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Dachmarke Rhön e.V. – regionale Produkte stärken

Der Verein Dachmarke Rhön stärkt die regionalen Wertschöpfungsketten im Biosphärenreservat Rhön. Die Mitglieder setzen auf handwerkliche Qualität und nachhaltige Zusammenarbeit. Über ein Qualitätssiegel werden regionale Produkte vermarktet. Gemeinsame Projekte und Kooperationen bringen konventionelle und ökologische Betriebe zusammen.
Der Verein "Dachmarke Rhön e.V." existiert seit 2008 und startete mit 65 Mitgliedern. Er ist ein Netzwerk für alle Akteurinnen und Akteure entlang der Wertschöpfungskette aus dem Biosphärenreservat Rhön, das sich über die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen erstreckt. Hierzu gehören folgende fünf Landkreise:
- Bad Kissingen
- Rhön-Grabfeld
- Fulda
- Schmalkalden-Meiningen bis zur Werra
- Wartburgkreis bis zur Werra
Seit 2017 unterstützt die Rhön GmbH im operativen Geschäft und übernimmt neben dem Markenmanagement auch die Vernetzungsarbeit zwischen den Akteurinnen und Akteuren. Von den aktuell 365 Mitgliedern, zeichnen sich 225 als Markenpartner aus. Darunter sind 58 Bio-Produzierende und fünf Bio-Gastronomiebetriebe. Das Angebot der Rhöner Produkte ist äußerst breit aufgestellt. Von Mehlen, Back- und Teigwaren, Ölen, tierischen Lebensmitteln über Obst und Gemüse bis hin zu Mineralwasser, Säften und alkoholischen Getränken, decken die Mitglieder viele Lebensmittelbereiche regional ab.
Die Idee des Netzwerks
Generell setzt sich die Dachmarke Rhön e.V. dafür ein, eine transparente Wertschöpfungskette zu schaffen, die Natur zu schützen und die handwerkliche Verarbeitung zu fördern. Hier soll vor allem die besondere Qualität des Biosphärenreservats Rhön im Fokus stehen. Im Hinblick auf die Vielseitigkeit des Handwerks, verfolgt der Verein das Ziel, diese auf lange Sicht in der Region zu festigen und die Wertschätzung für handwerkliche Berufe und Tradition zu stärken. Im Zusammenspiel wurde deshalb auch der Begriff Regionalität klar definiert, worauf es dem Verein besonders ankommt, betont Projektleiter Thomas König von der Abteilung Marke und Produkt der Rhön GmbH.
Kriterien der Rhöner Wertschöpfungskette
Die Rhöner Wertschöpfungskette ist in drei Teile unterteilt: Teil 1 und 3 betrifft alle Betriebe gleichermaßen, wohingegen die Kriterien von Teil 2 spezifisch für die Art der Produktion bis hin zur Gastronomie gelten. Nachfolgend einige Beispiele für die jeweiligen Kriterien:
- Sitz des Betriebs in der Region haben inklusive Produktionsstandort,
- Besitz einer Betriebszulassung,
- glaubhafte Produktbezeichnungen.
- Anbauflächen befinden sich in der Region,
- mindestens zwei glaubhafte Lieferbeziehungen über den Zeitraum von zwei Jahren sind belegbar,
- mindestens 75 Prozent der Zutaten kommen aus der Erzeugung in der Region.
- Zusammenarbeit mit anderen Betrieben aus der Region,
- Verkauf von Produkten von anderen Betrieben aus der Region,
- Verwendung von nachhaltigem Verpackungsmaterial,
- Betrieb ist ein Ausbildungsbetrieb.
Die Kontrolle zur Einhaltung erfolgt durch entsprechende Nachweise, zum Beispiel Lieferscheine, Betriebszulassungen und Flächennutzungspläne.
Zeichen und Siegel – Das Erkennungsmerkmal der Region
Es gibt unterschiedliche Wege sich gestalterisch mit der Rhön zu identifizieren. Hier wird in Identitätszeichen und Qualitätssiegel unterschieden:
Das Identitätszeichen "Die Rhön" ist für alle Rhöner, für Betriebe und Privatpersonen, nutzbar zum Beispiel auf Internetseiten oder Flyer. Dieses darf allerdings nicht für Produkte verwendet werden, da dieser keiner Kontrolle unterliegen. Zur Nutzung des Siegels ist ebenfalls die Erlaubnis bei der Rhön GmbH einzuholen.
