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Lupinenmehl als Futtermittel für Aquakulturen

Öko-Lupinen stellen eine gute Alternative zu Fisch- und Sojamehl in Futtermitteln für Aquakulturen dar. Ihr Einsatz ist nachhaltiger und kostengünstiger. Ziel des Projekts war es daher, die Verdaulichkeit von Lupinenmehl in Futtermitteln zu steigern. Im Versuch wurde der Einsatz von Lupinenmehl an Wolfsbarschen getestet, die in der Natur Fisch und Krebse fressen. Außerdem untersuchte das Projekt die Vermarktungschancen von Lupinen in der Fischfutterindustrie.
Neue Erkenntnisse zum Einsatz von Öko-Lupinenmehl
Empfehlungen für die Praxis
Lupinen als Futtermittel für Aquakulturen
Der Praxisversuch zeigte, dass neue, günstige Futtermittel mit Lupinen für deutsche Aquakulturen entwickelt werden konnten. Diese bieten ein hohes Marktpotential.
Aus dem Projekt ergeben sich folgende Empfehlungen:
- Lupinen eignen sich sehr gut für die Fütterung in Aquakulturen
- Verbesserte Verdaulichkeit ist durch Toasting und Fermentation möglich
- Produktionsengpässe und Qualitätsschwankungen bei der Lupine überwinden, zum Beispiel durch Vertragsanbau
- Neue Futtermittel aus Lupinen schon während der Produktion in Aquakulturen testen
- Schäl- und Toastingverfahren für Futtermittel aus allen Lupinensorten etablieren
Futtermittel auf Basis von Lupinen eignen sich sehr gut für die Fütterung in Aquakulturen. Sie sind nachhaltiger und kostengünstiger. Sie können Fischmehl im Futter ersetzen.
Dr. Matt Slater
Marktchancen von Lupinen in Fischfutter
Lupinenbasierte Futtermittel eignen sich gut für die Fütterung von fleischfressenden Fischen.
- Lupinen können bis zu 50 % des Fischmehls im Fischfutter ersetzen
- Kosten des Fischfutters werden dadurch verringert (zum Beispiel. Futtermittel mit 50 Prozent Lupinenmehl ist 500 Euro pro Tonne günstiger als die Fischmehlvariante)
- Schwankungen bei Angebot, Qualität und Zusammensetzung minimieren
Informationen zum Projekt
Lupinenmehl kann ein geeigneter Eiweißlieferant in Fischfutter sein. Lupinen enthalten allerdings Substanzen, die die Futteraufnahme und Verdauung von Fischen negativ beeinflussen. In Deutschland angebaute Süßlupinen, Weiße Lupinen, Gelbe Lupinen und Blaue Lupinen enthalten nur wenige dieser Substanzen.
Darüber hinaus besitzen Lupinen weitere Inhaltsstoffe, die negative Auswirkungen auf die Verdauung von fleisch-fressenden Fischen haben. Im Projekt wurden Experimente mit Lupinenmehl als Fischfutter am Wolfsbarsch durchgeführt. Der Projektpartner, ttz Bremerhaven, entwickelte dabei ein Fermentationsverfahren. Dieses Verfahren reduzierte die Schadsubstanzen der Lupine und förderte die Verdaulichkeit und Akzeptanz bei den Fischen.
Lupinenmehl als Futtermittel
Das Projekt untersuchte Akzeptanz und Fischwachstum bei der Fütterung mit Lupinenmehl. Dabei wurden fermentiertes und herkömmliches Lupinenmehl getestet.
Die Versuchsergebnisse zeigten, dass das Futter mit einem Anteil von 50 %Prozent an Lupinenmehl vergleichbare Wachstumsraten wie Futter mit 65 Prozent Fischmehl-Anteil erreichte (Abbildung 1).
Obwohl die Fermentation eine starke Reduktion der Phytinsäure im Lupinenmehr herbeiführte, hatte dies keine Auswirkungen auf das Wachstum der Tiere. Sie wirkte sich lediglich bei kleinen Fischen (unter 15 g) positiv auf das Wachstum aus.
Enzymatische Analysen zeigten eine signifikante Beeinträchtigung der Verdauungsenzyme durch Lupinen. Die Schadsubstanzen konnten aber durch Toasting und Fermentation reduziert werden.
Lupinen in der Fischfutterindustrie
Öko-Lupinen sind grundsätzlich ein sinnvoller Inhaltsstoff für Futtermittel. Größere Abnehmer befürchten allerdings Schwankungen bei Angebot und Qualität der Lupinen.
Eine projektbegleitende Studie prüfte die Bewertung von Lupinen als Fischfuttermittel auch durch Interviews. Die Ergebnisse zeigten Themenschwerpunkte auf, die weiter untersucht werden müssen.
Die Studie ergab zunächst, dass derzeit zu geringe Mengen an Lupinen angebaut werden. Deshalb ist ein verbesserter Kontakt wischen Erzeuger und anbauenden Betrieben wichtig. Die Aufarbeitung von Lupinen als Fischfuttermittel muss außerdem noch günstiger werden. Grundsätzlich waren die Befragten der Ansicht, Lupinenerzeugnisse sollten als geprüfte und standardisierte Produkte weiterentwickelt werden. So können künftig gute Voraussetzungen für Verarbeitung, Vertrieb und Anwendung von Lupinen in Fischfutter geschaffen werden.
- Dr. Matt Slater (Projektleitung), Dr. Sinem Zeytin, Christina Hörterer, Dr. Monika Weiss, Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
- Tobias Fitzel, ttz - Verein zur Förderung des Technologietransfers an der Hochschule Bremerhaven e. V.
AWI, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
Am Handelshafen 12
27570 Bremerhaven
Dr. Matt Slater
E-Mail: mslaterawide
Telefon: +49 (0)471 4831 2727
04/2015 – 03/2018
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