Walnuss regional entwickeln: Kooperationen von Anbau bis Vermarktung
71083 Herrenberg
Echte Speckkäfer erreichen eine Körperlänge von 6 bis 10 Millimeter.
Speckkäfer haben eine kompakte, langovale Körperform. Das Halsschild schließt direkt an den Hinterleib an, so dass keine "Taille" erkennbar ist. Die Fühler sind kurz und mit verdickten Endkeulen versehen. Ihre mit wenigen hellen Haaren durchsetzte braun-schwarze Grundfarbe verleiht ihnen ein leicht schimmerndes bis bestäubtes Aussehen. Sie sind flugfähig.
Die Familie Dermestidae umfasst weltweit rund 1300 Arten in etwa 50 Gattungen; in Europa leben circa 144 Arten, etwa 68 davon in Mitteleuropa
Viele Speckkäferarten von ähnlicher Größe und schwarzer Färbung sind weltweit verbreitet, dazu gehören: der Aasspeckkäfer (Dermestes ater Deg.), der Gestreifte Speckkäfer (D. bicolor F.), der Dornlose Speckkäfer (D. frischii Kugelann), der Gewellte Speckkäfer (D. undulatus Brahm), Dermestes carnivorus F., D. laniarius Illiger, D. murinus L. (siehe auch Bestimmungstabelle zu den Speckkäferarten).
Im Folgenden wird näher auf den Echten Speckkäfer, den Gemeinen Speckkäfer, den Dornspeckkäfer und den Peruanischen Speckkäfer eingegangen.
Der Gemeine Speckkäfer fällt durch ein gelbbraunes, unregelmäßiges Band in der oberen Hälfte der Deckflügel auf, das durch sechs kleine schwarze Flecken durchbrochen ist. Der Gemeine Speckkäfer ist die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Speckkäferart.
Der Dornspeckkäfer ist braunschwarz mit hellen Haaren, die an den Seiten des Halsschildes dichter stehen, und an der Bauchseite weiß, mit dunklen Flecken an der Körperseite. Der Dornspeckkäfer wird häufig in Museen zur Reinigung von Skeletten verwendet, da sie Weichgewebe effizient entfernen und das Knochengewebe intakt bleibt.
Der Peruanische Speckkäfer ist schwarz, glänzt stärker und weist eine eher gelbliche Behaarung auf. Er wird häufig über Importe tierischer Produkte eingeschleppt.
Speckkäfer treten häufig in Haushalten, Großküchen und der Lebensmittelverarbeitung schädigend auf. Der Gemeine und der Dornspeckkäfer sind im Freiland verbreitet, wo sie sich von Aas ernähren und in Nestern und Bienenstöcken leben. Sie bevorzugen feuchte Umweltbedingungen und entwickeln sich im Temperaturbereich von 15 bis 35 Grad Celsius, können aber auch Minusgrade sowie Hitze für längere Zeit überleben. Insbesondere im Spätsommer und Herbst wandern sie in Vorratslager ein, wo die Weibchen mehrere hundert Eier im Lagergut ablegen. Demgegenüber werden die wärme- und feuchteliebenden Peruanischen Speckkäfer mit Importen tierischer Produkte eingeschleppt.
Bis zu 12 Tage nach Eiablage schlüpfen die Larven die sich nach bis zu 24 weiteren Tagen in Holz oder gemauerten Strukturen für zwei Wochen verpuppen. Die geschlüpften Käfer überwintern am Ort der Verpuppung. Die gesamte Entwicklung dauert 1 bis 5 Monate, die Käfer leben bis zu acht Monate. In geschützten Gebäuden können sich so mehrere Generationen im Jahr entwickeln.
Weibchen legen rund 135 Eier in der Nähe von Nahrung ab. Bis zu 12 Tage nach Eiablage schlüpfen die Larven die sich nach bis zu 24 weiteren Tagen in Holz oder gemauerten Strukturen für zwei Wochen verpuppen. Die geschlüpften Käfer überwintern am Ort der Verpuppung. Die gesamte Entwicklung dauert 1 bis 5 Monate, die Käfer leben bis zu acht Monate. In geschützten Gebäuden können sich so mehrere Generationen im Jahr entwickeln.
Die Larven der Speckkäfer unterscheiden sich durch eine starke borstige Behaarung, mit kürzeren und langen Haaren, deutlich von den Larven anderer Käferfamilien. Speckkäfer Larven werden bis 17 Millimeter lang, sind dick, und verjüngen sich zum Hinterleibsende. Der Kopf der Larve ist nur undeutlich abgesetzt und es folgen drei Beinpaare im Brustbereich. Die Körpersegmente sind durchgängig oder in Ringen dunkelbraun gefärbt, während sich zwischen den Ringen, an der Bauchseite und an der jungen Larve eine gelblich-weiße Farbe zeigt. Am Hinterleib trägt die Larve zwei kleine nach hinten gerichtete dornartige Fortsätze. Speckkäfer Larven ernähren sich vor allem von tierischem Material, können aber auch pflanzliche Vorräte befallen, wenn diese mit tierischen Resten verunreinigt sind.
Speckkäfer befallen hauptsächlich tierische Materialien, da sie tierische Eiweiße und Fette zur Entwicklung benötigen. Beispiele sind Käse- und Wurstwaren, Eier, Fischmehl, Tiernahrung, Leder und Felle, Wolle, Därme, Seide. Pflanzliche Produkte befallen sie nur dann, wenn sie ihren Eiweißbedarf ergänzend aus tierischer Nahrung decken können, zum Beispiel in der Lagerung tierischer Lebensmittel beziehungsweise wo sie Jagd auf andere Vorratsschädlinge machen können, oder wo sie Zugang zu Vogel- und Mäusenestern beziehungsweise Kadavern in Mäuse- und Fliegenfallen haben. Neben allen typischen Lagerprodukten befallen sie dann auch Kakao und Schokoladen, Nüsse, und Tabak, und bohren sich in Holz und andere feste Materialien ein. Sie können die Eier und Küken brütenden Geflügels schädigen.
Die Larven verderben Lebensmittel durch ihren Fraß, hinterlassen lange Kotfäden, und schädigen Materialien. Neben Kotfäden und Fraßspuren zeigen zurückgelassene Häute der sich in kurzen Abständen häutenden Larven einen Befall an. Kontakt mit Speckkäfern und den Pfeilhaaren der Larven kann, zum Beispiel bei Inhalation, allergische Reaktionen auslösen.
Da sich Speckkäfer-Larven zur Verpuppung bis zwei Zentimeter tief in feste Materialien wie Putz, Holz oder Estrich einbohren, sind die Puppenstadien kaum zu bekämpfen. Befallene Materialien müssen so weit möglich entfernt oder durch bauliche Maßnahmen versiegelt werden. Für die Behandlung nicht entfernbarer Materialien muss der Schlupf der Käfer abgewartet werden, was wiederholte Behandlungen erforderlich macht.
Bericht über Herausforderungen der Speckkäferbekämpfung in verwahrlosten Wohnungen
Letzte Aktualisierung 21.11.2025