Feldtag Walnüsse – anbauen, schneiden, verarbeiten
59071 Hamm

Die nur bis 0,2 mm große Apfelrostmilbe ist nur mit einer Lupe erkennbar. Ihr Körper ist spindelförmig und gelblich-braun mit vier Vorderbeinen, ihre Hinterbeine sind nur in Ansätzen vorhanden. Ihre Saugtätigkeit führt zu Verfärbungen der Blätter: zunächst verfärben sich die Blattunterseiten gelblich, später rostig braun, und die Blattoberseite bekommt eine matte Oberfläche. Die Blätter können silbrig-braun welken und sich nach unten krümmen. Bei starkem Befall kommt es besonders an empfindlichen Sorten zu Berostung und schlechter Ausfärbung der Früchte.
Der Schaden entsteht durch die Saugtätigkeit an Blatt- und Fruchtzellen. Empfindliche Sorten sind Jonagold, Elstar, Gala und Braeburn.
Die weiblichen Rostmilben überwintern hinter Knospenschuppen und Rindenrissen. Schon vor der Blüte beginnen sie, sich über Eiablage an den Knospen zu vermehren. Die Generationsfolge beträgt bei hohen Temperaturen nur 7 bis 14 Tage. Im Juni vermehren sie sich besonders stark und erreichen im Juli und August den Höhepunkt des Befalls. Ab Ende August suchen die Rostmilben ihr Winterversteck auf.
Da die Raubmilben Typhlodromus pyri, Hypoaspis spp., Phytoseiulus persimilis und Amblyseius andersoni eine stärkere Vermehrung des Schädlings verhindern können, ist Raubmilbenförderung eine wichtige, vorbeugende Maßnahme.
Im Allgemeinen wird die Rostmilbe im Öko-Obstbau durch die Spritzungen mit Schwefelpräparaten gegen Schorf unter Kontrolle gehalten.
Derzeit sind keine Pflanzenschutzmittel in Deutschland gegen Apfelrostmilben zugelassen.
Letzte Aktualisierung 12.12.2019