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Gladbacherhof: Forschen für den Ökolandbau

Die Hessische Staatsdomäne Gladbacherhof wird seit 1981 nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Zunächst unter der Regie der hessischen Agrarverwaltung und seit 1990 als Lehr- und Versuchsbetrieb der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Hauptaufgabe des Gladbacherhofes ist die Lehre und Forschung im ökologischen Landbau. „Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich unter anderem mit Fragen zum Thema Klimawandel, Agroforst, Nachhaltige Agrarsysteme, Bodenfruchtbarkeit und Fruchtfolgen. Aber auch Aspekte der ökologischen Tierhaltung werden wissenschaftlich untersucht.“ So fasst Johannes Eisert die Arbeit auf dem Lehr- und Versuchsbetrieb Gladbacherhof zusammen.
Zur Erforschung der Methoden des ökologischen Landbaus werden meistens auf den Feldern, aber auch im Milchviehstall wissenschaftliche Versuche durchgeführt.
Acker und Feld, Rinder und Hühner
Neben Versuchen und wissenschaftlichen Projekten ist der Gladbacherhof ein produzierender Gemischtbetrieb in Mittelgebirgslage. Im Pflanzenbau hat der Hof neben der Erzeugung des Grundfutters für die Milchviehherde seinen Schwerpunkt in der Erzeugung von ökologischem Z-Saatgut. Alle wichtigen Getreidearten werden vermehrt. Außerdem werden in der 8-feldrigen Fruchtfolge Luzernegras, Körnerleguminosen, Kartoffeln und Silomais angebaut. Über ein Drittel der Betriebsfläche ist Dauergrünland. Dieses kann nur durch Wiederkäuer genutzt werden.
Daher hat der Gladbacherhof als klassischer Gemischtbetrieb auch Tierhaltung in Form einer Milchviehherde von 130 Kühen der Rasse Holstein-Friesian. Ziel ist es langlebige gesunde Kühe mit hoher Lebensleistung zu züchten. Im Forschungsstall werden alle Inputs und Outputs der Milchviehherde in ihren Quantitäten und Qualitäten erfasst, sodass die Auswirkungen auf das Klima untersucht werden können. Ein Hühnermobil mit 220 Legehennen, welches regelmäßig einen neuen Stellplatz mit frischem Auslauf für die Hühner bekommt, rundet die Tierhaltung auf dem Gladbacherhof ab.
Der Hofladen lädt ein
Ein weiteres Standbein ist die Direktvermarktung, vornehmlich über den eigenen Hofladen. Hier gibt es neben dem eigenen Getreide, Mehl, Kartoffeln, Apfelsaft, Eiern und Rindfleisch auch Bio- Produkte anderer Betriebe. Der Hofladen bietet ein umfassendes Naturkostsortiment.
Forschung und Wissenstransfer
Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus langjähriger Praxis im Öko-Landbau und Versuchswesen werden an interessierte Forschende, Studierende, Schülerinnen und Schüler, Kindergartengruppen und Besucher vermittelt. Ein Förderverein veranstaltet regelmäßig Kulturveranstaltungen und Fachvorträge für Interessierte aus nah und fern.
Betriebsinfos
Dienstag: 14:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag: 16:00 - 19:00 Uhr
Freitag: 10:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
- Betriebsart: Marktfrucht- und Milchviehbetrieb
- Betriebsfläche: 180 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, davon 100 Hektar Ackerland und 80 Hektar Grünland
- Fruchtfolge: zwei Jahre Luzernegras, Winterweizen, Silomais oder Kartoffeln, Winterroggen, Ackerbohnen, Dinkel, Sommerweizen oder Hafer
- Tierhaltung: 90 Milchkühe (Schwarzbunt) mit Zuchtziel Lebensleistung im Liegeboxen Außenklimastall; weibliche Nachzucht im Tretmiststall; Kälber im Zweiraumstall mit Laufhof; 100 Legehennen in Bodenhaltung mit Auslauf im Freiland
- Anbauverband: Bioland, Naturland
- ÖKO-Kontrollstelle: DE-ÖKO-006
Mehr Infos zum Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau:
Letzte Aktualisierung 05.06.2026



