Bio-Gastronomie bringt Mehrwerte für die Region

Die Bio-Unternehmensgruppe der Tress-Brüder hat sich auf der Schwäbischen Alb zu einem bedeutenden Arbeitgeber und regionalen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Mit Bio-Restaurants, Catering und eigener Produktion verbindet das Familienunternehmen Bio-Qualität mit wirtschaftlicher Stärke in der Region.

Das Wichtigste in Kürze zur Tress-Gruppe:

  • Die Tress-Gruppe beschäftigt über 150 Mitarbeitende in der Region
  • Sie betreibt mehrere Bio-Restaurants, Hotels und Event-Locations
  • Durchgängig 100 % Bio-Qualität in allen Bereichen 
  • Eigene Produktionsstätte stärkt Unabhängigkeit und Effizienz
  • Fokus auf regionale Wertschöpfung und kurze Lieferketten (z. B. 25 km Radius)

Bereits 1950 hatte der Großvater Johannes Tress den Bauernhof in Hayingen-Ehestetten nach biologisch-dymamischen Prinzipien umgestellt. Auch nach seinem Tod im Jahr 2008 blieben die vier Tress-Brüder Daniel, Simon, Christian und Dominik den Prinzipien des Pio-niers treu. Zusammen mit ihren Familien und der Mutter Inge haben sie nach und nach ein vielschichtiges Bio-Unternehmen aufgebaut. Heute betreiben sie an mehreren Standorten sechs Bio-Restaurants mit unterschiedlichen Profilen und zwei exclusive Event-Locations. Überall gilt: 100 Prozent Bio ist der Standard. Seit ein paar Jahren steigen die Tress-Brüder zudem verstärkt in das Catering von Schulen und Kitas ein. In einer Produktionsstätte in Gau-ingen stellen sie Bio-Fertig- und Halbfertigprodukte her, die sie deutschlandweit unter der Marke TressBrüder über den Bio- und Lebensmitteleinzelhandel vermarkten. Für die Region ist das ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor. Inwischen beschäftigen sie über 150 Vollzeit-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Mehrere Standorte der Tress-Gruppe bringen Bio in die Gastronomie

Das Bio-Hotel Rose in Hayingen-Ehestetten war das erste biozertifizierte Bio-Hotel in Baden-Württemberg. Im gleichen Ort befindet sich das Fine-Dining-Restaurant 1950 mit einer kompromisslos regionalen und saisonalen Küche. Nach dem Prinzip “Die Natur macht den Teller” kommen die Zutaten bis auf wenige Ausnahmen von Betrieben aus einem Radius von 25 Kilometer. 2025 wurde das Restaurant zum wiederholten Male mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Im Bio-Gasthof Friedrichshöhle mit seiner Außengastronomie direkt an der Zwiefalter Ach erwartet Ausflugsgäste eine Jahreszeitenküche mit vegetarischen und veganen Speisen sowie Fleisch- und Fischgerichten.

Das Bio-Restaurant im Zeppelin-Museum in Friedrichshafen bietet Bio-Genuss für die ganze Familie mit Blick auf den Bodensee und eignet sich als Event-Location für private oder betriebliche Feiern. Gleichzeitig dient die Küche dort als Hub für die Schul- und Kita-Verpflegung am Bodensee.

Im Bio-Gasthaus Heimatküche in Bechingen, einem Stadtteil von Riedlingen an der Donau, bietet die Gastgeberin Inge Tress seit 2018 authentische und bodenständige schwäbische Spezialitäten: Vom klassischen Vesper über Linsengerichte mit Spätzle oder Maultaschen bis hin zu Braten oder Schnitzel.

Mit dem Betriebsrestaurant für Alnatura in Darmstadt eröffneten die Tress-Brüder 2025 ihren sechsten kulinarischen Bio-Standort. Hier können sich Mitarbeitende und Gäste nach ihrem Geschmack am Buffet vegetarische Speisen zusammenstellen.

In Gauingen, einem Ortsteil von Zwiefalten, entstand 2022 eine 3.000 Quadratmeter große Produktionsanlage für drei verschiedene Produktgruppen:

  1. Jeden Tag werden hier ein paar zigtausend Gläser und Becher mit bioveganen Fertiggerichten für den Lebensmitteleinzelhandel (Alnatura, Edeka, Rewe) produziert: Das sind beispielsweise Suppen, Brühen, Eintöpfe, Maultaschen und anderes.
  2. Das Catering von Schulen und Kitas ist ein Bereich, der in den letzten Jahren stark angewachsen ist. Aktuell werden hier rund 4.000 Bio-Mittagessen gekocht und im Cook & Chill- oder Cook & Hold-Verfahren an Schulen und/oder Kitas ausgeliefert.
  3. Zudem werden in der Produktionsanlage (Halb-)Fertigprodukte für Großcaterer hergestellt.

Interview mit Christian Tress

Warum ist die Unternehmensgruppe der Tress-Brüder so erfolgreich und auch in Krisenzeiten auf Wachstumskurs? Was sind die Erfolgsfaktoren? Christian Tress bezog dazu Stellung im Gespräch mit der Ökolandbau-Redaktion.

Oekolandbau.de: Warum kommen die Gäste hier ins Bio-Gasthaus Friedrichshöhle: Weil es hier Speisen und Getränke in Bio-Qualität gibt – oder vor allem deshalb, weil das hier so ein wunderschönen Ort ist?

Christian Tress: Die Bio-Qualität ist natürlich zentral und das ist unsere DNA. Unsere Gäste schätzen beides: exzellentes Bio-Essen in einer einmaligen und natürlichen Umgebung.

Oekolandbau.de: Welche Rolle spielt es, dass jetzt in einer eigenen Produktionsanlage biovegane Fertig- und Halbfertigprodukte für die verschiedenen Zweige der Unternehmensgruppe hergestellt werden können?

Christian Tress: Es schafft natürlich Flexibilität. Durch die eigene Vorverarbeitung bleiben Qualitätsstandards konstant, Lieferketten sind weniger anfällig für äußere Einflüsse und wir können gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Zweige eingehen. So entsteht eine durchgängige Qualität “aus einer Hand”. 

Das bedeutet mehr Effizienz, Transparenz und geringere Abhängigkeiten von irgendwelchen Weltmarktpreisen.

Oekolandbau.de: Die Produktion der Fertigprodukte erfolgt hier im industriellen Maßstab. Das heißt auch: Zentralisierung, Standardisierung und Digitalisierung sind Teil des Erfolgsrezepts. Passt das alles zu den ursprünglichen Werten der biodynamischen Landwirtschaft des Großvaters?

Christian Tress: Unsere Werte, die uns unser Großvater mit auf den Weg gegeben hat, ändern sich hierdurch ja nicht. Und diese Werte sind auch die Basis für den Zusammenhalt zwischen uns Brüdern. 

Aber wir möchten Bio für jeden oder viele zugänglich machen und das geht nur wenn wir Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden.

Oekolandbau.de: Welche Mehrwerte entstehen hier – neben den Arbeitsplätzen – für die Region?

Christian Tress: Wir stärken die regionale Landwirtschaft und schaffen Landwirten eine Alternative zur Belieferung durch Agrarkonzerne. So beziehen wir Rindfleisch von Bio-Betrieben hier von der Schwäbischen Alb und am Bodensee kooperieren wir stark mit Gemüsebetrieben.

Text und Interview: Andreas Greiner


Letzte Aktualisierung 26.05.2026

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