An circa 28 Prozent aller Grundwassermessstellen, an denen der Nitrateintrag im Wesentlichen aus der Landwirtschaft stammt, ist der Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten", bilanziert das Umweltbundesamt im Nitratbericht 2016. Ein über dem Grenzwert liegender Nitratgehalt im Trinkwasser kann unserer Gesundheit schaden, ist die Europäische Kommission überzeugt. Besonders gefährdet seien schwangere Frauen und Kinder. Da Deutschland es versäumt hat, den Nitratgehalt in den Gewässern ausreichend zu verringern, wird es von der Europäischen Kommission vor dem Gerichtshof der EU wegen Gewässerverunreinigung verklagt.

Strenge Grenzwerte für Schadstoffe

Wer der Wasserverunreinigung entgegenwirken will, kann sich für Biomineralwasser entscheiden und gleichzeitig von den hohen Qualitätsstandards profitieren: So legen die Richtlinien der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. strenge Grenzwerte für Pestizide, Nitratgehalte oder Arzneimittelrückstände fest, die über die gesetzlichen Vorgabenhinausgehen. Auch mikrobiologische und chemische Kontrolluntersuchungen des Mineralwassers müssen für die Zertifizierung häufiger erfolgen. Nur wenn ein Mineralwasser deutlich geringere Schadstoffgehalte aufweist als konventionelle Produkte, darf es sich nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs mit dem Qualitätssiegel "bio" schmücken. Vollkommen rückstandsfrei ist allerdings selbst Biomineralwasser nicht. Dafür sind die hohen allgemeinen Umweltbelastungen verantwortlich.

Mehr Ökolandbau schützt Wasserquellen

Aus diesem Grund soll das Biomineralwasser-Siegel auch eine nachhaltige Bewirtschaftung der Quellen sichern. Biomineralwasserunternehmen sollen genau wie Ökolandwirtinnen oder Ökolandwirte möglichst wenig in das Naturgeschehen eingreifen. So müssen die "Ökowasserbäuerinnen" und "Ökowasserbauern" das Mineralwasservorkommen schonen, an Projekten des Wasserschutzes mitwirken und optimale Verpackungen nutzen. Entscheidend ist außerdem, dass sie den ökologischen Landbau im Einzugsgebiet der Quelle fördern. Dieser gemeinsame Einsatz für den Ökolandbau soll nach dem Vorsitzenden der Gütegemeinschaft Franz Ehrnsperger die letzten wirklich reinen Wasservorkommen in Deutschland dauerhaft schützen. "Wir müssen mit unserem wichtigsten Lebensmittel behutsam umgehen", fordert der Inhaber des Neumarkter Lammsbräu. So soll das Biosiegel für Wasser die Branche sowie Konsumentinnen und Konsumenten für die zunehmende Gefährdung unserer Wasserquellen sensibilisieren.


Letzte Aktualisierung 13.08.2019

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