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Ursachen und Bedeutung grüner Lebern bei ökologisch gehaltenen Mastputen

Im Rahmen des Projekts wurden Faktoren evaluiert, die zur Entstehung grüner Lebern bei Mastputen unter ökologischen Haltungsbedingungen führen. Neben der Erfassung von Bestandsdaten wurde eine repräsentative Stichprobe von Putenhennen zweier mittelschwerer Herkünfte aus Praxisbetrieben klinisch und postmortal in verschiedenen Altersstufen untersucht und die angebotenen Phasenfuttermittel analysiert.
Empfehlungen für die Praxis
Tiergesundheit
Mutierte Impfstämme des Erregers der Hämorrhagischen Enteritis (HEV) zirkulieren offensichtlich in Mastputenbeständen, häufig mit negativem Effekt auf die Entwicklung und Gesundheit der Puten. Deshalb erscheint eine Impfung aller Mastputen in der 4. Lebenswoche gegen HEV sinnvoll. Der Bedarf an Vitaminen steigt bei Infektionen. Aus diesem Grund sollte die Supplementierung der Vitamine E und D erhöht werden.
Fütterung
Bei der Optimierung der Nährstoffversorgung sollte das Verhältnis von nutzbarer Energie zu den erforderlichen Aminosäuregehalten immer eingehalten werden.
Haltungsmanagement
Eine gute Beingesundheit ist insbesondere in der späten Mastphase wichtig. Unter Berücksichtigung der Langzeiteffekte erfordert dies ein optimales Einstreumanagement ab der Aufzucht.
Puten mit grüner Leber sind krank. Ein erhöhtes Vorkommen erfordert Managementmaßnahmen, um das Tierwohl zu verbessern.
Dr. Volker Schmidt (Projektleitung)
Informationen zum Projekt
Im Rahmen des Vorgängerprojektes "Indikatoren einer tiergerechten Mastputenhaltung unter den Bedingungen der ökologischen Geflügelmast" (2812OE030) wurden hohe Prävalenzen grün gefärbter Lebern in Schlachtpartien ökologisch gehaltener Mastputen vorgefunden (siehe Tabelle).
| Projektnummer Laufzeit | Putenherkunft | Häufigkeit grüner Lebern (%) | |||
|---|---|---|---|---|---|
| U1 | U2 | Schlachthof | |||
| 2812OE030 2014 - 2017 | Bronze (Kelly BBB) | x | x | 33,15 | |
| WZP | x | x | 23,97 | ||
| 2819OE059 2020 - 2022 | Bronze (Cartier-Genetik) | 8,7 | 9,4 | 0,91 | |
| Hockenhull Auburn | 21,7 | 1,3 | 0,14 | ||
x keine pathologisch-anatomischen Untersuchungen im Laufe der Mast durchgeführt | |||||
Das vorgestellte Folgeprojekt ermittelte durch umfassende klinische, hämatologische, klinisch-chemische, pathologische, mikrobiologische, parasitologische und virologische Untersuchungen im Laufe der Mast Faktoren, welche die Entstehung der grünen Lebern begünstigen.
Ausführliche, vergleichende Futteranalysen bewerteten darüber hinaus die aktuelle Situation der Nährstoffversorgung in Relation zur Vorgängerstudie.

Grüne Lebern bei ökologisch gehaltenen Mastputen
Grüne Lebern kommen bei Mastputen unterschiedlichen Alters und verschiedener Genetiken vor. Insgesamt konnte ein Rückgang der Prävalenzen dieses Befundes bei ökologisch gehaltenen Puten festgestellt werden. Puten mit grünen Lebern hatten eine signifikant geringere Körpermasse und wiesen in der späten Mastphase signifikant häufiger Gelenk- bzw. Knochenveränderungen auf.
Nachweis des Hämorrhagische Enteritis-Virus (HEV)
Das immunsupprimierende HE-Virus wurde aus 44 % der Bestände isoliert. HEV-positive Hennen hatten signifikant häufiger eine grüne Leber sowie in der späten Mastphase signifikant geringere Körpermassen.
Bezug des Virusnachweises zum Impfstatus
HEV-positive, HEV-ungeimpfte Hennenherden:
- höchste mittlere Gesamtmortalität
- höchste Anteile grüner Lebern
- höchste Anteile an Gelenk-/Knochenbefunden
Auswirkungen auf das Immunsystem und die Leber
Die Befunde der Blutuntersuchungen weisen darauf hin, dass bei Puten mit grüner Leber altersunabhängig eine Beanspruchung des Immunsystems und ein höherer Verbrauch an Vitamin E vorliegt.
Futteranalyse
Es wurden hohe Spurenelementgehalte sowie niedrige Energie- und Aminosäurekonzentrationen in den späten Futterphasen festgestellt, verglichen mit den Empfehlungen. Niedrige Gehalte an nutzbarer Energie in den ersten beiden Phasen sowie niedrige Gehalte an Aminosäuren in den letzten beiden Phasen korrelierten mit der Häufigkeit des Auftretens grüner Lebern.
Vergleich der Futtergehalte zur Vorgängerstudie
Im Vergleich zur Vorgängerstudie lag in allen Futterphasen eine höhere (und somit verbesserte) Versorgung mit Mengen- und Spurenelementen sowie höhere Aminosäuregehalte bei geringeren Konzentrationen nutzbarer Energie in der Aufzuchtphase vor.
- Prof. Dr. med. vet. Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns, PD Dr. med. vet. Volker Schmidt, Dr. med. vet. Kerstin Cramer, Universität Leipzig, Klinik für Vögel und Reptilien, 04103 Leipzig
- Tierärztinnen Larissa Cuta und Ines Stegmaier
Universität Leipzig, Klinik für Vögel und Reptilien
An den Tierkliniken 17
04103 Leipzig
Prof. Dr. M.-E. Krautwald-Junghanns / PD Dr. V. Schmidt
Telefon: 0341/9738400
E-Mail: kontaktvogelklinik.uni-leipzigde
04/2020 – 04/2022
Die Inhalte dieser Seite finden Sie hier auch in einem Praxismerkblatt als PDF-Datei.
Letzte Aktualisierung 06.09.2022
