Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Staubläuse, Bücherläuse und Lausflechtlinge
Staubläuse erkennen
Staubläuse und Bücherläuse gehören zur Insektenordnung der Lausflechtlinge (Psocodea). Aufgrund ihrer geringen Größe werden sie häufig übersehen oder mit Staubpartikeln verwechselt. Ihr Auftreten in Innenräumen kann ein Hinweis auf erhöhte Feuchtigkeit oder Schimmelbildung sein.
Wie sehen Staubläuse aus?
Staubläuse sind sehr kleine, weichhäutige Insekten mit länglich-ovalem Körper. Ihre Farbe reicht von weißlich über gelblich bis bräunlich. Auffällig sind der relativ große Kopf sowie die langen, dünnen Fühler.
Je nach Art unterscheiden sich Staubläuse in ihrer Flügelentwicklung: Einige Arten sind flügellos (Liposcelis bostrychophila), andere besitzen Flügelstummel (Lepinotus patruelis) oder feine, durchsichtige Flügel (Lachesilla pedicularia)l. Typisch ist ihre schnelle, ruckartige Fortbewegung. Mit bloßem Auge sind sie meist kaum zu erkennen, mit einer Lupe jedoch gut sichtbar.
Welche Größe haben Staubläuse?
Staubläuse erreichen in der Regel eine Körperlänge von etwa 0,8 bis 1,4 Millimetern, selten bis zu 2 Millimetern.
Wie unterscheiden sich Staubläuse, Bücherläuse und Lausflechtlinge?
Die Begriffe Bücherlaus, Staublaus und Lausflechtling werden im Alltag häufig gleichgesetzt, aus biologischer Sicht unterscheiden sie sich jedoch.
Lausflechtlinge ist der wissenschaftliche Sammelbegriff für eine Insektenordnung (Psocodea). Zu dieser Gruppe gehören zahlreiche Arten, die sowohl im Freien als auch in Innenräumen vorkommen.
Staubläuse sind eine umgangssprachliche Bezeichnung für Lausflechtlingsarten, die in Innenräumen leben. Sie treten vor allem in feuchten Bereichen, Vorratsräumen, Kellern oder Wohnräumen auf und ernähren sich von Schimmelpilzen, Hefen und organischen Rückständen.
Bücherläuse sind keine eigene biologische Gruppe, sondern eine spezielle Bezeichnung für bestimmte Staublausarten, die besonders häufig in Büchern, Papier, Archiven oder Vorräten vorkommen, beispielsweise die Art Liposcelis bostrychophila.
Zusammengefasst sind Bücherläuse eine Untergruppe der Staubläuse, während Staubläuse wiederum zur übergeordneten Gruppe der Lausflechtlinge gehören. Der Unterschied liegt daher weniger im Aussehen als in der Begriffsverwendung und dem bevorzugten Lebensraum.
Schädlinge, die den Staubläusen ähneln
Durch ihre weiche Haut können Staubläuse für Käferlarven gehalten werden. Auch Verwechslung mit größeren Raubmilben ist möglich, diese weisen aber ein ruhigeres Bewegungsmuster auf.
Schadbild und Schadwirkung von Staubläusen in feuchten Vorräten
Der Befall mit Staubläusen zeigt kein erkennbares Schadbild. Becherfallen, Probesiebungen, und doppelseitiges Klebeband an Wänden ermöglichen eine frühzeitige Feststellung eines Befalls. Auf hellen Produkten wie Mehl und Reis können die sich bewegenden Insekten am ehesten entdeckt werden. Sie sind auch auf Böden, an Wänden und Verpackungsmaterialien zu finden.
Staub- und Bücherläuse entwickeln sich an feuchtem Getreide und anderen feuchten und schimmeligen Vorräten. Die meisten Arten ernähren sich vorwiegend von Myzelien und Sporen der Pilze, von Flechten und Algen und sind daher keine eigentlichen Vorratsschädlinge. Einige Bücherläuse können aber auch an Getreidekörnern und verschiedenen anderen trockenen Vorräten wie Mehl, Müsli, getrocknete Pilze, Kakao sowie Papier fressen. Zudem schädigen sie die Produktqualität durch ihren dunklen Kot. Beim Verzehr befallener Produkte und bei der Arbeit in stark befallenen Lagern können allergische Reaktionen auftreten.
Biologie und Lebensraum der Staubläuse
Staubläuse und Bücherläuse sind stark an bestimmte Umweltbedingungen angepasst. Sie treten häufig in feuchten Innenräumen, Vorratsbereichen oder bei Schimmelbefall auf und können sich unter günstigen Bedingungen schnell vermehren.
Ideale Lebensbedingungen für Staubläuse
Staub- und Bücherläuse entwickeln sich bei hoher Luftfeuchtigkeit ab 65 Prozent und 25 Grad Celsius, sie können kühlere und trockenere Bedingungen aber einige Tage überdauern. Sie können Wasserdampf aktiv aus der Luft aufnehmen. Bei Schimmelwachstum kann es zu Massenvermehrungen kommen. Frischer Zement und Putz können zum Beispiel die zur Entwicklung benötigte Feuchtigkeit auch in sonst trockenen Räumen liefern. Eine Einschleppung erfolgt häufig mit Verpackungsmaterialien. Insgesamt treten 6 bis 8 Generationen im Jahr auf. Sie können an geschützten Orten im Freien überwintern.
Staublaus Eier und Entwicklung
Die circa 0,6 Millimeter langen Eier werden in Spalten gelegt und eingesponnen. Die Jungstadien der Staubläuse ähneln den ausgewachsenen Tieren bis auf ihre geringere Größe.
Die am besten untersuchte Bücherlaus Liposcelis bostrychophila legt Eier bei Temperaturen zwischen 18 und 35 Grad Celsius, aus denen nach 8 bis 70 Tagen Nymphen schlüpfen. Das heißt, Bücherläuse durchlaufen keine Metamorphose von einer Larve zum adulten Tier sondern ihre Jungstadien sind kleiner Formen die sich 9 bis 90 Tage lang wiederholt häuten bis sie ausgewachsen sind. Im Gegensatz zu anderen Bücherlaus-Arten existieren keine männlichen Formen von L. bostrychophila. Die ausgewachsenen Bücherläuse legen um die 100 unbefruchtete Eier über ihre gesamte Lebensdauer von 15 bis 30 Wochen.
Staubmilben bekämpfen
Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Staubläusen
- Trockene Lagerung bei unter 65 Prozent Luftfeuchte
- Gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung
Physikalische und chemische Bekämpfung von Staubläusen
- Reinigung und Trocknung befallener Produkte
- Doppelseitiges Klebeband und mit Kieselgur bestrichene Flächen stellen unüberwindbare Hindernisse für Staubläuse dar
- Kältebehandlung (3 Stunden bei 0 Grad Celsius) oder Hitzebehandlung (24 Stunden bei 43 Grad Celsius)
- Kohlendioxidbegasung
Bitte informieren Sie sich unbedingt über die aktuelle Zulassungssituation und Anwendungsbestimmungen, z. B. für Pflanzenschutzmittel unter www.pflanzenschutz-information.de (für pflanzliche Vorräte) oder für Biozidprodukte unter www.baua.de (für verarbeitete Produkte).
Letzte Aktualisierung 13.03.2026


