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Ökologische Putenhaltung

Die Nachfrage nach Öko-Putenfleisch nimmt seit Jahren langsam aber stetig zu. Der Einstieg in die Öko-Haltung kann daher für so manchen Betrieb eine lohnende Initiative sein. Wer in die Öko-Putenhaltung einsteigen möchte, sollte sich jedoch darüber bewusst sein, dass Puten hohe Anforderungen an die Haltung und Fütterung stellen.
Die ökologische Putenhaltung ist eine Nische. Gerade einmal zwei Prozent der in Deutschland gehaltenen Puten werden auf Öko-Betrieben gemästet. Es gibt rund 130 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, die Öko-Puten mästen. Ein Drittel von ihnen sind Spezialistinnen und Spezialisten und halten mehr als 1.000 Tiere. Sie haben meist feste Abnehmerinnen und Abnehmer oder mästen im Lohn. Andere Öko-Betriebe halten eine kleine Anzahl an Puten für die Direktvermarktung.
Für erfahrene und spezialisierte Putenhalterinnen und -halter kann der Umstieg von konventioneller auf ökologische Putenmast eine Möglichkeit sein, sich vom Niedrigpreismarkt abzusetzen. Für Öko-Betriebe mit Hofverkauf oder Wochenmarktstand kann die Putenmast lohnend sein, denn Bio-Weihnachtsputen sind ein attraktives Saisonprodukt.
Wer in die Öko-Putenhaltung einsteigen möchte, sollte sich darüber bewusst sein, dass Puten sehr hohe Anforderungen an die Haltung und Fütterung stellen. Das gilt insbesondere für die Aufzucht der Küken. Die Mast ist dagegen weniger schwierig. Weil es jedoch keine spezialisierten Aufzuchtbetriebe für Bio-Puten gibt, müssen Landwirtinnen und Landwirte Eintagsküken aufstallen und die Tiere selbst aufziehen.
Direktvermarktende Öko-Betriebe müssen, um die wesentlich höheren Produktionskosten der Bio-Geflügelhaltung decken zu können, möglichst das gesamte Tier zu Öko-Preisen vermarkten. Dies ist aber besonders bei Puten eine Herausforderung, da hier der Fokus auf der Vermarktung von Teilstücken wie Brustfleisch und Keulen liegt. Mittlerweile gibt es Bemühungen, Puten zu züchten, die so klein sind, dass sie in den Backofen passen und deshalb im Ganzen verkauft werden können.
Was ist bei der Öko-Putenhaltung zu beachten?
Während im Öko-Landbau vor einigen Jahren noch überwiegend Hennen der hochleistenden Hybridlinie B.U.T. Big 6 gemästet wurden, kommen heute vermehrt "alternative Rassen" zum Einsatz. Damit sind Herkünfte gemeint, die nicht nur auf den Fleischansatz und damit die wirtschaftliche Nutzung der Puten gezüchtet sind, sondern auch auf eine robuste Gesundheit. "Alternative Rassen" wachsen langsamer und haben einen geringeren Brustfleischanteil als die in der konventionellen Mast verwendeten Herkünfte.
"Alternative Rassen"
Zu den "alternativen Rassen" gehören zum Beispiel die BZ 708 oder die Auburn-Pute, eine Weiterentwicklung der Hockenhull-Genetik von Aviagen. Auch die BB Kelly Pute gehört dazu. Von diesen Rassen werden Hahn und Henne gemästet. Während die B.U.T. Big 6-Hennen unter Öko-Bedingungen nach 20 Wochen zehn Kilogramm Lebendgewicht erzielen, erreichen Auburn-Hennen gerade einmal acht Kilogramm und die Auburn-Hähne zwölf Kilogramm.
"Alternative Rassen" unterliegen nicht dem Mindestschlachtalter von 100 Tagen für Hennen und 140 Tagen für Hähne, wie es in der EU-Öko-Verordnung für schnell wachsende Herkünfte wie B.U.T. Big 6 vorgeschrieben ist.
Küken: meist nur aus konventioneller Haltung erhältlich
Wegen der vergleichsweise geringen Anzahl von Öko-Puten in Deutschland müssen Öko-Betriebe in der Regel auf konventionelle Putenküken zurückgreifen. Den Zukauf konventioneller Küken muss man sich von der zuständigen Kontrollbehörde genehmigen lassen.
