Auswirkungen der Brutpause auf die Volksentwicklung
Durch das Käfigen der Königin wird eine Brutunterbrechung induziert, die eine vollständige Brutfreiheit zum Ziel hat. Nach dem Freilassen der Königin zeigen die Völker geringere Volksstärken als herkömmlich geführte Völker. Allerdings kann eine Kompensation der Brutpause in Form einer erhöhten Bruttätigkeit im Spätsommer beobachtet werden. Die weitere Untersuchung im Jahresverlauf zeigt, dass innovativ gehaltene Völker in der Regel bis zum Winter ihre Volksstärken nicht nur ausgleichen, sondern die der herkömmlichen Betriebsweise übertreffen.
Königinnen- und Völkerverluste
Im langjährigen Feldversuch zeigen sich erhöhte Völkerverluste, die auf eine zu starke Varroabelastung zurückzuführen sind. Diese kann durch die Nutzung von Diagnose, selektiver Winterbehandlung und, wenn nötig, einer Notbehandlung im Herbst vermieden werden. Hinweise auf erhöhte Königinnenverluste in der innovativen Haltung zeigen sich ab dem zweiten Wirtschaftsjahr.
Auswirkung beider Betriebsweisen auf die Pathogenbelastung
In der innovativen Betriebsweise führt das reduzierte Varroakonzept zu einem erhöhten Milbendruck im Frühjahr und Sommer. Da die Varroa-Milbe die Immunabwehr schwächt und bestimmte Viren übertragen kann, ist das mit einer erhöhten Pathogenbelastung verbunden.
Im Sommer zeigten die innovativ geführten Völker daher eine höhere Belastung als die herkömmlich geführten Völker. Nach der Sommerbehandlung kam es jedoch zu einer deutlichen Reduktion, sodass im Herbst sogar eine geringere Pathogenbelastung in den innovativ gehaltenen Völkern festgestellt werden konnten.
Es ist davon auszugehen, dass die induzierte Brutunterbrechung im Sommer eine induzierte Durchlenzung des Volkes zur Folge hat. Das führt dazu, dass zum kritischen Zeitpunkt der Winterbienenaufzucht überwiegend gesunde Bienen heranwachsen. Dies ist ein entscheidender Faktor für das erfolgreiche Überwintern des Bienenvolkes.
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