Bioland Hof Ralf Behring: Landpartie Brandenburg: Besuch auf dem Biobauernhof für groß und klein.
16259 Leuenberg
Die Kohleule ist ein grau-brauner, dunkel und weiß gezeichneter Nachtfalter von bis zu 2,5 Zentimetern Länge. Typisch sind zwei hell umrandete, nierenförmige Flecken im unteren Drittel der Vorderflügel. Ihre Raupen verursachen Fraßschäden an Gemüsearten wie Kohl. Anfangs treten unregelmäßig geformte Fraßlöcher in den äußeren Blättern auf, später dringen die Larven tief in den Kohlkopf oder Blumenkohl vor.
Die Eier finden sich ab Mai und ab Juli in großen Gruppen an den Blattunterseiten. Sie sind anfangs weißlich-gelb, später grau, halbkugelförmig und strahlenförmig gerippt.
Die Raupen sind bis zum vierten Larvenstadium grün, später hellgrün, braun oder fast schwarz, mit undeutlichen Rücken- und Seitenlinien. Der Kopf ist im ersten Larvenstadium schwarz. Sie erreichen eine Länge von 4,5 Zentimetern und zeigen dann größtenteils eine deutliche, hufeisenförmige Zeichnung auf dem letzten Segment. Die Puppen sind rötlich braun und glänzend.
Kohleulen schädigen insbesondere im Inneren der Kohlpflanzen durch die starke Verschmutzung mit grünschwarzem Kot, der eine Besiedlung mit Fäulniserregern verursacht. Kohleulen schädigen auch an Rettich, Paprika, Salat, Spinat, Erbsen, Tomaten, Kartoffeln, Rüben, Raps und Rübsen und anderen Pflanzen.
Die Gemüseeule hat im ersten Larvenstadium keinen schwarzen Kopf.
Die jungen, grünen Kohleulenlarven können mit Raupen der ebenfalls an Kohl fressenden Kohlweißlinge verwechselt werden. Raupen des Kleinen Kohlweißlings haben im Unterschied zur Kohleule einen gelb-grünen Kopf, die des Großen Kohlweißlings haben einen schwarzen Kopf, sind aber insgesamt grün-schwarz gezeichnet. Ihre Eier sind leuchtend gelb.
Die Kohleule legt ihre Eier ab Mai an die Blattunterseite verschiedener Gemüsepflanzen ab. Daraus schlüpfen insbesondere bei warmer und trockener Witterung Junglarven. Die Raupen fressen an der Futterpflanze, bis sie sich zur Verpuppung in den Boden zurückziehen. Im Sommer schlüpfen daraus erneut Motten, die eine zweite Phase der Eiablage von Juli bis Oktober verursachen. Das letzte Larvenstadium dieser Generation überwintert als Puppe.
Die im Ökolandbau anwendbaren Pflanzenschutzmittel erfordern eine frühe Behandlung: Sie wirken am besten gegen junge Raupen, und zu einem frühen Zeitpunkt sind die Raupen weniger im Inneren der Pflanzen versteckt. Durch Spritzbeine oder Injektionsdüsen werden die im unteren Bereich der Pflanze befindlichen Raupen besser erreicht. Daher sind regelmäßige Kontrollen und eine frühzeitige Anwendung erforderlich:
Zweimal wöchentlich sind 10 Pflanzen von Feldrand und -mitte zu kontrollieren. Bei Auftreten von 10 kleinen oder 4 großen Raupen oder von Raupen auf den Innenblättern sollte eine direkte Bekämpfung erfolgen.
Pheromonfallen locken durch Sexuallockstoffe von Schmetterlingsweibchen die männlichen Falter aus einer Entfernung von bis zu einigen 100 Metern an. Empfohlen werden ein bis zwei Fallen je Schlag, die zwei- bis dreimal wöchentlich zu kontrollieren und dokumentieren sind.
Überprüfen Sie bitte unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsvorschriften, z. B. auf www.pflanzenschutz-information.de!
Letzte Aktualisierung 09.12.2019