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Bio kommunizieren – So überzeugen Sie Gäste und Mitarbeitende

Bio-Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) bringen viele Vorteile mit sich. Aber wenn Sie Bio erfolgreich in den öffentlichen Küchen Ihrer Kommune einsetzen wollen, müssen auch andere von diesen großen Vorteilen wissen. Doch wie kommunizieren Sie den Bio-Einsatz und seine Vorteile erfolgreich?
Wenn Bio-Lebensmittel in den öffentlichen Küchen einer Kommune oder Stadt eingesetzt werden sollen, braucht es Unterstützung. Einerseits braucht es die Unterstützung der Mitarbeitenden in den Küchen und in der Verwaltung. Andererseits braucht es auch die Unterstützung der Gäste und der Öffentlichkeit. Deshalb kommt es bei der Umstellung auf Bio-Lebensmittel in der AHV nicht nur auf die optimalen Lieferketten und Speisepläne an, sondern auch auf die richtige Kommunikation in alle Richtungen.
Downloads zum Thema:
Warum sich Presse- und Medienarbeit lohnt, welche Vorbereitungen erforderlich sind, welche wirkungsvollen Möglichkeiten der Presseansprache es gibt und was eine Nachricht interessant macht, erfahren Sie im Infoblatt:
Film ab: Mit guter Kommunikation zu mehr Bio in öffentlichen Küchen
Interview: BioBitte-Experte Rainer Roehl erklärt, wie Verantwortliche in der Verwaltung und den Küchen den Mehrwert von Bio-Lebensmitteln erfolgreich kommunizieren können.
Interne Kommunikation: Mitarbeitende informieren und für mehr Bio begeistern
Um ambitionierte Ziele in Organisationen zu erreichen, müssen die Mitarbeitenden mitgenommen und abgeholt werden. Genauso ist es auch bei der Bio-Umstellung in öffentlichen Küchen. Wenn der Bio-Einsatz nur als "lästige Pflicht" von den Beschäftigten in der Verwaltung angesehen wird, wird sich das vermutlich auch in den Ergebnissen zeigen. Bei der Umsetzung einer jeden Bio-Strategie ist eine offene und wertschätzende Kommunikation mit den Kolleginnen und Kollegen also maßgeblicher Erfolgsfaktor. Indem Sie die Mitarbeitenden im Umstellungsprozess aktiv mitnehmen und einbinden, können Sie beispielsweise die Akzeptanz für Ihre Maßnahmen in der Belegschaft erhöhen. Damit erhöht sich auch die Motivation der Mitarbeitenden, bei Ihren Plänen "mitzuziehen". Gleichzeitig vermitteln Sie Informationen und Wissen. Beides befähigt die Be-legschaft dazu, gemeinsam mit Ihnen qualifizierte Entscheidungen zu treffen. Und nicht zuletzt liefert der Austausch mit dem Team ein wichtiges Stimmungsbild, wie Ihre Maßnahmen aufgenommen werden und an welchen Stellen die Umsetzung gegebenenfalls noch hakt. Für eine zielgerichtete Kommunikation mit den Mitarbeitenden gibt es einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können:
Baukasten ausgewählter Maßnahmen zur verwaltungsinternen Kommunikation
Beim runden Tisch werden die wichtigsten Personen für den Themenbereichs Verpflegung zusammengebracht, um über die grundlegenden Aspekte des Bio-Einsatzes zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen werden verwaltungsintern an alle Mitarbeitenden kommuniziert.
Bei der Gästebefragung werden alle Mitarbeitenden in der Verwaltung, die das Verpflegungsangebot wahrnehmen, zu ihrer Meinung zum Bio-Einsatz in der Kantine befragt. Die Ergebnisse zeigen, wie gut die Bio-Umstellung angenom-men wird und wo die Bio-Strategie angepasst werden sollte.
Durch den Besuch eines Bio-Betriebs sollen den Mitarbeitenden die Besonderheiten und Vorzüge des ökologischen Landbaus nahegebracht werden. Es ent-steht Akzeptanz für Bio und verwaltungsinterne Netzwerke werden gefestigt oder gegebenenfalls sogar neu gebildet.
Mit einem Küchen-Workshop zum Einsatz erhalten die Mitarbeitenden in den Küchen sowohl Argumente für Bio als auch notwendiges Praxiswissen für den effektiven Einsatz von Bio-Lebensmitteln. Das steigert zudem die Motivation, das neue Wissen in der Praxis anzuwenden.
Um alle Mitarbeitenden und Kantinengäste auf die Einführung oder Ausweitung des Bio-Angebots aufmerksam zu machen, bieten sich Bio-Aktionstage an. Durch den persönlichen Eindruck von Geschmack, Qualität und Herkunft kön-nen viele Menschen überzeugt werden.