Robustputen
In Niedersachsen wurden im Rahmen eines EU-Projektes Hähne der alten Rassen Cröllwitzer und Ronquières Puten mit modernen Mast-Hybriden gekreuzt. Die Kreuzungstiere werden "Robustputen" genannt. Sie sind unempfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen, haben aber eine schwächere Mastleistung als ihre Hybridmütter. In Niedersachsen befindet sich die einzige ökologische Elterntierherde.
| Gewicht | Gewicht | Gewicht | Zunahme | Futterverwertung |
Schwere Linien | |||||
B.U.T. Big 6 Henne | 5,21 | 10,93 | 12,38 | 95,9 | 1 : 2,45 |
B.U.T. Big 6 Henne | 10,30 | 73,6 | 1 : 2,90 | ||
B.U.T. Big 6 Hahn | 20,99 | 149,0 | 1 : 2,47 | ||
Converter (Fa. Hybrid) Henne | 5,76 | 10,45 | 12,37 | 88,4 | 1 : 2,75 |
Converter Hahn | 7,47 | 15,56 | 20,37 | 145,5 | 1 : 2,65 |
Mittlere Linien | |||||
Hockenhull Auburn | 2,00 | 5,40 | 8,00 | 66,0 | 1 : 3,10 |
Hockenhull Auburn | 2,60 | 7,50 | 12,00 | 101,0 | 1 : 3,10 |
BZ 708, Caringa, Henne | 4,47 | 8,16 | 9,65 | 68,9 | 1 : 2,93 |
BZ 708, Caringa, Hahn | 5,86 | 11,93 | 15,75 | 112,5 | 1 : 2,48 |
Bronze, Kelly BBB, | 4,30 | 7,80 | 9,10 | 65,0 | 1 : 2,85 |
Bronze, Kelly BBB, | 5,40 | 11,10 | 15,40 | 110,0 | 1 : 3,10 |
Quelle: Moorgut Karzfehn, Züchterangaben, "Managementhandbuch Öko-Masthähnchen und Öko-Puten" des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen, 2017 | |||||
Putenaufzucht und Putenmast erfolgen meist in getrennten Ställen. Küken und Jungtiere haben andere Anforderungen an das Stallklima und das Futter und sind sehr viel empfindlicher als die älteren Tiere. Müssen Aufzucht und Mast aus Platzgründen im selben Gebäude stattfinden, wird mit abgetrennten und in der Größe variablen Abteilen gearbeitet.
Kükenaufzucht
Um dem hohen Wärmebedürfnis der Küken gerecht zu werden, muss der Aufzuchtstall gut wärmeisoliert, zugluftfrei und beheizbar sein. Dies lässt sich nur in geschlossenen Ställen erreichen. Besonders in den ersten Tagen nach der Einstallung stellen die Küken sehr hohe Anforderungen an das Stallklima. Damit nicht nur die Luft, sondern auch der Stallboden und die Einstreu warm genug sind, muss der Aufzuchtstall schon vor dem Einstallen auf 28 bis 29 Grad Celsius Lufttemperatur vorgeheizt werden. Bis zur fünften Lebenswoche wird die Stalltemperatur stufenweise auf 22 bis 20 Grad Celsius abgesenkt.
Mastphase
Nach fünf Wochen gehen die Tiere entweder getrennt nach Hahn und Henne oder gemeinsam in die Mastphase. Die Mast der Puten findet überwiegend in Offenställen statt. Allerdings erst, wenn die Jungtiere voll befiedert sind, denn erst dann können sie ihre Körpertemperatur komplett selbst regeln und brauchen keine Heizung mehr.
| Aufzucht | Mast | |
Lebenswoche | 1. bis 5. | 6. bis 20. |
Maximale Tierzahl | 2.500 | 2.500 |
Maximales Lebendgewicht | 21 (Mobilstall 30) | 21 (Mobilstall 30) |
Empfohlene Anzahl Tiere | 9 bis 10 | 2 |
Quelle: Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, Managementhandbuch Ökomasthähnchen und Ökomastputen
Besatzdichte im Stall
Öko-Geflügelberaterinnen und -berater empfehlen in der Aufzucht höchstens neun bis zehn Tiere pro Quadratmeter Stallfläche. In der Mast sind im Öko-Landbau im Feststall maximal 21 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter Stallfläche zugelassen. Das entspricht bei „alternativen Rassen“ etwa zwei Tiere pro Quadratmeter. In Mobilställen mit bis zu 150 Quadratmetern Grundfläche kann die Besatzdichte etwas höher sein. Dort dürfen so viele Tiere gehalten werden bis maximal 30 Kilogramm pro Quadratmeter erreicht sind.
