Schoderhof: Bauernhofepoche
88289 Waldburg
Im Winter ist der Befall durch Schildläuse leicht an den braunen, höckerartigen Gebilden zu erkennen, die in Reihen am zwei- bis dreijährigen Holz sitzen. Auch in Rinden- und Holzritzen am Rebstamm siedeln sich Wollige Napfschildläuse bevorzugt an. Im Frühjahr produzieren sie einen unter ihrem vier bis acht Millimeter langen Schild hervorquellenden weißen Eisack. Im Sommer finden sich die beweglichen, gelbbraunen Jungläuse auf Trieben und Blättern. Im Herbst treten auch geflügelte männliche Schildläuse auf.
Ab dem Frühjahr bis in den Sommer hinein scheiden die Schildläuse während ihrer Saugtätigkeit an Trieben und Blättern reichlich klebrigen Honigtau aus, auf dem sich später Rußtaupilze ansiedeln.
Die Gemeine Napfschildlaus, auch Kleine Rebenschildlaus genannt, bildet stärker gewölbte Höcker aus als die Wollige Schildlaus und legt ihre Eier ohne einen Eisack ab.
Die Wollige Rebenschildlaus befällt neben Weinreben viele Obstgehölze einschließlich Kernobst, Steinobst, Johannisbeere, Brom- und Himbeere sowie verschiedene wilde oder als Zierpflanzen genutzte Laubgehölze. Durch einen Schildlaus-Befall kann es zu Saftentzug und damit zu Wuchshemmungen kommen. In anderen Ländern sind gelegentliche Massenvermehrungen vorgekommen. Die Art tritt aber gewöhnlich nur in geringen Dichten auf und es entstehen in der Regel keine erkennbaren Schwächungen der Pflanzen.
Im Frühjahr bildet die Wollige Rebenschildlaus unter ihrem Schild ein deutlich sichtbares, weißes Gespinst aus, in dem mehrere Tausend rosa Eier ablegt. Nach kurzer Zeit schlüpfen die Jungläuse, wandern an die grünen Rebteile und saugen an Trieben und Blättern; erst im Herbst werden sie geschlechtsreif. Sie paaren sich mit den dann ebenfalls auftretenden geflügelten Männchen. Die befruchteten weiblichen Tiere suchen das ältere Holz auf, saugen sich fest und überdauern dort den Winter.
Letzte Aktualisierung 21.03.2019