Im Rahmen der internen Kommunikation sollte regelmäßig über die Hintergründe und die Erfolge des Bio-Einsatzes informiert werden. Dazu bieten sich beispielsweise das Intranet oder die Mitarbeiterzeitung an.
Liefern Sie den Mitarbeitenden wichtige Informationen und Grundlagen zum Ökolandbau und Argumente, warum der Bio-Einsatz sinnvoll ist. Dazu bieten sich vor allem die BioBitte-Erklärvideos oder die Infoblätter an, die online verfügbar sind.
Download zum Thema

Infokampagne für Behörden
Der Baukasten zur verwaltungsinternen Durchführung von Infokampagnen gibt detaillierten Einblick in die Maßnahmen zur Kommunikation von Bio.
Download Baukasten für die verwaltungsinterne Durchführung (PDF-Dokument)
Gäste-Kommunikation: Gäste für mehr Bio begeistern
Damit der Bio-Einsatz in Ihrer AHV zum Erfolg wird, müssen die Gäste und die Öffentlichkeit darüber Bescheid wissen. Und das geht nur, wenn Sie über Ihren Bio-Einsatz sprechen. Damit Ihre Worte Gehör finden, ist eine zielgerichtete Kommunikationsstrategie notwendig. Dafür brauchen Sie ein möglichst genaues Bild Ihrer Zielgruppe. Wie alt sind die Gäste in etwa? Wie hoch ist ihr Bildungsgrad und gegebenfalls ihr Einkommen? Stammen die Gäste alle aus der Verwaltung oder kommen auch Personen aus der Umgebung in die Kantine? Entscheidend ist daneben die Frage, wie sie Ihre Zielgruppe erreichen. Bei Mitarbeitenden aus der Verwaltung lässt sich beispielsweise viel über das Intranet erreichen. Wenn Sie hingegen neue oder externe Gäste erreichen wollen, müssen sie die Bio-Qualität Ihrer Küche nach außen tragen. Das gelingt beispielsweise über die sozialen Medien oder mit klassischer Pressearbeit.
Film ab: Wie informiere ich unsere Gäste über das Bio-Angebot?
Ausgewählte Kommunikationsmaßnahmen und -methoden
Das Service- und Ausgabepersonal tauscht sich aktiv mit den Gästen aus. Sei beantworten Fragen und sprechen mit den Gästen über ihre Wünsche an das Menü.
Schriftliche Hinweise sind zum Beispiel die Bio-Kennzeichnung im Speiseplan, im Intranet, auf Aushängen, Tischaufstellern, Tablettauflegern oder im Menüerfassungssystem.
Mit Bio-Aktionen werden Geschmack und Qualität für die Gäste erlebbar. Bio-Aktionen können zum Beispiel Aktionstage, Lebensmittelverkostungen oder Betriebsbesichtigungen sein.
Beim Nudging werden die Menschen ohne Gebote oder Verbote „angestupst“. Das bedeutet, dass Sie durch Informationen zu Nährwerten zum Beispiel zum gesünderen Essen greifen. Auch eine prominente Platzierung des Gerichts mit Bio-Zutaten in der Ausgabe kann die Gäste dazu verleiten, eher zum Bio-Menü zu greifen.
Beim Storytelling werden Geschichten erzählt, da diese besser im Kopf bleiben als Fakten. Berühren Sie Ihre Gäste mit Geschichten zur Herkunft der Bio-Produkte oder warum Sie und das Küchenteam auf Bio setzen.
Neben Bio können Speisen in der AHV auch andere Werte mit sich bringen, zum Beispiel "Regional", "Vegan" oder "Fair". Kombinieren Sie andere Mehrwerte der Speisen mit Bio und bieten sie beispielsweise biologische und regionale Menüs an.
Finden Sie ansprechende Namen für Ihre Speisen, um den Kopf und den Bauch Ihrer Gäste anzuregen. Eine anregende Wortwahl, die die Vorstellungskraft fördert, ist einer nüchternen Wortwahl vorzuziehen.
Auch Ihre vergangenen Erfahrungen in der Kommunikation gilt es in der Strategie mit zu berücksichtigen. Wenn Sie beispielsweise mit bestimmten Maßnahmen oder Kanälen gute Erfahrungen gemacht haben, kann es sich durchaus lohnen diese in abgewandelter Form erneut zu nutzen. Dazu sollten Sie stets im Blick behalten, mit welchen anderen Abteilungen sie zusammenarbeiten können. Insbesondere die Kommunikationsabteilung bietet sich, an, auch aus der Personalabteilung können spannende Impulse für die Kommunikation an die Gäste kommen. Insbesondere, wenn auch andere Aktivitäten und Aspekte der Verwaltung eingebunden werden sollen, ist die abteilungsübergreifende Kommunikation sinnvoll.