Unter ökologischen Haltungsbedingungen sind pro Stall maximal 2.500 Puten erlaubt. Es dürfen jedoch mehrere Ställe in einem Gebäude untergebracht werden, wenn sie klar voneinander getrennt sind. Die maximal zulässige Gebäudegröße für Öko-Mastgeflügel wird durch die EU-Öko-Verordnung auf 1.600 Quadratmeter beschränkt.
Die Öko-Anbauverbände fordern darüber hinaus, dass für die Mast mindestens ein Drittel der Mindeststallfläche in Form eines befestigten Außenklimabereiches angeboten wird. Ausgenommen von dieser Regelung sind jedoch Mobilställe und Kleinbestände.
Puten meiden Schattenplätze. Deshalb muss der Stall gleichmäßig ausgeleuchtet sein. Die Beleuchtungsstärke sollte 20 Lux erreichen. Das entspricht einer Helligkeit, bei der Zeitungslesen möglich ist. Nach EU-Öko-Verordnung und Verbandsrichtlinien ist eine Nachtruhe von acht Stunden einzuhalten. Nachtruhe heißt, das Licht muss bis auf ein Orientierungslicht mit einer Lichtstärke von etwa 0,5 Lux ausgeschaltet sein.
In den ersten Tagen der Aufzucht haben die Bedürfnisse der Tiere nach Wasser und Futter jedoch Vorrang vor der Nachtruhe. Sie sollte bei Bedarf verkürzt werden, wenn die Küken Schwierigkeiten haben, Futter und Wasser zu finden. Da die EU-Öko-Verordnung eine verkürzte Nachtruhe nicht vorsieht, muss dies mit der Öko-Kontrollstelle schon vorab geklärt werden.
Die Einstreu hat in der Putenmast eine wichtige Aufgabe. Sie isoliert die Tiere gegen Kälte, die vom Boden aufsteigt. Außerdem bindet sie Kot sowie übergelaufenes Wasser in Nähe der Tränken. Puten sollten auch im Aufzuchtstall sandbaden können. Dafür brauchen sie eine geeignete lockere und kleinstrukturierte Einstreu aus Hobelspänen oder Sand. In der Mastphase, wenn die Puten den Auslauf nutzen, reichen Sandbadestellen im Grünauslauf aus. In der Mastphase wird gerne Stroh eingestreut. Von allen Stroharten ist Gerstenstroh am besten geeignet, weil es am meisten Wasser aufnehmen kann.
Für die Einstreu muss in der Öko-Putenhaltung öko-zertifiziertes Material verwendet werden. Ist dies nicht verfügbar, kann auf konventionelle Herkünfte zurückgegriffen werden. Die Nichtverfügbarkeit muss dabei jedoch für die Öko-Kontrolle dokumentiert werden.
Eine kritische Zeit in der Putenhaltung ist der dritte Lebenstag. Dann werden die Federn geschoben. Sind die Puten in dieser Phase nicht gut beschäftigt oder gestresst, kann Kannibalismus entstehen. Dem kann vorgebeugt werden, indem geeignetes Beschäftigungsmaterial wie Luftballons oder flatternde Warnbänder eingesetzt werden, um die Tiere abzulenken. "Alternative Putenrassen", wie sie heute immer mehr in der Öko-Putenmast zum Einsatz kommen, sind allerdings schon weniger nervös und weniger anfällig für Kannibalismus als die gängigen Herkünfte der konventionellen Putenmast.
Puten sitzen gerne erhöht. Für Küken eignen sich dafür mobile A-Reuter, ältere Puten nutzen lieber erhöhte Sitzstangen. Mit erhöhten Ebenen lässt sich der Stall gut in Aktivitäts- und Ruhebereiche unterteilen, so dass rangniedere Tiere ranghöheren Tieren besser ausweichen können. Zur Strukturierung geeignet sind kleine Strohballen (HD-Ballen).
