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Förderung der Tiergesundheit von Mutterkühen bei nachhaltiger Grünlandnutzung

Das Projekt hatte zum Ziel, die Tiergesundheit von Mutterkühen und ihres Nachwuchses auf verschiedenen Grünlandstandorten in Deutschland zu analysieren. Untersucht wurden die Risikofaktoren für mögliche Erkrankungen der Tiere sowie die Auswirkungen der Tiergesundheit von Mutterkühen und Kälbern auf deren Leistungen (Reproduktion und Wachstum). Aus den Ergebnissen wurden Empfehlungen zur nachhaltigen Grünlandnutzung für eine bestmögliche Tiergesundheit entwickelt.
Analyse und Optimierung der Beziehung zwischen Grünland, Tiergesundheit und Tierzucht bei Mutterkühen (MuKuGreen)
Empfehlungen für die Praxis
Das Tierwohl bei extensiver Mutterkuhhaltung auf Grünland kann durch folgende Maßnahmen verbessert werden:
Reduzierung des Parasitendrucks
Regelmäßige Kotuntersuchungen auf Weideparasiten und entsprechende Maßnahmen wie Entwurmung und geändertes Weidemanagement bei positiven Befunden reduzieren den Parasitendruck.
Vorbeugung vor Klauenerkrankungen
Routinemäßige Überprüfungen und Pflege der Klauen beugen Klauenschäden vor. Eine Dokumentation hierzu empfiehlt sich besonders bei züchterisch genutzten Tieren.
Vorbeugung von Mineralstoffmangel
Regelmäßige Stichproben zur Mineralstoffversorgung tragen dazu bei, einem Mineralstoffmangel vorzubeugen, insbesondere im Hinblick auf Selen. Durch Blutuntersuchungen kann bei Mangelzuständen gezielt supplementiert werden.
Gesundheitsfördernde Faktoren für Mutterkühe lassen sich mit relativ geringem Aufwand nachhaltig umsetzen. Eine Sensibilisierung der Tierhalter zur routinemäßigen Überprüfung des Herdenstatus führt zu Verbesserungen.
Reproduktionsleistung von Mutterkühen
Komplikationen (Schwer- und Totgeburtenrisiko) bei erstkalbenden Kühen können durch den Einsatz von Bullen, welche geringe Geburtsgewichte vererben, verringert werden.
Wachstumsleistung der Kälber
Bestimmte Eutermerkmale der Mutterkühe haben einen positiven Einfluss auf die Wachstumsleistung ihrer Kälber: Kühe mit größerem Eutervolumen und einer festeren Euteraufhängung bewirken bei den Kälbern höhere tägliche Zunahmen.
Informationen zum Projekt
Für eine nachhaltige Grünlandnutzung in der Mutterkuhhaltung sind eine hohe Tiergesundheit sowie der Erhalt der Qualität der Dauergrünlandflächen von großer Bedeutung.
Für Mutterkühe gab es bislang, zumindest in Deutschland, nur wenige wissenschaftliche Studien über den tatsächlichen Gesundheitsstatus der Tiere und den möglichen Einfluss des spezifischen Grünlandes. Gerade beim Grünlandstandort liegen bundesweit starke regionale Unterschiede vor, die bislang nicht näher berücksichtigt wurden. Im Projekt wurden wichtige Gesundheitsmerkmale von Mutterkühen der Rassen "Deutsch Angus" und "Aberdeen Angus" und ihres Nachwuchses auf vier typischen Grünlandstandorten Deutschlands systematisch über einen längeren Zeitraum erfasst.
Tiergesundheit
Erhöhte Vorkommen von Endoparasiten führen bei Mutterkühen zu Gesundheitsschädigungen wie Leistungsminderung und Abmagerung. Bei 41,1 Prozent der untersuchten Proben waren Parasiten nachweisbar. Regionale Unterschiede gab es beim Vorkommen einzelner Spezies (Kokzidien, Großer Leberegel, Magen-Darm- Strongyliden). Das Gesamtparasitenvorkommen war unabhängig von den Standorten. Standweiden und Umtriebsweiden mit langer Verweildauer begünstigen die Reinfektion mit zuvor ausgeschiedenen Parasiten.
Auch bei der Klauengesundheit ist der Anteil von Tieren mit Klauenbefunden mit 59,2 Prozent beträchtlich. Inwieweit die Klauenschäden durch Mineralstoffmangel bedingt sind, lässt sich nicht abschließend klären. Allerdings wurde bei dem überwiegenden Teil der Tiere ein gravierender Selen-Mangel festgestellt.
Reproduktionsleistung von Mutterkühen
Insgesamt kam es bei den untersuchten, extensiv gehaltenen, Angus-Mutterkühen weniger häufig zu Schwer- und Totgeburten. Ein Großteil der untersuchten Schwer- beziehungsweise Totgeburten (10,0 Prozent beziehungsweise 9,4 Prozent) ist primär bei erstkalbenden Mutterkühen festzustellen.
Wachstumsleistung der Kälber
Unabhängig vom jeweiligen Untersuchungsstandort konnten folgende Zusammenhänge bei der Wachstumsleistung der Kälber beobachtet werden:
- Hohe tägliche Zunahmen bei Kälbern in Mutterkuhhaltung auf Grünland
- Niedrigere Lebendtagzunahmen bei Kälbern mit geringen Geburtsgewichten sowie Kälbern von erstkalbenden Kühen
- Höhere tägliche Zunahmen bei Kälbern von Kühen mit größerem Eutervolumen und festeren Euteraufhängung
- Prof. Dr. Nicole Kemper, Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie (ITTN), Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
- Prof. Dr. Ralf Waßmuth, Hochschule Osnabrück
Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie (ITTN)
Bischofsholer Damm 15
30539 Hannover
Prof. Dr. Nicole Kemper
E-Mail: nicole.kempertiho-hannoverde
10/2014 – 05/2018
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Letzte Aktualisierung 25.03.2021