Downloads zum Thema:
Wie kommunizieren Sie den Bio-Einsatz gegenüber Ihren Gästen? Unser BioBitte-Infoblatt bietet einen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen, Methoden und Inhalte. Die Präsentation ergänzt dies um wichtige Fragestellungen, vertiefende Informationen und hilfreiche Praxisbeispiele.
- Infoblatt: "Mehr Gäste für Bio begeistern" (PDF-Dokument)
- Präsentation: "Gästekommunikation zum Einsatz von Bio-Produkten"
- Informationen zur Präsentation (PDF-Dokument)
Weiterführende Informationen:
- Leitfaden der Bio-Städte "Mehr Bio in Küchen" (PDF-Dokument)
- Weiterführende Informationen zur Kommunikation in der AHV
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gerade die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kann sich beim Einsatz von Bio-Produkten lohnen. So wird Ihre Stadt oder Kommune mit ihrem hohen sozialen und gesellschaftlichen Engagement in Verbindung gebracht. Damit kann die Kommune gegebenenfalls sogar regional oder überregional zu einem Vorbild beim Bio-Einsatzes in der AHV werden. Gleichzeitig kann das auch die Motivation und das Engagement in der Belegschaft steigern. Für eine erfolgreiche Pressearbeit braucht es zunächst einen Überblick über alle regional relevanten Medien sowie einen Presseverteiler samt Ansprechpersonen. Relevante regionale Medien sind beispielsweise Tageszeitungen und Radiosender, aber auch Fernsehsender, Internetportale oder Blogs. Ergänzend dazu kommt die aktive Kommunikation des Bio-Angebots in den sozialen Medien.
Eine mögliche Maßnahme in der Pressearbeit ist zum Beispiel der Versand von Pres-semitteilungen. Diese sollten stets aussagekräftig sein und die wichtigsten Informationen in den ersten Sätzen beinhalten. Dazu kommen ansprechende Pressefotos sowie die Angabe einer Ansprechperson für Rückfragen. Daneben bieten sich auch Pressegespräche vor Ort an, bei denen Sie die Journalistinnen und Journalisten mit relevanten Informationen versorgen können. Ein solches Pressegespräch kann beispielsweise die Besichtigung eines Bio-Lieferantenbetriebs vor Ort oder in einer Kantine sein.
Was macht eine Nachricht interessant?
Bei der Auswahl von berichtenswerten Themen orientieren sich Journalisten häufig an sogenannten "Nachrichtenwerten". Das sind Kriterien, an denen sich die Relevanz eines Themas oder Ereignisses bewerten lässt. Damit die Presse Ihre Themen zum Bio-Einsatz aufgreift, sollten Sie sich bei der Presseansprache an den Nachrichtwerten orientieren. Wichtige Nachrichtenwerte sind beispielsweise die Aktualität eines Ereignisses, die Prominenz der Beteiligten Personen oder ob es berichtenswerte Erfolge zu feiern gibt.
Die Pressearbeit ist aber nur ein Teil einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, um mit Menschen in Kontakt zu treten und den Mehrwert von Bio herauszustellen. Wichtig ist dabei immer, dass klar kommuniziert wird. Welche Produkte werden in Bio-Qualität angeboten? Wie hoch ist der Bio-Anteil? Woher kommen die Produkte und welche Menschen stehen hinter den Produkten? Welche Argumente sprechen für Bio? Formulieren Sie passende Botschaften, mit denen Sie ihre Zielgruppe überzeugen können. Diese Botschaften sind dann die Grundlage Ihrer Kommunikationsmaßnahmen.
Film ab: Wie kommunizieren die LWL-Kliniken Bio?
In Ihrer Kommunikationsstrategie legen Sie auch Erfolgskriterien fest. Eindeutige Kenn-zahlen für den Erfolg Ihrer Bio-Umstellung können dabei beispielsweise die Steigerung des Absatzes oder eine geringere Zahl an Essenresten sein. Den Erfolg Ihrer Kommunikation können Sie sehr gut durch eine Gästebefragung ermitteln. So erfahren Sie, wie Ihre Kommunikationskanäle funktioniert haben oder ob die Kanäle passen. Auch die Motivationen hinter der Speisenauswahl der Gäste kann Rückschlüsse über Bio-Umsetzung und Kommunikation bieten.
Mehr dazu auf Oekolandbau.de:
Letzte Aktualisierung 05.12.2022