Für Öko-Puten ist ein Grünauslauf vorgeschrieben, der den Tieren die Möglichkeit bietet, ihr Erkundungsverhalten auszuleben. Vorgeschrieben sind mindestens zehn Quadratmeter je Tier. Der Zugang zum Grünauslauf muss ganzjährig gewährt werden, sofern die klimatischen Bedingungen dies gestatten. Jeder Betrieb muss dies in Form eines "Auslaufjournals" dokumentieren.
Puten sind Steppentiere, das heißt, sie laufen gerne und entfernen sich bis zu 350 Meter vom Stall. Wegen ihrer Größe sind sie weniger durch Raubtiere gefährdet als Hühner. Dennoch brauchen auch Puten Schutz und Strukturen im Auslauf. Das können Bäume und Sträucher sein, oder – auf Pachtflächen – Windschutznetze entlang der Zäune.
Puten sind anspruchsvoll in Bezug auf ihr Futter. Das gilt vor allem für die Aufzuchtphase. Eine Herausforderung in der Fütterung sind die richtige Zusammensetzung und Menge der Aminosäuren im Futter. Besonders die Eiweißbausteine Methionin und Lysin sind für die Jungtiere wichtig. Konventionelle Mästerinnen und Mäster decken diesen Nährstoffbedarf meist durch synthetische Aminosäuren und Enzyme, die in der Öko-Tierhaltung jedoch verboten sind. Stattdessen verfüttern Öko-Landwirtinnen und -Landwirte zum Beispiel Öko-Mais- und -Kartoffeleiweiß. Wenn jedoch keine Öko-Eiweißfuttermittel zur Verfügung stehen und die zuständige Behörde dies bestätigt hat, dürfen Jungputen noch bis zum 31. Dezember 2025 mit einem Anteil an konventionellen Eiweißfuttermitteln gefüttert werden.
Futtermittel anteilig vom eigenen Betrieb
Mindestens 30 Prozent der Futtermittel für Puten müssen aus dem Mast-Betrieb selbst stammen oder – falls dies nicht möglich ist – in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern erzeugt werden. Grundlage ist der landwirtschaftliche Anteil des Futters wie Getreide und Leguminosen. Diese Ernteerzeugnisse werden meist an diejenige Futtermühle geliefert, von der die Tierhalterinnen und -halter das Putenfutter beziehen. Welche Futtermühlen bio-zertifiziert sind und Putenfutter produzieren, wissen die Öko-Beraterin oder der Öko-Berater.
Von der Futtermühle bekommen Tierhalterinnen und -halter ein Futter, das genau auf die Bedürfnisse jeder Lebensphase abgestimmt ist: Starterfutter, Anfangsmastfutter, Mittelmastfutter und Endmastfutter. Normalerweise werden Puten mit pelletiertem Alleinfutter gefüttert, seltener mit Mehl. Futtermühlen bieten auch Ergänzer an, die mit eigenem Getreide vermengt werden können.
Zeitraum | Verbrauch pro Tier | Struktur | Fütterung bis | |
Öko- | 1. bis 3. LW | 1 | Pellets 2 mm oder Granulat | circa 210 g |
Öko- | 4. bis 8./9. LW | 3 | Pellets 2-3 mm | Henne: 1,2 kg |
Öko- | 8. bis 14. LW | 5,5 | Pellets 3 mm | Henne: 4,1 kg |
Öko- | 15. bis 20 LW | 21 | Pellets 3 mm | Henne: 7 kg |
Summe | 30,5 | |||
Quelle: Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, Managementhandbuch Öko-Masthähnchen und Öko-Mastputen | ||||
Puten können gegen verschiedene Krankheiten und Krankheitserreger geimpft werden: Newcastle-Krankheit, Turkey Rhinotracheitis, infektiöse Bronchitis, Hämorrhagische Enteritis, Influenza, Ornithobakterium rhinotracheale und Pastorellen. Eine Pflicht besteht jedoch laut Geflügelpest-Verordnung nur für die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit.
