"Getrocknete Mikroalgen wie beispielsweise Phaeodactylum tricornutum weisen neben einem Proteinanteil von fast 50 Prozent in der Trockenmasse auch nennenswerte Mengen der langkettigen Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure – kurz EPA – auf", bestätigt Prof. Dr. med. Stephan C. Bischoff vom Institut für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim in Stuttgart. "Zudem enthalten sie wasserlösliche Ballaststoffe, die wichtig für die Darmgesundheit sind, sowie Vitamin E und Carotinoide."
Aber sind Mikroalgen auch geeignet dafür, den täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken? Genau diese Frage nahm eine Hohenheimer Forschungsgruppe unter die Lupe und untersuchte das Blut von Probanden, die zwei Wochen lang einen Algen-Smoothie tranken. Das Ergebnis war eindeutig: Sie fanden im Blut ähnlich hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren wie nach der Einnahme von Fischölkapseln.
Das heißt mit anderen Worten: Vieles von dem, was den Fisch so wertvoll für unsere Ernährung macht, stammt primär aus seinem Futter – den Algen. Sie bieten eine direkte Quelle von mehrfach ungesättigten Fettsäuren – ohne den Umweg über den Fisch gehen zu müssen.
"Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die menschliche Versorgung mit Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) durch Fisch als einzige Quelle in Zukunft nicht gewährleistet werden kann", Prof. Stephan C. Bischoff, Universität Hohenheim, Stuttgart.