Das Qualitätssiegel darf nur von Vereinsmitgliedern genutzt werden. Dies darf für einzelne Produkte sowie Speisen und Getränke in der Gastronomie genutzt werden. Hierfür ist ein Zertifizierungsverfahren mit regelmäßigen Kontrollen erforderlich.
Zusätzlich zum regulären Qualitätssiegel, können Produzierende und Gastronomiebetriebe ihre Produkte und Verzehrangebote in Bio ausloben und kennzeichnen, mittels vorliegendem Bio-Zertifikat.
Was das Netzwerk so besonders macht
Oekolandbau.de hat Thomas König von der Rhön GmbH gefragt, was das Netzwerk ausmacht:
Um die Wertschöpfungskette innerhalb des Netzwerkes zu stärken, findet der Austausch zwischen Netzwerkmitgliedern oftmals über Projekte, Netzwerktreffen, Betriebsbesichtigungen, Mitgliederversammlungen, Workshops und Märkte statt. Doch soll das Netzwerk natürlich wachsen. Das Netzwerk lebt von innen heraus über Empfehlung und Projekte.
Chancen der regionalen Zusammenarbeit
Neben Herausforderungen wie das Fehlen mancher wichtigen Verarbeitungsketten, beispielsweise Molkerei, sowie teils sperrige behördliche Regeln, ebnet das Netzwerk dennoch Wege, um regionale Vermarktung gemeinschaftlich zu stärken. Durch das gemeinsame Qualitätsversprechen über das eingetragene Qualitätssiegel, schafft es Transparenz und Vertrauen für die Verbrauchenden. Dafür benötigt es eine gute Kommunikation und das schätzen die Netzwerkmitglieder. Ihnen ist vor allem wichtig in den Austausch gehen zu können, um aus Fehlern anderer zu lernen. Sie schätzen ebenfalls die Möglichkeit, Kooperationen mit anderen regional zertifizierten Partnerbetrieben einzugehen. Sie treten einheitlich mit dem Qualitätssiegel und in Projekten auf, was ihnen Reichweite für ihre Produkte verschafft.
Konventionelle und ökologische Unternehmen ziehen an einem Strang
Trotz unterschiedlicher Erzeugungs- und Herstellungsverfahren, vereint konventionelle und ökologische Unternehmen eins: Die Regionalität. Hier gibt es innerhalb des Netzwerkes auch einige Berührungspunkte zum Beispiel durch gemeinsame Projekte. Die projektbezogenen Produkte werden getrennt produziert, aber gemeinsam vermarktet und sowohl konventionell als auch ökologisch angeboten. Thomas König betont, dass ökologische Herstellungsunternehmen auch Akteurinnen und Akteure benötigen, die beides bedienen und nennt hier das Beispiel des Schlachthofs. Teil des Netzwerkes zu sein, erleichtert den Mitgliedern sich mit diesen zu vernetzen und Beziehungen aufzubauen.
Projekt: Rhöner Biosphärenschinken
Ein besonders herausragendes Beispiel für eine gute Zusammenarbeit ist das Projekt "Rhöner Biosphärenschinken". Er soll als Aushängeschild der Region dienen und wird sowohl von konventionellen als auch ökologischen Metzgereien hergestellt. Entstanden ist die Idee, durch die drei Metzgermeister Christoph Budenz (Metzgerei Budenz), Richard Kleinhenz (Landmetzgerei Kleinhenz) und Ludwig Leist (Rhönhof Henkel) im Jahr 2021. Der Schinken zeichnet sich besonders durch die einheitlich bindenden Qualitätsstandards für das Rohprodukt, die Reifung und der Würzung aus, die unter der Kontrolle der Rhön GmbH liegen.
Ein neues Netzwerk aufbauen
Anfangen, der größte Fehler ist nichts zu tun und die Industrie gewähren lassen,
sagt Thomas König. Der Projektleiter empfiehlt außerdem, sich mit anderen Regionen, die vieles schon umsetzen, zusammenzuarbeiten, deren Wissen zu nutzen, aus ihren Erfahrungen lernen und diese weiter auszubauen.
Text: Melissa Buchholz, Büro für Lebensmittelkunde und Qualität (BLQ)
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Letzte Aktualisierung 04.11.2024





