Reduktion von Nährstoffeinträgen in Legehennenausläufen

Im Projekt “Kreislaufschließung in der Freilandhaltung von Legehennen: Substrate und Zuschlagstoffe für den Nahbereich (KLUFT)” testeten die Forschenden, wie weit sich Nährstoffeinträge im Nahbereich von Legehennenausläufen durch Ausbringung von Substraten reduzieren lassen. Dafür wurde die Stickstoffdynamik im Boden und die Substrate selbst untersucht. Die Daten wurden in Modellversuchen und auf Praxisbetrieben erhoben.

Empfehlungen für die Praxis

Schotter, Kies und Sand sind ungeeignet

Mineralische Substrate wie Schotter, Kies oder Sand können keine Nährstoffe aufnehmen. Stattdessen werden diese mit dem Regen ausgewaschen, dringen in tiefere Bodenschichten ein und können das Grundwasser belasten. Mit Hühnerkot behafteter Schotter oder Kies gelten als kontaminierter Bauschutt. Dieser muss sachgerecht gereinigt und fachgerecht entsorgt werden, was mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist. Deshalb sollten diese Substrate nicht im Legehennenauslauf verwendet werden.

Organische Substrate – die Testsieger

Organische Substrate können als Dünger in den betrieblichen Kreislauf rückgeführt werden. Insbesondere Pellets aus Holz oder Stroh erwiesen sich als sehr saugstark und quollen um das Dreifache auf. Sie sollten im Nahbereich unmittelbar vor den Auslaufluken ausgebracht werden (circa 5 Meter breit). Eine 5 Zentimeter hohe Auflage mit trockenen Pellets kann die Nährstoffeinträge im Nahbereich eines Stalles mit 3.000 Tieren über die winterliche Sickerwasserperiode deutlich reduzieren. Dabei ist zu beachten, dass zum Niederschlag nicht zusätzlich noch Wasser vom Dach oder Auslauf in den Nahbereich geleitet wird.

Regelmäßiger Austausch des Substrates ist notwendig

Um einen Nährstoffentzug im Nahbereich zu bewirken, muss das Substrat regelmäßig ausgetauscht werden. Daher ist es notwendig, die organischen Substrate vor und nach der winterlichen Sickerwasserperiode (Oktober bis April) zu entnehmen. Bleibt das Substrat liegen, können die Nährstoffe wieder ausgewaschen werden. Das kann zu oberirdischer oder unterirdischer Auswaschung führen und damit zu einer Belastung der Umwelt. Zudem sinkt der Nährstoffgehalt im Substrat und damit der Düngewert.


“Organische Substrate wie Strohpellets können als Dünger weitergenutzt werden. Dafür müssen sie regelmäßig ausgetauscht werden” (Dr. Frauke Deerberg, Universität Kassel)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 22.06.2026

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