"Alternative Putenrassen" sind robuster als die gängige B.U.T. Big 6-Linie. Aber auch hier verzichten viele Betriebe schon deshalb nicht auf freiwillige Impfungen, weil die Behandlungsmöglichkeiten der Öko-Puten begrenzt sind. Öko-Puten dürfen nur ein einziges Mal mit chemisch hergestellten Arzneimitteln, wie Antibiotika, behandelt werden, da sie sonst ihren Öko-Status verlieren. Für die Anwendung von pflanzlichen, homöopathischen oder natürlichen Mitteln gibt es keine Einschränkungen. Die regelmäßige und sorgfältige Beobachtung der Tiere ist sehr wichtig. Werden Verhaltensänderungen früh erkannt, kann gut mit homöopathischen oder pflanzlichen Mitteln gegengesteuert werden.
Ergänzungsfuttermittel
Im Öko-Landbau sind verschiedene Ergänzungsfuttermittel und pflanzliche Extrakte zugelassen, die die Gesundheit der Tiere erhalten sollen. Sie werden über das Futter oder auch in flüssiger Form über die Tränke verabreicht.
Mit der sechsten Lebenswoche beginnt für Puten die Mastphase. Öko-Puten werden in der Regel nach 20 Wochen geschlachtet. Doch zu keiner Zeit darf die vorgeschriebene Grenze von 21 Kilogramm Lebendgewicht je Quadratmeter Stallfläche überschritten werden. Um das Gewicht der Puten besonders in den letzten Mastwochen stets im Blick zu behalten, sollten die Tiere zur Kontrolle wöchentlich gewogen werden.
Die Tiere aus gemischtgeschlechtlichen Gruppen werden beim Verladen nach Geschlechtern sortiert. Zuerst werden die Hennen verladen, und die Hähne gehen zurück in den Stall. Die Putenhähne werden eine Woche später zum Schlachten abgeholt. Der Grund für die Trennung nach Geschlechtern ist der große Gewichtsunterschied zwischen Henne und Hahn. Schlachtbetriebe benötigen ein möglichst einheitliches Gewicht der Tiere einer Schlachtgruppe, weil sie ihre Anlage auf das genaue Tiergewicht einstellen müssen.
Transport
Für den sachgerechten Transport der Tiere zum Schlachthof sind Geflügelmastbetrieb, Spedition und Schlachterei gleichermaßen verantwortlich. Die meisten Putenhaltungsbetriebe haben feste Abnahmeverträge mit Vermarktern. Viele sind Lohnmäster. In der Regel wird der Transport dann vom Abnehmer organisiert, der sich damit verpflichtet, die Tierschutztransportverordnung einzuhalten.
Schlachtung
Direktvermarkter müssen sich einen Geflügelschlachthof suchen, der auch kleine Mengen Geflügel und Tiergruppen mit wenig einheitlichen Gewichten schlachtet. Die EU-Öko-Verordnung erlaubt die Schlachtung von Öko-Puten auch in konventionellen Schlachtbetrieben. Die Bio-Landwirtin oder der -Landwirt muss mit dem Schlachtbetrieb dann einen Subunternehmervertrag abschließen.
Hofschlachtung
Das Schlachten und Zerlegen von Mastgeflügel ist mit hohen Auflagen verbunden wie der Einhaltung der Handwerksordnung, einer Gewerbeanmeldung und einer EU-Zulassung. Es gibt jedoch eine Ausnahme: das Schlachten von weniger als 10.000 Stück Geflügel im Jahr im landwirtschaftlichen Betrieb. Dafür muss der Geflügelhalter auf seinem Betrieb einen Schlachtraum einrichten und ihn beim Veterinäramt anmelden. Eine Alternative kann die mobile Schlachtanlage sein. Die Geflügelhalterin oder der -halter mietet das Schlachtmobil und beauftragt den Betreiber der mobilen Anlage mit dem Schlachten. Auch im Schlachtmobil dürfen nur betriebseigene Tiere geschlachtet werden, und das Fleisch darf nur an Endverbraucherinnen und -verbraucher abgegeben werden.
Hinweis: Diese Informationen stammen aus dem "Managementhandbuch Öko-Masthähnchen und Ökoputen" des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen (KÖN). Dieses Handbuch, das noch detailliertere Informationen zur ökologischen Putenmast enthält, kann kostenlos auf der Internetseite des KÖN bestellt werden:
Managementhandbuch Öko-Geflügelmast in Niedersachsen (PDF-Datei)
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Letzte Aktualisierung 03.07.2024




