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Gemeine Napfschildlaus
Schadbildbeschreibung
Im Winter ist der Befall durch Schildläuse leicht an den kastanienbraunen, höckerartigen Gebilden am zwei- bis dreijährigen Holz zu erkennen. Diese mit den Weibchen verwachsenen Schildchen sind glänzend braun, hoch gewölbt und vier bis sechs Millimeter lang. Ihre Form und Farbe ist jedoch je nach Reife und Wirtspflanze variabel. Neue Schilde werden ab April gebildet und verbleiben auch nach dem Tod der weiblichen Schildläuse an der Pflanze. Die im Frühjahr bis April und ab Juni im Sommer auftretenden beweglichen Wanderlarven sind flach, etwa einen Millimeter groß undgelb bis braun und in großer Zahl an Zweigen zu finden. Im Winter bilden sich orange-bräunliche Winterformen aus.
Ab dem Frühjahr bis in den Sommer hinein scheiden die Schildläuse während ihrer Saugtätigkeit an Trieben und Blättern reichlich klebrigen Honigtau aus, auf dem sich später Rußtaupilze ansiedeln. Stark verschmutzte Früchte und Pflanzenteile können im Wachstum zurück bleiben. Im Folgejahr kann die Blütenbildung beeinträchtigt sein. Der Befall ist meist gleichmäßig über die Anlage verteilt.
Ähnliche Schädlinge
Die Wollige Rebenschildlaus befällt ebenfalls Weinreben. Sie bildet einen ähnlichen Schild aus, unter dem im Frühjahr ein auffälliger weißer Eisack hervorquillt.
Schadwirkung
Die Gemeine Napfschildlaus befällt mehrere hundert verschiedene holzige Pflanzenarten. Als Schädling tritt sie besonders an Steinobst, Johannisbeeren und als häufigste Schildlaus an Weinrebe auf. Wirtschaftliche Schäden entstehen selten, durch die Beschmutzung von Früchten mit Honigtau und den darauf wachsenden Rußtaupilzen, und die Schwächung der Pflanzen.
Durch einen Schildlaus-Befall kann es zu Saftentzug und damit zu Wuchshemmungen kommen. Bei starkem Befall kann das Ausscheiden von giftigen Speichelsekreten Kümmerwuchs und sogar das Absterben ganzer Pflanzen verursachen, meist werden aber keine Schwächungen befallener Pflanzen festgestellt. Die Kleine Rebenschildlaus kann Viruskrankheiten übertragen, aber nur in sehr geringem Radius da die Tiere nach Beginn der Saugtätigkeit kaum mobil sind.
Biologie der Schildläuse
Die Jungläuse der Kleinen Rebenschildlaus überwintern am einjährigen Holz. Ab März wandern sie auf stärker verholzte Pflanzenteile und werden geschlechtsreif. Die Fortpflanzung erfolgt in der Regel ungeschlechtlich, die geflügelten Männchen treten nur selten auf. Im April saugen sich die geschlechtsreifen Weibchen fest und bilden durch Stoffeinlagerungen in die stark gewölbte Rückenhaut das fest mit ihnen verwachsenen Schild aus. Es dient als Schutz für die im Mai darunter abgelegten mehrere Hundert bis Tausend Eier. Im Juni schlüpfen erneut Larven, die sich als Wanderlarven in der Pflanze zunächst auf Laub und grüne Triebe verbreiten. Sie überwintern als orangene Winterform ungeschützt und ohne Nahrungsaufnahme. Im geschützten Anbau treten auch mehrere Generationen in einem Jahr auf. Wichtige natürliche Gegenspieler sind die Lavren fressende Marienkäfer und spezialisierte Erzwespen, welche die Weibchen durch den Schild hindurch parasitieren.
Regulierungsstrategien
Befallskontrolle
- Astproben im Winter auf Winterlarven kontrollieren. Schadensschwelle: 50 Larven je zwei Meter Fruchtholz
Vorbeugende Maßnahmen
- Natürliche Feinde fördern: Raubmilben, Marienkäfer, Florfliegen, räuberische Wanzen, Erzwespen und Zehrwespen
- Auf befallsfreies Pflanzgut achten
- regelmäßiger Schnitt
- Im Unterglasanbau oder unter Netzen ist auch eine gezielte Anwendung verschiedener käuflicher Nützlinge, insbesondere spezialiserter Schlupfwespen (Metaphycusspp., Coccophagus lycimnia, Microterys flavus, Encyrtus lecaniorum) oder von Zweipunkt- oder Siebenpunkt-Marienkäfern und der auf Schild- und Schmierläuse spezialisierten Marienkäferart Rhyzobius lophantae möglich
Direkte Bekämpfung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln
- Austrieb-Spritzungen mit Paraffinöl oder Rapsöl bis zum Knospenschwellen
- müssen die Larven nach Beendigung der Winterruhe und vor der Schildbildung erreichen
- kühl-feuchtes Wetter verlangsamt die Abtrocknung und steigert damit die Wirkung
- eine gründliche Benetzung der Pflanzen muss durch die Art der Befahrung und hohe Spritzmengen gesichert werden
Letzte Aktualisierung 10.01.2019


